Dekanatskirchenmusiker Peter Hirsch stimmt in der katholischen Kirche St. Franziskus mit dem Kirchenchor und einem Orchester z
Dekanatskirchenmusiker Peter Hirsch stimmt in der katholischen Kirche St. Franziskus mit dem Kirchenchor und einem Orchester zur Premiere der neuen Lentner-Orgel Mozarts Missa brevis in C-Dur an. (Foto: Bombardi)
Rainer Bombardi

Am Sonntag ist ein „Vater unser“, das jeder Gläubige in seiner Sprache sprechen sollte, einer der Höhepunkte des Patroziniums gewesen, das die Kirchengemeinde St. Franziskus anlässlich des 125. Jahrestags ihrer Weihe gefeiert hat. Es drückte die wechselvolle Geschichte, aber auch die Vielfalt einer Gemeinde aus, die immer wieder dazu bereit war, Großartiges auf die Beine zu stellen.

Zu einer der jüngsten Meisterleistungen gehört der komplette Neubau der mechanisch-funktionierenden Lentner-Orgel, welcher der Orgelbau-Förderkreis unter der Leitung von Georg Meissner realisierte. Zehn Jahre dauerte die Planungs- und Bauzeit des zwölf Tonnen schweren Instrumentes, dessen Gesamtkosten von 536 454 Euro sich zu mehr als zwei Dritteln von den Gläubigen, aus Erbschaften, von Spendern oder Gönnern zusammensetzte.

„Auf Grund des Umfangs dieses Engagements erhalten wir überregional Anerkennung und Beachtung. Hinzu kommen 15 Monate reine Bauzeit für eine Orgel, deren längste Pfeife 5,28 Meter und deren kürzeste Pfeife 6,5 Millimeter misst.“ Meissner beschrieb das Klangbild des Instrumentes mit seinen 33 Registern als sinfonisch.

Das Patrozinium nahm Pfarrer Michael Schuhmacher, der den Gottesdienst gemeinsam mit Diakon Christian Feuerstein und Pfarrer Luka Lucic zelebrierte, zum Anlass, das monumentale Instrument auf der Empore zu weihen. Die Orgelweihe war nicht der einzige Höhepunkt, den die Gläubigen während des Patroziniums erlebten. Unmittelbar nach dem Windfang des Haupteingangs bekam der sanierte und Jahrzehnte lang im Pfarrgarten stehende Urspungstaufstein wieder seine alte Funktion zurück.

Zudem bereicherte der Kirchenchor unter der Leitung von Dekanatskirchenmusiker Peter Hirsch gemeinsam mit einem Orchester aus Mitgliedern des Collegium Musicums Oberndorf und Bläsern aus der Region den Festgottesdienst. Zur Feier des Tages boten sie mit Wolfgang Amadeus Mozarts „Missa brevis C-Dur“ einen wahren Hörgenuss, der jeden Winkel des Gotteshauses mit Freude und Wohlklang füllte.

Einen besonderen Augenschmaus breitete sich am Erntedankaltar aus, vor dem sich frische Produkte vom Brot bis zu den Früchten präsentierte. Jugendliche der Seelsorgeeinheit waren noch am Samstag um seine Dekoration besorgt und erstanden Produkte aus der Region auf dem Wochenmarkt.

Voll Lob und Dank für die Gläubigen und Kirchenmitarbeiter war Pfarrer Michael Schuhmacher, der das Engagement als Basis eines lebendigen Gemeindelebens bezeichnete. Traditionell nutzte Schuhmacher das Patrozinium, um gegen Ende des Gottesdienstes die neuen Stelleninhaber der Seelsorgeeinheit vorzustellen, die aktuell 120 Mitarbeiter zählt. Nach dem Festgottesdienst endete das Fest mit diversen Pasta-Gerichten, Kaffee und Kuchen im Gemeindehaus.

Den Prolog zum 125. Geburtstag dieser katholischen Kirche in VS-Schwenningen gab es bereits am Freitagabend. Die profunde Geschichtskennerin Annemarie Conradt-Mauch referierte über die Geschichte der Katholiken in der ehemaligen Arbeiterstadt Schwenningen und ihrem Miteinander mit anderen Konfessionen.

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