Die Fans der Wild Wings standen hinter ihrer Mannschaft. 4419 Zuschauer besuchten im Schnitt die Heimspiele.
Die Fans der Wild Wings standen hinter ihrer Mannschaft. 4419 Zuschauer besuchten im Schnitt die Heimspiele. (Foto: direvi)
Schwäbische Zeitung
Heinz Wittmann

Die Schwenninger Wild Wings haben mit dem Erreichen der Pre-Play-Offs – die Spiele gegen die Grizzlys Wolfsburg wurden 3:4 nach Verlängerung und 2:3 verloren – ihre erfolgreichste Saison seit der Rückkehr in die Deutsche Eishockey-Liga gespielt. Unser Mitarbeiter Heinz Wittmann hat die einzelnen Spieler unter die Lupe genommen und bewertet. Vier der acht SERC-Verteidiger blieben ohne Torerfolg.

Torhüter

Dustin Strahlmeier: So mancher war vor der Saison skeptisch, doch Strahlmeier konnte als Nummer-1-Torwart voll überzeugen. Die Krönung: er wurde zum DEL-Torwart des Jahres gewählt. Der 25-Jährige hielt über Monate fantastisch. Erst in den letzten Wochen der Hauptrunde ging seine Formkurve leicht nach unten. Alle Gegentore in den Pre-Play-offs waren unhaltbar.

Marco Wölfl: Der 23-Jährige war ein hervorragender Ersatzmann von Strahlmeier und vertrat diesen in seinen neun Einsätzen würdig. Wölfl schaffte das, was Strahlmeier verwehrt blieb sogar in zwei Spielen, nämlich ohne Gegentor zu bleiben, einen „Shut-out“ zu feiern.

Abwehr

Benedikt Brückner: Der 27-Jährige spielte bis zu seiner Schultereckgelenksprengung eine starke Saison. Nicht selbstverständlich war, dass er zum Saisonfinale zurückkehrte. Ein Offensiv-Verteidiger wird Brückner aber wohl nicht mehr werden, er schoss kein Tor. Seine Stärke liegt in der soliden Defensivarbeit.

Dominik Bittner: Als Nachfolger für Sascha Goc von den Adler Mannheim geholt, spielte der 25-Jährige nicht schlecht. Er war auch in der Kabine ein wichtiger Mann. Allerdings hatte man sich von Bittner schon ein paar Tore erwartet, er traf jedoch nicht ins gegnerische Netz.

Mirko Sacher: Nach anfänglichen Problemen mit der Umstellung des Tempos von DEL2 auf DEL spielte der 26-Jährige ganz groß auf, war nach vorne der gefährlichste Schwenninger Verteidiger. In 24 Spielen scorte Sacher 15 Punkte (fünf Tore/zehn Assists). Eine langwierige Fußverletzung legte Sacher auf Eis.

Kyle Sonnenburg: Der 31-Jährige, der von den Krefeld Pinguinen kam, war kämpferisch stark, räumte vor dem Tor auf. Nach vorne ging bei Sonnenburg allerdings nichts, er erzielte keinen Treffer.

Jussi Timonen: Der 34-jährige Finne ist zwar nicht der allerschnellste, mit seiner Spielübersicht und seinem guten Stellungsspiel machte er dies aber wett, räumte vor dem eigenen Kasten auf. Er schaffte es allerdings nicht, die ganze Saison auf hohem Niveau zu spielen.

Tim Bender: Der 22-Jährige stagnierte erstmals in seiner tollen Entwicklung. Einige Leichtsinnsfehler des Linksschützen, der noch reifen muss, brachten Trainer Pat Cortina auf die Palme. Bender machte aber auch einige sehr gute Spiele.

Kalle Kaijomaa: Gegenüber der Saison zuvor legte der 33-jährige Finne noch einmal eine Schippe drauf. Inklusive Pre-Play-offs schaffte er es in 53 Spielen auf 23 Scorerpunkte (sechs Tore/17 Beihilfen). Er war damit punktbester Schwenninger Verteidiger.

Dominik Bohac: Der 28-Jährige kam vom Zweitligisten Lausitzer Füchse an den Neckarursprung. Er sollte das Körperspiel und die Arbeit vor dem eigenen Kasten der Wild Wings verbessern. Der Deutsch-Tscheche tat dies auch im Rahmen seiner Möglichkeiten. Ein Tor gelang Bohac nicht, dafür war er aber auch nicht geholt worden.

Stürmer

Stefano Giliati: Der Wirbelwind spielte immer wieder seine enorme Schnelligkeit aus. Der 30-jährige Italo-Kanadier kreierte so sehr oft gute Torchancen. Und er traf auch, markierte 14 Saisontore.

Marcel Kurth: Auch in dieser Saison stagnierte die Entwicklung des 24-Jährigen. Kampf und Einsatz waren vorhanden, was fehlte war die spielerische Leichtigkeit.

Lennart Palausch: Der 23-Jährige wurde oft zum Kooperationspartner Freiburg abgegeben. Palausch hat sich diese Saison weiterentwickelt, muss aber weiter hart an sich arbeiten, um ein vollwertiger DEL-Spieler zu werden.

Andrée Hult: Der 30-jährige Schwede ist spielerisch einer der besten Stürmer der DEL. Allerdings war er auch in dieser Saison wieder verletzungsanfällig. In den Pre-Play-offs war er mit drei Vorlagen bester Schwenninger Scorer.

Kai Herpich: Das 23-jährige Schwenninger Eigengewächs hat einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht. Herpich spielte mit starkem Körpereinsatz. Wenn er so weitermacht, wird man am Neckarursprung noch viel Freude an ihm haben.

Simon Danner: Der 31-Jährige ist auf und neben dem Eis eine Führungsfigur. Kämpferisch war Danner stets ein Vorbild, auch wenn er spielerisch immer wieder an seine Grenze stieß. Danner war in den beiden Pre-Play-off-Partien sehr stark.

Tobias Wörle: Der 33-Jährige wusste mit seiner Schnelligkeit und seinem guten Passspiel zu gefallen. Vielleicht sollte er sich noch mehr zutrauen und eine Führungsrolle einnehmen. Sieben Saisontore sind nicht schlecht, aber noch ausbaufähig.

Anthony Rech: Der 25-jährige Franzose schaffte es nicht, auf einem konstant hohen Level die Saison zu spielen. Es waren sehr gute, aber eben auch schwächere Spiele dabei. Die Scoringbilanz von Rech kann sich aber sehen lassen. Er war der einzige Spieler, der alle 54 Saisonpartien für die Wild Wings bestritt, dabei sammelte er 24 Punkte (acht Tore/16 Vorlagen).

Will Acton: Der Wild-Wings-Kapitän war wie immer der Schwenninger Topscorer, brachte es inklusive Pre-Play-offs in 53 Spielen auf genau 50 Scorerpunkte (20 Tore/30 Assists). Der 30-jährige kanadisch US-amerikanische Doppelbürger hatte zwar zum Ende der Punkterunde einen kleinen Hänger, als er sechs Spiele in Folge nicht traf. In den Pre-Play-offs war Acton aber wieder der alte und markierte zwei Tore.

Mirko Höfflin: Der 25-Jährige, der aus Mannheim kam, überzeugte mit seiner Schnelligkeit und seinem guten Spielverständnis. Höfflin war bester deutscher Scorer im Team der Wild Wings und schaffte es in 41 Spielen auf 22 Punkte (neun Tore/13 Assists).

Markus Poukkula: Der 29-jährige Finne, der in der Saison zuvor wegen einer Schulterverletzung ausfiel, zeigte es so manchem Kritiker. Vor allem dank seiner läuferischen Stärke wurde er mit 31 Punkten (14 Tore/17 Vorlagen) in 53 Spielen zweitbester Scorer der Wild Wings.

Ulrich Maurer: In punkto Einsatz und Kampfgeist war der 33-Jährige wieder ein Vorbild. Vor dem gegnerischen Kasten war Maurer allerdings recht harmlos, erzielte lediglich zwei Tore, gab aber immerhin neun Vorlagen.

Istvan Bartalis: Der 27-jährige Ungar spielte eine durchwachsene Saison. Die Ausbeute von neun Scorerpunkten (fünf Tore/vier Assists) ist für den spielerisch starken Bartalis eigentlich zu wenig.

Marc El-Sayed: Der 27-Jährige konnte seine tolle erste Saison am Neckarursprung nicht bestätigen. Allerdings hatte El-Sayed auch unter Verletzungspech zu leiden. In den Pre-Play-offs gelang ihm wenigstens mit einem Tor noch der einzige Scorerpunkt der Saison. In der Saison 2016/17 hatte er 13 mal ins Schwarze getroffen.

Damien Fleury: Der 31-jährige Franzose kam Anfang November aus Finnland zu den Wild Wings zurück. Fleury war mit seinem Handgelenkschuss wieder für jeden gegnerischen Torwart brandgefährlich. Er scorte in 34 Spielen 24 Punkte (zwölf Tore/zwölf Assists).

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