Von Verwaltung keine Rede mehr

Lesedauer: 5 Min
 Rainer Temme (Amt für Stadtentwicklung, von links) berichtet Klaus Martin (CDU-Fraktionsvorsitzender), Bürgermeister Detlev Büh
Rainer Temme (Amt für Stadtentwicklung, von links) berichtet Klaus Martin (CDU-Fraktionsvorsitzender), Bürgermeister Detlev Bührer, Oberbürgermeister Jürgen Roth, Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut und Landtagsabgeordneter Karl Rombach von den Plänen für das Mangin-Areal. (Foto: Eich)
sbo und Marc Eich

Eines der größten städtischen Projekte dürfte die Konversion des Mangin-Areals sein. Die Wirtschaftsministerin des Landes verschaffte sich deshalb vor Ort einen Eindruck – eine mögliche Verwaltungszusammenführung wurde jedoch außen vor gelassen.

Zu einem informellen Gesprächsaustausch, Besichtigungen und Vor-Ort-Begehungen ist die Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut – auf Einladung des Landtagsabgeordneten Karl Rombach – am Freitagvormittag in die Doppelstadt gereist. Neben dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt, einem Besuch bei der Firma Hess und die Besichtigung der Arbeiten in der Schwenninger Innenstadt, stand auch das ehemalige Kasernen-Areal Mangin in Villingen auf dem Programm.

Die Pläne Rainer Temme vom Amt für Stadtentwicklung ging dabei auf die Pläne für das sieben Hektar große Areal zwischen Richthofenstraße und Pontarlierstraße ein – insbesondere die förderfähige Schaffung von über 500 Wohneinheiten, vor allem im Bereich der Mietwohnungen und des Sozialwohnungsbaus. Bedarf, da war man sich einig, gäbe es hierfür genug.

Für Rainer Müldner, Chef der städtischen Wohnungsbaugesellschaft, sei es sogar wünschenswert, dass über 600 Wohnungen im Stile von urbanem Wohnen realisiert werden. Die Durchmischung des Gebiets mit Angeboten für verschiedene Preiskategorien spiele in den Plänen eine große Rolle. Und: „Wir dürfen auch die mittlere Einkommensschicht nicht vergessen!“

Oberbürgermeister Jürgen Roth betonte in diesem Zusammenhang, dass in dem Gebiet deshalb eine noch stärkere Nachverdichtung, als bislang geplant, stattfinden soll. Doch was ist mit der im Raum stehenden Verwaltungszusammenführung auf dem Areal? Insbesondere die Nutzung der Mannschaftsgebäude stand hierfür zur Debatte. Doch davon verlor man bei der rund 45-minütigen Vor-Ort-Besichtigung und Vorstellung des riesigen Geländes (offiziell) kein Wort. Viel mehr war die Realisierung der Infrastruktur der gesamten ehemaligen Kasernenfläche (inklusive Welvert und Lyautey) Thema: So werden in naher Zukunft angesichts des großen Zuzugs Kindergarten, Schule und Freizeiteinrichtung benötigt.

Aktueller Zwischenstand

„Wir sind auf einem sehr guten Weg“, betont Roth im Zusammenhang mit den derzeitigen Verhandlungen mit der Bima, die den Verkauf des Geländes, welches sich derzeit noch im Besitz des Bundes befindet, führt. Der Oberbürgermeister machte jedoch auch keinen Hehl daraus, dass die Vorstellungen des Kaufpreises derzeit weit auseinander liegen würden. Man strebe deshalb ein Verkehrswertgutachten an.

Grundsätzlich sei aber klar, dass Abschläge aufgrund für Altlasten mit einberechnet werden müssten. „Hier gibt es insbesondere Probleme mit Öl“, berichtet Roth von den Schadstoffen aufgrund der militärischen Vergangenheit des Areals. Diesbezüglich wolle man den Eigentümer auch in die Pflicht nehmen.

Lyautey

Eher Unerfreuliches hatte der Rathaus-Chef hingegen zum Thema Denkmalschutz zu berichten. Er zielte hier insbesondere auf die Problematik, die sich derzeit beim Lyautey-Areal ergeben würde. Dort plant die DBA Deutsche Bauwert AG aus Baden-Baden die Realisierung von 400 Wohn- und Gewerbeeinheiten. Bei der Umwandlung der Dachgeschosse der Mannschaftsgebäude in Maisonette-Wohnungen stellt sich das Landesdenkmalamt, wie bereits berichtet, jedoch quer. Nicht nur zum Ärger des Investors, der eigentlich schon längst mit der Umsetzung der Pläne beginnen wollte, sondern auch zum Unverständnis von Roth, der die Blockade der Denkmalschützer als nicht zielorientiert ansieht. „Zumal wir hier Wohnraum erschaffen wollen“, so der OB.

Ministerin Hoffmeister-Kraut machte zwar auf das „Spannungsfeld“ zwischen der Interessen beider Seiten aufmerksam, sieht es jedoch ebenfalls als notwendig an, „nach Lösungen und gangbaren Wegen“ zu suchen. Sie versprach, sich zugleich in die Sache einzuschalten.

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen