Vollernter schlägt Schneise für neue Straße

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 Die Bäume sind weg: In dieser Schneise wird die Verbindungsstraße vom Industriegebiet Ost zur B 523 gebaut.
Die Bäume sind weg: In dieser Schneise wird die Verbindungsstraße vom Industriegebiet Ost zur B 523 gebaut. (Foto: Parage)
Verena Parage

Nach jahrelangem Warten werden nun Nägel mit Köpfen gemacht: Oberhalb des Industriegebiets Ost wurden Bäume gefällt, um Platz zu schaffen für eine Anbindung an die B 523. Die soll, geht es nach der Stadt, ab dem Sommer gebaut werden.

Die Schneise, die den Wald durchzieht, ist lang und breit: Wo die Bäume verschwunden sind, wird einmal die neue Straße verlaufen, die das Schwenninger Industriegebiet Ost mit der B 523 verbinden soll. 530 Meter sind es dann nur noch von den Unternehmen bis zur Schnellstraße. Auf diesen halben Kilometer haben viele seit Langem gewartet – Firmen genauso wie Schwenninger, die bisher damit leben mussten, dass Lastwagen auf dem Weg ins Industriegebiet durch ihr Wohngebiet fahren. Dennoch gibt es seit jeher auch negative Stimmen, darunter Naturschutzverbände und Wandervereine: Das liegt an den Bäumen, die für die Straße weichen mussten.

Auf einer Fläche von 2,5 Hektar war vergangene Woche ein Vollernter im Einsatz. Zum Ausgleich für die aktuelle Rodung ließ die Stadt an der Langen Halde bereits 2006 Ersatzpflanzungen vornehmen. Auch dies zeigt, wie lange die geplante Anbindung an die Bundesstraße sich schon hinzieht. Bereits seit 1979 gibt es seitens der Industrie Bestrebungen, die Verbindung zu schaffen. Im Jahr 2000 wurden erste ernsthafte Gespräche geführt, auch der Gemeinderat befasste sich mit dem Thema. 2012 erließ das Regierungspräsidium schließlich den Planfeststellungsbeschluss für das Vorhaben.

Jetzt endlich soll es umgesetzt werden. An der Ecke Bernhard-Steinel-Straße und Spittelbronner Weg soll ein Kreisverkehr entstehen. Von diesem aus geht es dann auf direktem Weg nach Norden bis zur Bundesstraße. Wie viel das Vorhaben kostet, lässt sich derzeit noch nicht beziffern. Bisher war von 3,8 Millionen Euro die Rede, und dass Stadt und Bund sich die Kosten teilen. Noch, erklärt die städtische Pressesprecherin Oxana Brunner, kann die Verwaltung keine Auskunft zu den Kosten geben.

Das liege daran, dass gerade alle Informationen zum Bau zusammengestellt würden. Denn im März sollen sich Technischer Ausschuss und Gemeinderat mit dem Vorhaben befassen und grünes Licht für den Bau geben. Wenn es so kommt, könnte noch im ersten Halbjahr damit begonnen werden. Die Bauzeit beträgt laut Brunner voraussichtlich zwei Jahre. Damit wäre die Verbindungsstraße im Sommer 2021 fertig.

„Klar sind wir froh, dass es endlich losgeht“, sagt die Pressesprecherin – die Zustimmung des Gemeinderats vorausgesetzt. „Definitiv“ erwartet die Stadt eine Entlastung für den Stadtverkehr. Und „ein Industriegebiet braucht einfach eine gute Anbindung.“

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