Der geplante Solarpark sorgt für Diskussionen.
Der geplante Solarpark sorgt für Diskussionen. (Foto: dpa)
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Bei der Diskussion über den Solarpark Spitalhöfe in Pfaffenweiler kochten im Technischen Ausschuss die Emotionen hoch. Nach langer Diskussion einigte sich das Gremium, das Verfahren zurückzustellen und zunächst einen Suchlauf zu starten, welche Flächen für solch eine Photovoltaikanlage geeignet sind.

Mit einer Gegenstimme habe sich der Ortschaftsrat Pfaffenweiler nach intensiven Beratungen für die Einleitung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanverfahrens ausgesprochen und gleichzeitig das Gelände für die geplante Photovoltaik-Anlage auf zehn Hektar begrenzt, erläuterte Armin Schott, Leiter des Stadtplanungsamts. Der Eigentümer wolle die bisher landwirtschaftliche Fläche in Zukunft nur noch extensiv nutzen und habe einen Investor für den Solarpark gefunden. Aus seiner Sicht ist das Gelände für eine solche Anlage geeignet, sowohl die Größe als auch den abgelegenen Standort betreffend. Viele Flächen gebe es vermutlich nicht, die sich für ein solches Projekt anbieten, sagte Schott.

Im Ausschuss stieß der von der Verwaltung eingebrachte Beschlussantrag auf Gegenwind. Eigentlich sei es nicht Usus, sich gegen den Ortschaftsrat zu stellen, betonte Dietmar Wildi, CDU. Aber seine Fraktion sei gegen die weitere Umnutzung landwirtschaftlich genutzter Felder für die Energieerzeugung. Gerade die Biolandwirtschaft sei auf die klein parzellierte Struktur angewiesen, die immer mehr verschwinde.

Ähnlich argumentierten auch Julia Decke, FDP und Andreas Flöß, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, die großflächige Photovoltaikanlagen auf weniger wertvollen Flächen beispielsweise entlang von Straßen den Vorzug geben. So brachte Flöß den Antrag ein, auf der gesamten Gemarkung von Villingen-Schwenningen nach geeigneten Standorten für Photovoltaikanlagen zu suchen. Unterstützung fand dieser Vorstoß bei der SPD, angesichts des steigenden Flächenverbrauchs heiße es, solche Projekte planvoll umzusetzen, erklärte der Fraktionsvorsitzende Edgar Schurr.

Auf Unverständnis stieß diese Haltung bei den Grünen. Der Solarpark könne Pfaffenweiler und einen Teil von Tannheim mit Strom versorgen, unterstrich Elif Cangür.

Um dem Investor die Chance offen zu halten, sich mit dem Projekt zeitnah dem Wettbewerb der Bundesnetzagentur stellen zu können, schlug Schurr vor, nicht jetzt über das weitere Bebauungsplanverfahren abzustimmen, wie es die Freien Wähler gefordert hatten, sondern den Beschluss zurückzustellen. Diesem Kompromiss schloss sich der Ausschuss mit zehn Ja- und sechs Neinstimmen an. Bei zwei Enthaltungen gab er grünes Licht für den Antrag der Freien Wähler, nach möglichen Standorten Ausschau zu halten und Mittel für das Gutachten bereitzustellen.

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