Michael Schonhardt, Henry Greif, Hannah Maier mit Aaron und Victoria, Kathrin Merkle und Klaus Richter (von links) sind Akteure
Michael Schonhardt, Henry Greif, Hannah Maier mit Aaron und Victoria, Kathrin Merkle und Klaus Richter (von links) sind Akteure bei der theatralischen Stadtführung „Des Wächters Runde“, die im nächsten Jahr wieder acht Mal veranstaltet wird. (Foto: Heinig/sbo)
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Dass „Des Wächters Runde“ einmal zu einer der beliebtesten Stadtführungen werden würde, die alljährlich viele Hundert Menschen anzieht, dass hätten sich vor 15 Jahren die Gründer rund um Gunther Schwarz nicht träumen lassen. Karten für die acht Führungen in 2020 gibt es im Vorverkauf am Samstag, 7. Dezember.

In diesem Jahr konnte man die 125. „Spielung“ feiern, bei der das Publikum durch Villingen zu Beginn des 16. Jahrhunderts geführt wird. Henry Greif, Klaus Richter, Anselm Säger und Uli Peuser vom Technikteam sind von Anfang an dabei und bis heute Teil eines rund 40-köpfigen Teams. Im März und Oktober, wenn es an den Abenden früher dunkel wird, ist die hohe Zeit des Nachtwächters. Diese Rolle hatte viele Jahre Lambert Hermle inne, vor vier Jahren löste ihn Michael Schonhardt ab.

Grundlage für „Des Wächters Runde“ ist die Nacherzählung der Villinger Geschichte. Wenn der Kaufmann Vaz Wöhrlin (Klaus Richter) am Riettor um Einlass bittet und Nachtwächter Balthasar Schwarzer (Michael Schonhardt) ihn zu seiner Herberge bringt, in der er die Nacht bis zum Markttag verbringen kann, dann erlebt man die Stadt, wie sie im Jahre 1501 funktionierte. „Unsere geschichtlichen Daten sind authentisch“, betont Henry Greif. Er selbst schlüpft während des dreistündigen Rundgangs in gleich zwei Rollen: Er ist der Jude Salomon, der im Pfarrgarten des Münsters, dem einstigen Judenviertel, angetroffen wird, und er ist der Rottweiler Steinmetz Cunrad Rötlin, der gerade an der Münsterkanzel arbeitet. Für den Bauernführer Joos Fritz gewann man inzwischen Uli Kienzler, und Roland Brauner wird im nächsten Jahr erstmals den Grafen Berthold geben. „Wir sind immer auf der Suche nach Schauspielern“, sagt Henry Greif und liebäugelt damit, auch für sich Nachfolger zu finden.

Das auf 90 Personen beschränkte Publikum trifft am Georgstor (Oberes Tor) auf eine singende Pilgerschar, erlebt eine schaurige Hexenverbrennung mit und erfährt zum ersten Mal die Namen der 64 in Villingen Hingerichteten. Spektakulär: Vom Romäusturm seilt sich der klettererfahrene Anselm Säger alias Remigius Mans ab. Gaukler, Musiker, Chorsänger, Feuerkünstler und Jongleure machen den Rundgang zu einem Erlebnis, von dem so mancher Stammgast „ein ganzes Jahr lang zehrt“, weiß Michael Schonhardt dank entsprechend begeisterter Rückmeldungen. Zum Abschluss der Runde ziehen Darsteller, Mitwirkende und Zuschauer in den Spitalkeller am Elisabethenturm, der im Mittelalter „Zur Schwarzen Mohrin“ hieß, und erleben bei Speis und Trank noch rund eine Stunde lang „Spectaculum und Kurzweyl“.

Wer das historische Spektakel miterleben will, der sollte sich am Samstag, 7. Dezember, den Wecker stellen. Ab 9 Uhr werden im Laubengang vor dem Franziskaner die Karten à 15 Euro abgegeben. Ab 8.30 Uhr verspricht der Chor Unterhaltung. Vom eingenommenen Geld werde in „Gewandungen“ investiert, Ersatzbeschaffungen getätigt und ein „Nowisele“ finanziert, aber vor allem für den Gemeinnutz gespendet, verkündet Michael Schonhardt.

Die „Spielungen“ 2020 finden immer donnerstags und freitags, 19., 20., 26. und 27. März sowie am 15., 16., 22. und 23. Oktober statt. Beginn ist jeweils um 19 Uhr, der Startpunkt ist das Riettor.

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