SERC-Stürmer Pfaffengut hofft weiter auf WM-Teilnahme

Getrennte Wege: Während Daniel Pfaffengut weiter im Kreis der Nationalmannschaft ist und auf die WM-Teilnahme hofft, steht Boaz
Getrennte Wege: Während Daniel Pfaffengut weiter im Kreis der Nationalmannschaft ist und auf die WM-Teilnahme hofft, steht Boaz Bassen (rechts) nur noch auf Abruf bereit. (Foto: Wittmann)
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Mit der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft haben die Schwenninger Spieler Daniel Pfaffengut, Boaz Bassen und Johannes Huß im Rahmen der WM-Vorbereitung zwei Testspiele in der Slowakei verloren. Zwei Akteure der Wild Wings sind aus unterschiedlichen Gründen nur noch auf Abruf dabei.

Für die Stürmer Pfaffengut und Bassen waren es die beiden ersten Länderspiele, die Deutschland am Wochenende im slowakischen Piestany bestritt. Verteidiger Johannes Huß hatte schon als Spieler der Düsseldorfer EG zweimal das Trikot mit dem Adler gegen die Schweiz getragen. „Es war cool, wieder bei der Nationalmannschaft zu sein. Es hat mit den Jungs dort Spaß gemacht. Wir haben einen Schritt nach vorne gemacht“, sagte Huß.

Bundestrainer Toni Söderholm setzte zum Start der WM-Vorbereitung ausschließlich auf Spieler von DEL-Klubs, die es nicht in die Play-Offs geschafft hatten. Das Trainingslager in Nürnberg war mit einem 24-Mann-Kader am Mittwoch begonnen worden. „Am Donnerstag waren wir zweimal auf dem Eis, am Freitag sind wir, den strengen Coronamaßnahmen geschuldet, mit zwei Bussen in die Slowakei gefahren“, sagte Huß.

Nach zehnstündiger Busanreise über 700 Kilometer erreichten sie Piestany. Dort wären die Corona-Regeln noch strenger gewesen. „Selbst in den Kabinen musste Maske getragen werden“, sagte Huß. Im ersten Test unterlag Deutschland nach Penaltyschießen 3:4. Der Ex-Schwenninger Daniel Schmölz (Nürnberg Ice Tigers) brachte die DEB-Auswahl in Front. In Überzahl gelang im ersten Drittel sogar das 2:0. Der 22-jährige Wild-Wings-Verteidiger Huß bildete mit dem Augsburger John Rogl ein Abwehrpaar. „Ich kenne John aus der Jugend, habe dort öfters gegen ihn gespielt“, sagte der Schwenninger. Der 24-jährige SERC-Stürmer Pfaffengut war mit dem Düsseldorfer Alexander Ehl und dem Kölner Lucas Dumont zu einer Angriffsreihe formiert. Das Schwenninger Eigengewächs, der 21-jährige Bassen, spielte mit den beiden Augsburgern Maximilian Eisenmenger und Marco Sternheimer.

Nach dem 1:3 im Mitteldrittel, Ehl traf für Deutschland, glich die Slowakei im Schlussabschnitt noch zum 3:3 aus. Im Penaltyschießen war der Treffer des Düsseldorfers Daniel Fischbuch zu wenig. „Wir haben dieses erste Spiel dominiert, leider waren ein paar falsche Schiedsrichterentscheidungen gegen uns“, befand Huß.

Im zweiten Spiel am Sonntag rückte Pfaffengut in eine Reihe mit dem Kölner Sebastian Uvira und dem Krefelder Alexander Blank. Bassen stürmte erneut mit Eisenmenger und DEG-Angreifer Maximlian Kammerer. Huß verteidigte wiederum mit Rogl. Kurz vor Ablauf des zweiten Drittels gelang Schmölz der Ausgleichstreffer. Im Schlussdrittel kam die Slowakei zum Siegtor. „Wir haben vielleicht etwas zu viele Strafen genommen, allerdings haben die Schiedsrichter auch wieder komisches Zeug zusammengepfiffen“, zeigte sich Huß von der Spielleitung alles andere als angetan.

Die Nationalmannschaft würde ein etwas anderes, offensiveres System als die Wild Wings unter Trainer Niklas Sundblad spielen. Huß: „In der Defensive ist das System gleich. In der Offensive agiert die Nationalmannschaft hingegen mit hartem Forechecking.“ Der Schwenninger Verteidiger zog sich eine leichte Verletzung zu und steht nur noch auf Abruf bereit. Gleiches gilt für Bassen, dem nach vorne etwas die Durchschlagskraft fehlte. Gut gefallen hat dem Bundestrainer Stürmer Pfaffengut, der auch in Phase zwei der WM-Vorbereitung weiter bei der Nationalmannschaft ist.

„Vom Ergebnis ist es enttäuschend, wenn die Jungs so viel Leidenschaft und Energie mitbringen. Dann wünscht man sich, dass man sich mit Siegen belohnen kann. Wir haben uns gesteigert von Spiel eins zu Spiel zwei. Es war eine coole Woche, wir haben viele neue Gesichter gesehen und es tut weh, dass man jetzt einige heimschicken muss. Vor allem, wenn die Jungs so positive Eindrücke hinterlassen. Wir haben Spieler gesehen, die eine Zukunft in der Nationalmannschaft haben. Es ist bei allen viel Arbeit, aber es geht Schritt für Schritt weiter.“

Ab Dienstagmittag beginnt Phase zwei der WM-Vorbereitung in Nürnberg. Es sollen bis zu zehn neue Spieler, etliche vom EHC Red Bull München, dazu kommen. SERC-Stürmer Pfaffengut ist weiter dabei und hat vielleicht die Chance, bei der Weltmeisterschaft aufzulaufen. Die WM findet vom 21. Mai bis 6. Juni im lettischen Riga statt. Deutschland ist mit Kanada, Finnland, USA, Lettland, Norwegen, Italien und Kasachstan in einer Gruppe.

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