Birgitta Schäfer, Monika Haas und Anita Neidhardt-März (von links) müssen die Schließung des Sozialkaufhauses „Jumbo“ zum Ende
Birgitta Schäfer, Monika Haas und Anita Neidhardt-März (von links) müssen die Schließung des Sozialkaufhauses „Jumbo“ zum Ende des Jahres verkünden. (Foto: Heinig)
sbo

Die gute Nachricht zuerst: Noch bis Ende des Jahres geht der Betrieb im Second-Hand-Markt „Jumbo“ in der Bahnhofstraße wie gewohnt weiter. Danach schließt er aber für immer.

Die Nachricht zu verkünden fällt den Vertreterinnen des Trägervereins „zur Förderung der Jugend- und Sozialarbeit im Evangelischen Kirchenbezirk Villingen“ nicht leicht. Man habe lange alles versucht, sagen die Vorstandsvorsitzende Birgitta Schäfer und ihre Stellvertreterin Anita Neidhardt-März. Doch die seit Jahren schon währende wirtschaftliche Schieflage des Marktes lasse den Betrieb nun nicht länger zu, denn „wir leben seit Jahren vom Vereinsvermögen“. Die Ursachen dafür seien mehrschichtig. Zum einen müsse man trotz günstiger Preise zunehmend mit dem Einzelhandel und dem Online-Angebot konkurrieren. Zum anderen habe sich das Kaufverhalten der Kunden verändert.

Qualität werde nicht mehr so hoch eingeschätzt, was zähle, sei der Preis, sagt Birgitta Schäfer. Besonders das Möbelsegment sei stark eingebrochen, zumal zum Beispiel Schrankwände zwar angeliefert, aber von jungen Wohnungseinrichtenden nicht mehr gewünscht werden. Und auch die gesetzlichen Vorschriften wurden zuletzt zum Problem. So könne man seit einiger Zeit keine Elektrogeräte mehr annehmen, sagt Geschäftsführerin Monika Haas, weil der Gesetzgeber eine umfangreiche Prüfung durch einen Elektromeister vorschreibe, den man nicht habe. Und eine Fremdvergabe treibe den Preis in die Höhe. Was bleibt ist also die Kapitulation. Den sieben Mitarbeitern in Vollzeit und zwei Teilzeitkräften habe man die traurige Nachricht bereits überbracht. Die meisten von ihnen wurden aus Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen durch die Agentur für Arbeit vom Verein in Lohn und Brot übernommen. Was aus ihnen ab Januar 2020 werde, stehe in den Sternen, bedauert Anita Neidhardt-März. Immerhin habe man für sie einen Beratungstermin bei der Arbeitsagentur bewirkt. Ungeachtet der Schließungspläne läuft der Betrieb des „Jumbo“ in den nächsten Monaten aber noch weiter, sowohl in der Annahme als auch im Verkauf. Von Montag bis Freitag ist von 10 bis 12.30 und 14 bis 18 Uhr geöffnet, samstags von 10 bis 13 Uhr. Vom 12. bis 31. August macht das Team Betriebsferien.

Der Secondhandmarkt ist das einzige Projekt des 1985 gegründeten Fördervereines. Auf welchem Gebiet und wie sich danach die Vereinsarbeit fortsetze, dazu gebe es derzeit zwar Ideen, „aber noch keine spruchreifen“, sagt die Vorsitzende.

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