Treffen mit Christian Lindner: Buba schöpft neue Hoffnung

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Gesprächsrunde
Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner (links) nimmt sich persönlich Zeit für den Asylbewerber Buba Jaiteh aus Blumberg (Zweiter von rechts). (Foto: Büro Klinge/Schwarzwälder Bote)
blu und sbo

Das Schicksal des Asylbewerbers Buba Jaiteh aus Blumberg-Hondingen ist erneut in Berlin aufgeschlagen. Während einer Besuchsreise in Berlin traf Jaiteh den FDP-Bundesvorsitzenden Christian Lindner. Der nahm sich Zeit für Buba Jaiteh und das Ehepaar Peter und Dagmar Gilly, zu deren Familie Jaiteh inzwischen gehört.

Christian Lindner sei sehr interessiert gewesen, Jaiteh und sie kennenzulernen, sagte Peter Gilly. Lindner habe Buba Jaiteh gesagt, dass sie alles tun würden, damit Jaiteh ganz in Deutschland bleiben und auch eine Ausbildung absolvieren könne.

Buba Jaiteh kam 2014 aus Gambia nach Europa. Seit 2017 lebt er in Deutschland, seit März 2019 wohnt er in Hondingen und arbeitet bei der Firma Wieländer + Schill in Tuningen. Ursprünglich sollte er Deutschland bis 10. November verlassen, seither wurde die Duldung drei Mal um jeweils einen Monat verlängert, zuletzt bis 10. Februar.

Nach Berlin kam er durch eine Gruppenreise mit 49 Teilnehmern auf Einladung des FDP-Wahlkreisabgeordneten Marcel Klinge. Der hatte sich kürzlich schon im Bundestag in einer Rede für den Verbleib des 21-Jährigen aus Gambia stark gemacht. Nun hatte er sich erfolgreich um ein Treffen mit dem Bundesvorsitzenden Christian Lindner bemüht.

Den Besuch Jaitehs und der Familie Gilly bewertet Klinge so, wie sein Büro mitteilt: „Mich hat erneut sehr berührt, wie stark die Verbindung von Familie Gilly mit Buba Jaiteh ist. Er hat hier wirklich eine neue Familie und eine neue Heimat gefunden. Die nervliche Anspannung der ungeklärten Situation belastet alle stark. Diese Emotionen waren mit Händen zu greifen.“

Die Liberalen wollen sich in der Asylpolitik für einen Spurwechsel einsetzen. Marcel Klinge: „Politik kann und muss ein klares Zeichen setzen, dass sich Integration lohnt. Gut integrierte, leistungsbereite, sozial engagierte Geflüchtete, wie Buba, gibt es überall in der Republik. Sie geben viel für ein neues Leben in unserem Land. Was wir ihnen als Gesellschaft zurückgeben können, sind eine echte Chance und Sicherheit. Dahinter stehen auch viele Menschen in unserem Land, die nicht verstehen können, warum die ehrlichen Schaffer gehen müssen, andere, auch straffällig gewordene, aber nicht. Der Spurwechsel ist richtig und wichtig – leider ist er von Teilen der Politik nicht gewollt. Als Freie Demokraten werden wir weiter Druck machen, um die Möglichkeit eines Spurwechsels für Geflüchtete zu schaffen.“

Klinge, der Buba Jaiteh bei dessen Arbeitgeber Wieländer + Schill besucht hat, verweist immer wieder auf den Fachkräftemangel in der Wirtschaft: „Unsere Wirtschaft und unser Handwerk suchen doch händeringend Arbeits- und Fachkräfte. Gerade bei uns in Baden-Württemberg ist der Fachkräftemangel oft schon existenzbedrohend. In vielen Gesprächen mit Unternehmern höre ich immer wieder, dass Integration zwar nicht leicht ist, aber sich lohnt.

Die geflüchteten Mitarbeiter sind sehr motiviert und entwickeln sich rasch zu wertgeschätzten Kollegen, die das Unternehmen bereichern. Entziehen wir unseren Betrieben nicht wertvolle Arbeitskräfte, sondern tun wir doch mehr dafür, dass sie neue Mitarbeiter finden und halten können. Auch unsere Mittelständler brauchen von der Politik Verlässlichkeit und Planbarkeit für ihre Entscheidungen. Deshalb fordern wir als FDP von der Bundesregierung, beim neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das im März in Kraft tritt, nachzubessern.“

Bei Buba Jaitehs Arbeitgeber Wieländer + Schill in Tuningen bleibt die Hoffnung. Die Hoffnung der Belegschaft und der Geschäftsführer, dass ihr lieb gewordener und allseits geschätzter Kollege hier bleiben und hier leben kann. „Wir brauchen ihn, er macht einen guten Job“, betont Geschäftsführer Norbert Lay.

Die Hoffnung bleibt auch beim SV Hondingen, wo Buba Jaiteh sich im Trainerteam der F-Jugend engagiert und in der Spielgemeinschaft mit dem FC Riedöschingen Tore schießt. Im Winter war er bei einem Hüttenwochenende mit dabei, das Gemeinschaftsgefühl erhielt dadurch noch zusätzliche Nahrung: „Er ist ein Teil von uns, er gehört einfach dazu“, sagt Vorstandsmitglied Oliver Gilly.

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