Die Jugendstil-Villa, die seit Ende der 70er-Jahre als Jugendhaus in VS-Schwenningen dient, muss vor allem aus brandschutztechn
Die Jugendstil-Villa, die seit Ende der 70er-Jahre als Jugendhaus in VS-Schwenningen dient, muss vor allem aus brandschutztechnischen Gründen umfassend saniert werden. (Foto: Pohl)
Martina Zieglwalner

Eine erhebliche Summe muss die Stadt in die Hand nehmen, um den Brandschutz im Jugendhaus Spektrum in VS-Schwenningen zu gewährleisten. Mit 500 000 Euro sei auf alle Fälle zu rechnen, erklärte Baubürgermeister Detlev Bührer im Technischen Ausschuss. Dies sei aber immer noch um einiges billiger als ein von Gemeinderäten ins Spiel gebrachter Neubau.

Ob der Bau einer Außentreppe, um die nur bis Ende 2020 genehmigte provisorische Fluchttreppe zu ersetzen, eine Brandmeldeanlage, eine Sicherheitsbeleuchtung, der Austausch von Brandschutzelementen oder die Instandsetzung der haustechnischen Anlagen, in einem ersten Gutachten sind zahlreiche Arbeiten aufgeführt, die es umzusetzen gilt. Um die genauen Kosten zu ermitteln und den Ablauf des Umbaus festzulegen, seien nun weitere Planungen erforderlich, erläuterte Bührer.

Nach den ersten Schätzungen des Amts für Gebäudewirtschaft (GHO) und Hochbau seien zwischen 500 000 und 600 000 Euro erforderlich, um die Villa brandschutztechnisch aufzurüsten. Dies rief denn Dietmar Wildi (CDU) auf den Plan: Es sei kompliziert, das alte Jugendstilgebäude mit seinen vielen Stockwerken zu modernisieren. Es könne doch sinnvoller sein, es zu verkaufen und einen Neubau zu schaffen. Auch sein Parteikollege Bernd Hezel spielte mit dem Gedanken, das Jugendstilhaus des Uhrenherstellers Jakob Haller wie einige der anderen Fabrikantenvillen in VS-Schwenningen zu privatisieren und eine Ersatzlösung zu suchen. In diesem Fall seien die Investitionen aber erheblich höher, entgegnete Bührer. Da heiße es zunächst, in Zusammenarbeit mit dem Amt für Jugend, Bildung, Integration und Sport (Jubis) ein Raumprogramm und die Planungen zu erarbeiten. Und auch ein Ersatzbau müsse dem Brandschutz Rechnung tragen, die Kosten für einen Brandmelder oder einen zweiten Rettungsweg fielen ebenso an, führte GHO-Amtsleiter Dieter Kleinhans ins Feld. So sei die Stadt gleich bei einer ganz anderen Größenordnung.

Und für den SPD-Fraktionsvorsitzenden Edgar Schurr gehören Jugendhäuser in die Innenstädte. Ihm sei in VS-Schwenningen weder ein Gelände noch ein Gebäude bekannt, das als Ersatz für das Spektrum dienen könne. Zumal es die Aufgabe der Stadt sei, die denkmalgeschützte Villa mit dem bisherigen Nutzungskonzept zu erhalten. Wenn die Anforderungen erst erfüllt seien, stehe das Gebäude gut da und lasse sich noch über viele Jahre als Jugendhaus nutzen, setzte sich Bührer für die Investitionen in den Brandschutz ein. Auch Wildis Befürchtung, dass das Spektrum durch die Discoabende in Sachen Lärmschutz dasselbe Schicksal wie die Scheuer erleiden könnte, entkräftete er. Bisher habe es keine Beschwerden wegen der Lautstärke gegeben.

Schließlich stimmte der Ausschuss einstimmig zu, 75 000 Euro von den 2018 für die Planung zur Verfügung gestellten Mitteln in Höhe von 146 000 Euro in den Etat für 2019 zu übertragen, um die Arbeiten zu konkretisieren. Rechtzeitig vor den neuen Haushaltsberatungen lege die Verwaltung einen Projektbeschluss mit den detaillierten Kosten für die Arbeiten vor.

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