Schauen mit gemischten Gefühlen in die Zukunft (von links): Ralph Wurster, Geschäftsführer Südwestmetall-Bezirksgruppe Schwarzwa
Schauen mit gemischten Gefühlen in die Zukunft (von links): Ralph Wurster, Geschäftsführer Südwestmetall-Bezirksgruppe Schwarzwald-Hegau; Gerhard C.C. Warnke, Maico Schwenningen; Joachim Schulz, Aesculap; Harald Marquardt, Marquardt GmbH Rietheim-Weilheim und Peer Michael Dick, Hauptgeschäftführer Südwestmetall Stuttgart. (Foto: Strohmeier)
Wilfried Strohmeier

Mit gemischten Gefühlen schauen die Arbeitgeber der Bezirksgruppe Schwarzwald-Hegau von Südwestmetall in die Zukunft. 27 Prozent prognostizieren einen erheblich schwächeren Auftragseingang, 33 Prozent einen etwas schwächeren und 20 Prozent einen gleichbleibenden für 2019.

Zur Mitgliederversammlung mit Rückblick auf das vergangene Jahr und Ausblick auf 2019 trafen sich die Mitglieder des Arbeitgeberverbandes in ihrem neuen Domizil in Villingen. Joachim Schulz, Vorsitzender der Bezirksgruppe und beruflich Vorstandsvorsitzender der Aesculap AG in Tuttlingen, umschrieb die Situation folgendermaßen: Man sei in einer Situation, in der sich das beständige Wachstum verändert, insgesamt befinde man sich an einem Wendepunkt. Er brach eine Lanze für die EU und rief die Bürger auf, zur Europawahl zu gehen und für Europa abzustimmen. Bezüglich der Märkte ergänzte sein Stellvertreter Harald Marquardt, Geschäftsführer der Marquardt GmbH: „Wir dürfen uns in Europa nicht auseinanderdividieren lassen.“

Der Bezirksverband nahm eine Konjunkturumfrage unter seinen 83 Mitgliedsfirmen vor, in denen rund 35 000 Beschäftigte im Lohn stehen. Wobei Joachim Schulz davon ausgeht, dass die Umfrage eher konservativ beantwortet wurde. Die Antwortquote lag bei 41,89 Prozent und damit sehr gut. Neben den bereits genannten Zahlen erwarten 17 Prozent einen besseren Auftragseingang, mit einem Plus bis zehn Prozent, drei Prozent erwarten einen erheblich besseren mit einem Plus, das über zehn Prozent liegt. Beim Umsatz erwarten 26 Prozent einen erheblich schwächeren (Minus 30 Prozent und mehr), einen etwas schwächeren (10 Prozent), etwa gleich sehen den Umsatz 19 Prozent und einen besseren erwarten 29 Prozent der Mitgliedsfirmen.

Unterschiedlich – je nach Branche – wirken sich bei den Arbeitgebern die Trump-Drohungen aus. Während laut Schulz sein Unternehmen noch nicht darunter leidet, verdeutlicht Marquardt die Zusammenhänge für die Autoindustrie. Indirekt sei sein Unternehmen voll betroffen, und dies brachte im ersten Quartal einen Umsatzrückgang im Millionenbereich. Die SUV von deutschen Unternehmen, die nach China geliefert werden, werden seinen Angaben zufolge vor allem in den USA produziert. Durch die Strafzölle gab es einen Auftragsrückgang.

Die US-amerikanischen Autobauer sind weniger betroffen, da viele von diesen Joint-Venture-Unternehmen mit den Chinesen hätten, es trifft jedoch die Mitarbeiter. Marquardt geht davon aus, dass die US-Regierung weiß, wen sie mit den Maßnahmen trifft.

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