Triumph des Ringerdorfs: ASV Nendingen ist deutscher Mannschafts-Meister

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Im letzten und entscheidenden Kampf ringt Saba Khubezhty den Weingartener Georg Harth zu Boden. (Foto: Dorothea Hecht)
Schwäbische Zeitung
Sportredakteur

Der ASV Nendingen ist deutscher Mannschafts-Meister im Ringen. Die Entscheidung fiel im letzten Kampf, als Saba Khubezhty mit 3:1-Mannschaftspunkten gegen Georg Harth gewann. Damit hieß es 14:16 und Weingarten war der Sieger im Rückkampf. Doch in der Addition beider Kämpfe hieß es nach dem Erfolg von 18:16-Erfolg von Nendingen im Hinkampf 32:32. Den Ausschlag zugunsten des ASV gab die Anzahl der Einzelsiege. Hier lagen die Nendinger nach beiden Kämpfen mit 11:9 vorne. Über 6000 Zuschauer in der Schwenninger Heliios-Arena sorgten für eine tolle Stimmung.

Im ersten Kampf hat der Nendinger Florin Gavrila (55 kg, G) gegen Alexander Chiroaca schweren Stand, liegt nach 55 Sekunden 0:5 hinten. Doch Gavrila kämpft, macht eine Zweier-Wertung. Die Halle tobt vor Begeisterung, als Gavrila nach Punkten zum 6:6 ausgleicht. Kurz darauf erhält Chirtoaca die dritte Verwarnung. Gavrila ist somit 4:0-Disqualifikationssieger. Das sind unerwartete vier Punkte für Nendingen.

Ein zäher Kampf entwickelt sich zwischen Nicolai Ceban (120 kg, F) und Soslan Gagloev. Der Weingartener nutzt seinen Gewichtsvorteil von 24 Kilogramm. Ist der aktivere Ringer, gewinnt 8:0

Nendingen fordert den Videobeweis

Im dritten Kampf stehen sich Ghenadie Tulbea (60 kg, F) und Marcel Ewald gegenüber. Lange Zeit bleibt das Duell ohne Wertung. Nach hartem Kampf gewinnt Tulbea knapp mir 2:1. ASV-Trainer Volker Hirt beglückwünscht seinen Ringer zu diesem Erfolg.

Peter Öhler (96 kg, G) und Ramsin Azizsir liefern sich einen ausgeglichenen Kampf. Nach 1:0-Führung von Azizsir spricht der Kampfrichter kurz vor dem Ende beiden Ringern eine Zweier-Wertung zu. Nendingen fordert den Videobeweis. Nach Begutachtung des Videos werden beide Wertungen zurückgenommen und Azizsir gewinnt den Kampf mit 2:0 Mannschaftspunkten. Weingarten gleicht zum 6:6 aus.

Badener liegen mit zwei Punkten vorn

Benjamin Raiser (66 kg, G) wehrt sich zwar tapfer, kann gegen den starken Ion Panait eine vorzeitige Niederlage (0:13 nach 5:37 Minuten) nicht verhindern. Damit liegt Weingarten zur Pause 10:6 in Führung. Auch im Gesamtstand liegen die Badener nun 26:24 vorne.

Im ersten Kampf nach der Pause steht Piotr Ianulov (84 kg, F) gegen den Russen Bekhan Kurkiev unter Druck. Obwohl der ASV-Ringer aktiver ist, liegt er zur Pause 2:4 zurück. Am Ende gleicht er zwar zum 4:4 aus, doch auf Grund der höheren Wertung gewinnt Bekhan mit 2:1-Mannschaftspunkten für Weingarten.

Publikum feuert Dülger frenetisch an

Samet Dülger (66 kg, F), der den Hinkampf gegen Anatoli Guidea noch verloren hatte, begann sehr stark, führte nach 1.59 Minuten 7:0 und lag nach der ersten Runde 7:2 vorne. Das Publikum feuerte Dülger frenetisch an. Doch Guidea holte auf, nach 5.21 Mnuten war der Vorsprung auf 7:6 zusammengeschmolzen. Doch Dülger brachte den knappen Sieg nach Hause.

Nenad Zugaj (84 kg, F) musste in der ersten Runde gegen Ilian Georgiev einmal in die Bodenlage, die aber folgenlos blieb. Ohne Wertungspunkte ging es in die zweite Runde. Zugaj ging in die Offensive und entschied den Kampf mit einer Zweier-Wertung zu seinen Gunten. Mit diesem Sieg verkürzte Nendingen auf 9:11 und glich im Gesamtstand zum 27:27 aus.

Eduard Kratz (74 kg, F) hatte es mit dem Routinier Adam Juretzko zu tun. Nach der ersten Runde lag der Weingartener 1:0 vorne und gewann schließlich auch mit dieser Wertung.

Die Entscheidung fiel im letzten Kampf zwischen Saba Khubezhty (74 kg, F) und Georg Harth. Der Nendinger musste mit zumindest zwei Mannschaftspunkten Dfferenz gewinnen. Er ging sofort in die Offensive, lag nach der ersten Runde 5:0 vorne. Am Ende mussten die Nendinger, die bereits jubelnd die Matte gestürmt hatten, nochmals zittern. Weingarten forderte den Videobeweis. Für wenige Minuten herrschte beinahe Stille, ehe der Jubel der Nendinger erneut tosend losbrach.

 

Die Kämpfe im Einzelnen, Nendingen zuerst genannt:

55 kg G: Florin Gavrila – Alexander Chirtoaca 4:0 (Gavrila Disqualifikationssieger). Stand 4:0.

120 kg F: Nicolai Ceban – Soslan Gagloev 0:3 (0:8). Stand 4:3.

60 kg F: Ghenadie Tulbea – Marcel Ewald 2:1 (2:1). Stand 6:4.

96 kg G: Peter Öhler – Ramsin Azizsir 0:2 (0:1). Stand: 6:6.

66 kg G: Benjamin Raiser – Ion Panait 0:4 (TÜ 0:13). Stand 6:10.

84 kg F: Piotr Ianulov – Bekhan Kurkiev 1:2 (4:4). Stand 7:12.

66 kg F: Samet Dülger – Anatoli Guidea 2:1 (7:6). Stand: 9:13.

84 kg G: Nenad Zugaj – Ilian Georgiev 2:0 (2:0). Stand: 11:13.

74 kg G: Eduard Kratz – Adam Juretzko 0:2 (0:1). Stand: 11:15.

74 kg F: Saba Khubezhty – Georg Harth 3:1 (7:1). Endstand 14:16.

Nendingen ist auf Grund der höheren Zahl an Einzelsiegen (11:9) deutscher Meister.

 

Zum Finale sendet Regio-TV am Sonntag um 18 Uhr ein Special.

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