Vor den Messehallen sind Sonnenbeobachter aufgestellt, die fleißig genutzt werden.
Vor den Messehallen sind Sonnenbeobachter aufgestellt, die fleißig genutzt werden. (Foto: SBO)
Hella Schimkat

Die Astronomie-Messe in den Schwenninger Messe-Hallen hat am Samstag wieder rund 1500 Besucher in ihren Bann gezogen.

Seit 2006 organisiert Siegfried Bergthal, zusammen mit seiner Ehefrau, die Messe jährlich und kann konstant auf 1500 Besucher zählen, erklärt er bei einem Rundgang. Viele Aussteller kommen regelmäßig nach Schwenningen und haben doch immer wieder Neuheiten im Gepäck, denn auch hier ist der Fortschritt nicht aufzuhalten. Vor den Messehallen stand eine kleine Sternwarte aus Holz, schmuck wie ein Gartenhäuschen mit abfahrbarem Dach. Dieses Häuschen sei für Hobby-Sternfreunde gedacht, die sich die kleine Sternwarte in den Garten stellen können. Welches Teleskop sie dann in dem Häuschen aufstellen, hänge auch vom Geldbeutel ab, erklärt Siegfried Bergthal.

Sonnenbeobachter aufgestellt

Ebenfalls sinnvoll im Außenbereich waren Sonnenbeobachter mit Spezialfilter aufgestellt. „Wenn Sie ungeschützt länger in die Sonne schauen, erblinden Sie, diese Dämpfungsfilter verhindern das Erblinden“, so Berghal. Bei einem Blick durch den Sonnenbeobachter erscheint die Sonne durch einen roten Körper, einfach faszinierend. Ab 1500 Euro sei man dabei, nach oben gebe es keine Grenzen, so der Organisator.

In den Hallen sind Teleskope in allen Größen zu sehen, die Kosten fangen bei 200 Euro an, auch hier gehen die Preise in unendliche Höhe. Oft sei ein Fernglas die bessere Wahl, weil vielseitiger, erläutert Bergthal. „Wenn Sie hier ein Teleskop kaufen wollen, können Sie es an dem Interferometer, dieser ist auf dem nächsten Tisch aufgebaut, überprüfen lassen“, fährt er fort.

53 Aussteller haben ihre Stände in zwei Hallen aufgebaut, da fehlen auch die Ferngläser, von handlich bis sehr groß, nicht, betont Bergthal. Um ein APM Teleskop auf Stativ drängen sich viele Besucher. Hier steht eine Weltneuheit mit einer Öffnung von 150 Millimeter. Je größer die Öffnung ist, desto mehr Licht dringt ein, betont Bergthal, hier sei man mit schlappen 8500 Euro dabei.

Acht Meter Durchmesser

Weiter geht es zu einem Spiegelteleskop. Spiegelteleskope verfügen über größere Durchmesser und seien günstiger als Linsenteleskope, erläutert der Organisator. Der Durchmesser eines Linsenteleskops erreiche seine Grenze bei einem Durchmesser von einem Meter. Das Spiegelteleskop wartet mit einem Durchmesser bis acht Meter auf.

Einige Meter weiter freut sich Bergthal über ein Wiedersehen mit der Vereinigung der Sternfreunde aus Kreuzlingen. „Wir sind Mieter der Sternwarte in Kreuzlingen“, erklären die Sternfreunde und Bergthal betont: „Wir sind froh, dass Sie als Amateure wieder den Weg zu uns gefunden haben. Die Amateure dürften ihren Müll hier lassen, ansonsten müssen sie ihn an der Schweizer Grenze verzollen“, so Bergthal.

In der kleinsten Kuppel mit zwei Meter Durchmesser angekommen, meint der Organisator, man könne zwar auch in die Kuppel kriechen, aber hier sei es doch angenehmer, das Teleskop durch Fernsteuerung zu bedienen.

„Sahara Sky“ aus Marokko ist auch wieder in Schwenningen. Sahara Sky betreibt ein Hotel in der Wüste von Marokko mit einem Teleskop auf dem Dach. Auch die Astronomiesternwarte aus Namibia ist in Schwenningen. In Namibia gebe es ebenso wie in Marokko wenig Feuchtigkeit, ideal für eine Sternwarte.

In der zweiten Halle sind Meteorite ausgestellt. Manche Sammler reisen um die ganze Welt, um Meteoriten in der Wüste und im Eis zu suchen. Ein riesiges Teleskop mit einer Linse rechts und einem Spiegel links, rotiert immer wieder. „Dieses Teleskop positioniert sich selbst“, betont Bergthal abschließend nach einem interessanten Rundgang.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen