Spitz bekommt im Mai 2017 den Paul-Harris-Preis von der damaligen Rotary-Club-Präsidentin Erika Faust für das soziale Engagemen
Spitz bekommt im Mai 2017 den Paul-Harris-Preis von der damaligen Rotary-Club-Präsidentin Erika Faust für das soziale Engagement der Stiftung überreicht. (Foto: ProKids-Stiftung/Heinig)
sbo

„Ein Jahrzehnt ist es her, dass der Schwenninger Unternehmer Joachim Spitz eine erfolgreiche Initiative in eine private Stiftung überführt hat. Sein Ziel: Er wollte Kindern aus armen Familien ein warmes Schulessen finanzieren. Das macht er bis heute, doch inzwischen ist die Stiftung noch vielseitiger.

„Unser Name ist Programm“, sagt Joachim Spitz, Gründer und Stiftungsratsvorsitzender. „Pro-Kids bedeutet, dass wir in allen Bereichen, wo es notwendig ist, für Kinder und junge Leute eintreten, die Probleme haben oder benachteiligt sind.“ Dafür setzt sich der Schwenninger Unternehme mit großem persönlichem Engagement ein. Er ist das Gesicht, das Herz und der Motor von „ProKids“. Und als solcher ein erfolgreicher Netzwerker, dem es gelungen ist, den CDU-Bundestagsabgeordneten Thorsten Frei als Schirmherr zu gewinnen.

Bei einer symbolischen Auftaktaktion kochte Spitz im VS-Schwenninger St. Elisabeth-Kindergarten Spaghetti für die Kindergartenkinder und sammelte in der Folge viele tausend Euro für arme Kinder. Die Initiative war angelaufen.

Die Leute fanden es von Beginn an gut, dass ihre Spenden in der Stadt blieben und unterstützen ProKids deshalb bis heute. Um sein soziales Engagement nachhaltiger und mit mehr Effizienz betreiben zu können, entschied sich Spitz, eine Stiftung zu gründen und drehte schon bei diesem Anlass ein ganz großes Rad – die Stiftungsurkunde überbrachte nämlich die damalige Bundesfamilienministerin Kristina Schröder höchstpersönlich. Ein zentrales Modul der Stiftungsarbeit ist heute der ProKids-Treff im Schwenninger Jugendhaus Spektrum, getragen von engagierten Ehrenamtlichen wie dem Ehepaar Lichte und Bea Baumgarthuber.

Armut und Arbeitslosigkeit wachsen, und parallel dazu verlieren familiäre Netzwerke an Stabilität – das führt dazu, dass Eltern und Alleinerziehende gerne auf die hier angebotenen Hilfsangebote zugreifen, zum Beispiel auf die Vermittlung von Kinderbekleidung und Spielzeug oder ein niederschwelliges Beratungsangebot und Hilfe in Notlagen. Ebenfalls im Jugendhaus läuft die von Pro-Kids geförderte Hausaufgabenbetreuung durch Erhard Bürk.

Auszeichnungen für Helfer

Welchen Stellenwert beide Projekte einnehmen, zeigt die Tatsache, dass sowohl Bürk als auch das Ehepaar Lichte mit dem Paul-Harris-Preis für soziales Engagement des Rotary Clubs Villingen-Schwenningen ausgezeichnet wurden. Folgerichtig ging diese Auszeichnung auch schon an Joachim Spitz und an Oliver Vlcek. Der ehemalige Box-Bundestrainer hatte das Projekt „Fight for your life“ ins Leben gerufen, das von Sportverbänden und dem Landkreis gefördert worden war, jedoch zwischenzeitlich an einer Finanzierungslücke zu scheitern drohte. Die ProKids-Stiftung sprang hier ein und nahm das musterhafte Sozialprojekt in ihr Portfolio auf, das Joachim Spitz vor wenigen Jahren durch eine Teenie-Mütter-WG im Wohnpark Neckarfair ergänzt hatte. Hier finden seitdem minderjährige Mütter mit ihren Kindern Unterschlupf, die nicht länger in einem problematischen heimischen Umfeld bleiben können, heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung.

Zwischenzeitlich hatte die Stiftung ein großes Mentoring-Projekt angeschoben und mit Hilfe vieler engagierter Ehrenamtlicher jungen Leuten mit Problemen auf dem Weg ins Berufsleben beigestanden. Ebenfalls für junge Leute attraktiv ist das jüngste Stiftungsprojekt: ein Street-Workout-Park am Vorderen See in Schwenningen, der mit großem Aufwand realisiert wurde und gut angenommen wird. Für die Stadtmeisterschaft im Street-Workout, die man zur Eröffnung organisierte, stand Oberbürgermeister Jürgen Roth Pate.

Babyklappe rettet vier Mal

Großes Ansehen hatte der Stiftung auch ihre Babyklappe in der Neckarstraße eingebracht. Die Klappe konnte im Franziskusheim eingebaut werden, wo sie permanent überwacht wird. Bislang haben unbekannte Mütter vier Babys in der Klappe abgelegt. „Das macht mich ganz besonders stolz und glücklich“, sagt Joachim Spitz mit Blick darauf, dass auf diesem Weg mutmaßlich vier Menschenleben gerettet wurden. Momentan laufen die Planungen für das große vorweihnachtliche Projekt der Stiftung, die Weihnachtswunschaktion. Die Geschenke, aus dem Erlös dieses Projekts finanziert, kommen ausschließlich Kindern aus hilfsbedürftigen Familien zugute. Dabei übernehmen Firmenpartner und Privatpersonen Geschenk-Patenschaften. Die Paten finden dabei an Wunschbäumen, die in örtlichen Banken aufgestellt werden, Weihnachtswunschkarten vor, kaufen die Geschenke und geben sie bei der Bank ab.

Die Bescherung erfolgt durch die helfenden Hände der ProKids-Stiftung. Für Joachim Spitz sei das einer der schönsten Momente im Jahr, denn, so sagt er, strahlende Kinderaugen seien für ihn der schönste Lohn.

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