Weinhaus Schunk soll erhalten bleiben

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Das Weinhaus Schunk wird noch eine Zeit lang eingerüstet sein.
Das Weinhaus Schunk wird noch eine Zeit lang eingerüstet sein. (Foto: Marc Eich)
sbo

Noch einige offene Fragen gibt es beim ehemaligen Weinhaus Schunk zu klären. Der Eigentümer konnte sich nach dem dortigen Brand noch nicht mit der Versicherung einigen. Er hat aber bereits konkrete Vorstellungen für die Zukunft.

Die polizeilichen Ermittlungen sind abgeschlossen, ein Gutachter hat den entstandenen Sachschaden ermittelt, und mit den bisherigen Mietern werden einvernehmliche Lösungen gesucht: Drei Monate nach dem Brand im ehemaligen Weinhaus Schunk ist der Eigentümer darum bemüht, die weitere Zukunft des Mehrfamilienhauses schnell zu klären. Allerdings zeichnet sich hierbei ab, dass doch etwas mehr Geduld benötigt wird.

„Es gibt mit der Versicherung noch ein paar offene Punkte“, erklärt Eigentümer Marc Brzezinka auf Anfrage. Insbesondere die angebotene Entschädigungssumme sieht der junge Unternehmer noch als Problem. Demnach habe ein Gutachter den Sachschaden an dem Mehrfamilienhaus auf rund 300 000 Euro geschätzt, „um das Gebäude aber nach den heute gültigen Vorgaben, Verordnungen und Standards herzurichten, ist mehr Geld notwendig“, stellt er klar.

Als ersten Schritt will Brzezinka den Bauschutt im Inneren des Gebäudes entsorgen lassen. Hierzu war es jedoch zunächst notwendig, sich mit den bisherigen Mietern zu einigen und in diesem Zusammenhang nach Lösungen zu suchen. Einfach die Wohnung betreten und diese leer räumen, sei natürlich nicht möglich, weswegen sich der Eigentümer in diesem Zusammenhang Rechtssicherheit verschaffen möchte.

Grundsätzlich stellt sich der 32-Jährige vor, die massiven und unbeschädigten Grundmauern des Gebäudes, welches Ende der 1880er-Jahre gebaut wurde, zu erhalten. „Das hängt natürlich auch mit der Historie des Hauses zusammen – auch wenn es nicht denkmalgeschützt ist“, so Brzezinka. Wann mit dem Rückbau im Inneren des Mehrfamilienhauses und dem Entkernen begonnen werden kann, steht bislang aber noch nicht fest. Lediglich Teile der Fassade konnten seitdem entfernt werden.

Im ersten Obergeschoss des Hauses in der Bertholdstraße war Ende August ein Brand ausgebrochen. Die polizeilichen Ermittlungen und die Arbeit eines Gutachters haben ergeben, dass dieser durch ein Handyakku im Ladezustand ausgelöst wurde. So hatte der Handybesitzer das Gerät im Bereich der Fensterbank im Erker geladen, auf der sich an diesem Tag aufgrund der Sonneneinstrahlung eine enorme Hitze entwickelt haben muss. Dies dürfte die Brandgefahr, die beim Laden des Akkus besteht, erhöht haben.

Genau hier schlugen schließlich am frühen Abend die Flammen aus dem Gebäude. Diese konnten durch die Feuerwehr schnell gelöscht werden. Verletzt wurde bei dem Brand glücklicherweise niemand, das Haus ist seit dem aber nicht mehr bewohnbar.

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