Die Wild Wings, allen voran Stürmer Troy Bourke mit der Nummer 70, hatten auch nach der Schlusssirene der knappen 2:3-Niederlage
Die Wild Wings, allen voran Stürmer Troy Bourke mit der Nummer 70, hatten auch nach der Schlusssirene der knappen 2:3-Niederlage am 29. November im Magentasport-Cup mit den Spielern des EHC Red Bull München Redebedarf. (Foto: Wit)
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Für die Schwenninger Wild Wings geht es bereits am Sonntag um 14.30 Uhr gegen den EHC Red Bull München in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) wieder um Punkte. Auch wenn die 2:3-Niederlage in Mannheim und der verpasste Startrekord nicht an Patrik Cerveny festgemacht werden kann, wird es bei den Neckarstädtern einen Wechsel zwischen den Pfosten geben.

Hätten die Wild Wings mit ihrem Stammtorwart Joacim Eriksson, der obwohl fit, nur auf der Bank saß, in Mannheim gewonnen? Für Trainer Niklas Sundblad gibt es nur eine Antwort: „Nein.“ So etwas könne man nicht sagen. „Patrik Cerveny hat seine Sache gut gemacht, hat gut gehalten.“ In der Tat, der 23-jährige Deutschtscheche hielt in Mannheim gut, aber nicht überragend. Bereits direkt nach der Partie kündigte Sundblad an, dass am Sonntag wieder sein schwedischer Landsmann Eriksson zwischen die Pfosten rückt.

Nach vier Siegen in Folge hatte es für die Wild Wings am Donnerstag mit einem 2:3 im Derby die erste Saisonniederlage gesetzt. Der SERC verpasste damit knapp den eigenen DEL-Punkte-Startrekord. In der Saison 2001/02 hatten die Neckarstädter nach fünf Partien 13 Zähler auf ihrem Konto, der Stand bleibt aktuell nun bei elf Punkten. „Die ersten zehn Minuten war Mannheim total überlegen“, musste Sundblad feststellen. Die viel zu passiven Gäste lagen nach Toren von Stefan Loibl und Matthias Plachta schnell 0:2 hinten.

Adler-Stürmer Jason Bast legte dann unfreiwillig Boaz Bassen im eigenen Drittel auf, der Schwenninger Angreifer konnte verkürzen. „Das Tor hat uns geholfen, ins Spiel zu kommen“, sagte Sundblad. Die Gastgeber schafften im zweiten Drittel aber durch David Wolf in Überzahl das 3:1. Dass die Wild Wings kräfte- und konditionsmäßig super drauf sind, bewiesen sie im letzten Drittel, als ihnen durch Tyson Spink nach Traumvorlage von Tylor Spink der Anschluss glückte.

Am Ende übte der SERC großen Druck aus. In letzter Sekunde verpasste Jamie MacQueen das mögliche Ausgleichstor. „Fitness ist überhaupt kein Problem für uns. Die ersten zehn Minuten waren aber schwach, unsere Leistung war insgesamt nicht gut genug, um zu gewinnen“, sagte Sundblad. Jetzt geht es also für die Mannen vom Neckarursprung mit München gegen die nächste Spitzenmannschaft der DEL.

Die Schwenninger konnten die Münchner vor Wochen besiegen, im Magentasport-Cup gewann der SERC am 15. November 2:1. Im Rückspiel am 29. November musste sich Travis Turnbull und Co. – der Kapitän zog sich in jener Begegnung eine Beinverletzung zu – aber München 2:3 geschlagen geben. Sundblad: „München checkt aggressiv vor, wir kennen ihre Spielweise. Wir haben in Mannheim nun Punkte liegen lassen, sind darüber enttäuscht und wollen diese nun gegen München holen.“

Verteidiger Johannes Huß, der in Mannheim nach einem Foul von Ben Smith mit dem Kopf voraus in die Bande fiel und dann frühzeitig in die Kabine musste, ist nicht schlimmer verletzt und kann gegen München wieder auflaufen. Während die Wild Wings komplett sind, haben die Gäste aus der Isar-Metropole jede Menge Ausfälle zu verkraften. Goalie Danny aus den Birken trainiert vorerst weiter individuell unter Torwarttrainer Patrick Dallaire auf dem Eis im Münchner Olympia-Eisstadion. Auch ein Einsatz des langzeitverletzten Nationalverteidigers Konrad Abeltshauser, der zwar wieder ins Training eingestiegen ist, käme noch zu früh. Zusätzlich fallen die Stürmer Derek Roy, Bastian Eckl, Dennis Lobach sowie Verteidiger Luca Zitterbart und Nico Appendino aus.

John Peterka und Justin Schütz kehrten zum EHC Red Bull München zurück. Der 18-jährige Peterka und der 20-jährige Schütz trainieren bereits wieder mit der Mannschaft des dreimaligen deutschen Eishockeymeisters. Damit beendete Red Bull München und Red Bull Salzburg ihre Leihvereinbarungen. Christian Winkler, Managing Director Sports Red Bull Eishockey: „John und Justin haben in Salzburg spürbare Entwicklungsschritte gemacht. Es war absolut sinnvoll, dass sie dort bereits im September vergangenen Jahres, also viele Wochen vor Beginn der DEL, in die Saison starten konnten. Nach den langfristigen Ausfällen von Dennis Lobach, Bastian Eckl, Nico Appendino und Luca Zitterbart, also vier deutschen U23-Spielern, haben wir uns entschieden, beide Akteure wieder nach München zu holen. Damit hat Trainer Don Jackson deutlich mehr Flexibilität in der Besetzung seines Kaders.“ Peterka kommt in Absprache mit der NHL-Organisation der Buffalo Sabres zurück in die bayerische Landeshauptstadt. Er soll in München dort anknüpfen, wo er bei der U20-WM mit seinen Topleistungen aufgehört hat. Und auch Schütz soll nach seinen starken Leistungen in Salzburg seinem Heimatklub qualitativ weiterhelfen.

Im Oktober 2020 wählten die Buffalo Sabres Peterka beim NHL-Draft an Position 34. Damit sicherte sich der Klub aus der nordamerikanischen Profiliga die Transferrechte am gebürtigen Münchner für die nächsten drei Jahre. Zuletzt startete Peterka für die deutsche U20-Auswahl bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Kanada. Dort erreichte er mit der DEB-Mannschaft das Viertelfinale. Münchens Angreifer avancierte gemeinsam mit Tim Stützle zum besten Punktesammler im deutschen U20-Team. Beide schafften in den fünf Spielen zehn Scorerpunkte, also einen Schnitt von zwei Zählern pro Begegnung.

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