Wann beenden die Wild Wings in der Deutschen Eishockey-Liga ihre Krise? Von neun Spielen acht verloren – und das bei 7:27-Toren. Bringt ausgerechnet am kommenden Freitag das Derby gegen die Adler Mannheim die Wende?

Die Torflaute beim SERC hält an, beim 0:1 nach Penaltyschießen gegen die Eisbären Berlin gar kein Treffer, beim 1:3 in Köln auch nur ein Tor geschossen.

Und wenn die Wild Wings in Überzahl sind, treffen sie auch nicht. Im Gegenteil: In Köln fiel der Treffer zum 3:0 für die Haie bei einem Mann mehr für Schwenningen. Es war bereits das vierte Tor, das die Wild Wings in dieser Saison in numerischer Überzahl bekamen. Zu allem Übel hatte Marc El-Sayed die Scheibe in den eigenen Kasten befördert.

Und auch die Freunde des Argumentes, dass die Saison ja noch lang ist, wie beispielsweise Stürmer Rihards Bukarts sagt: „Wir haben gerade mal neun Spiele absolviert, also stehen noch 43 vor uns“, kommen angesichts von bereits satten zehn Punkten Rückstand auf Rang zehn, den die Augsburger Panther einnehmen, langsam ins Grübeln.

Wo bleibt der Top-Spieler?

Keine Frage, der von Manager Jürgen Rumrich und Trainer Pat Cortina angekündigte Top-Spieler, der die Tore schießt, muss am kommenden Wochenende parat stehen. Dann gilt es, am Freitag bei den Adler Mannheim und am Sonntag daheim gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven zu punkten. „Es ist bei uns wie verhext, wir schießen einfach keine Tore, auch die Abpraller wollen nicht rein“, erklärt Stürmer Tobias Wörle.

Doch für etwas Belebung im Schwenninger Angriff hatte Rihards Bukarts gesorgt. Der 22-jährige Lette hatte nach überstandener Adduktorenverletzung auch Anthony Rech beim einzigen SERC-Treffer bei der 1:3-Niederlage am Sonntag in Köln erfolgreich Doppelpass gespielt und diesem aufgelegt. „Ich bitte die Fans um Geduld. Wir können nicht nur Eishockey spielen, sondern auch Tore schießen. Im Training klappt das auch. Wir müssen nur hart weiterarbeiten“, sagt Bukarts.

Und der junge Stürmer hat genügend Selbstvertrauen. Bei der Frage, was die Mannschaft der Eisbären Berlin aktuell von der in der vergangenen Saison unterscheidet antwortet er: „Die haben mich nicht mehr!“ Bukarts fühlt sich laut eigener Aussage bei den Wild Wings wohl: „Schwenningen ist eine kleine Stadt, da gibt es nicht so viel Ablenkungen wie in einer Großstadt wie Berlin. Ich genieße die kurze Fahrstrecke von meiner Wohnung in Bad Dürrheim bis in die Helios-Arena und kann mich hier ganz auf Eishockey konzentrieren.“ Bukarts sagt aber auch: „Wir brauchen ganz schnell einen Sieg.“ Torschütze Rech: „Wir müssen das Positive aus dem Kölner Spiel mitnehmen. Das war das letzte Drittel, darauf lässt sich aufbauen.“ Dieser Meinung ist auch Coach Pat Cortina, der allerdings sah, dass zu Spielbeginn „anscheinend der emotionale Tank leer war.“

Am Montag waren die Wild Wings beim Sponsor Fürstenberg im Zelt auf dem Cannstatter Volksfest eingeladen. Vielleicht ja das Richtige, damit sie die Köpfe etwas frei bekommen.

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