Vor dem Landgericht Konstanz hat ein 29-jähriger Mann aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis einen umfangreichen Handel mit verschieden
Vor dem Landgericht Konstanz hat ein 29-jähriger Mann aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis einen umfangreichen Handel mit verschiedenen Drogen eingeräumt. (Foto: David-Wolfgang Ebener, dpa)
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Vor dem Landgericht Konstanz hat ein 29-jähriger Mann aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis einen umfangreichen Handel mit verschiedenen Drogen eingeräumt. Auch bezüglich anderer angeklagter Straftaten legte er ein Geständnis ab. Das Gericht verhängte sechs Jahre Haft und ordnete die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an.

Seine Kunden bediente der 29-Jährige zwischen August 2017 und Oktober 2018 vorwiegend im Kreisgebiet und im Raum Tuttlingen. Insgesamt handelte es sich bei den Verkäufen und Bestellungen um mehr als sieben Kilogramm Marihuana, sieben Kilogramm Amphetamin, 100 Gramm Kokain und 1000 Ecstasy-Tabletten. Auch dass er seinem damals erst 15-jährigen Bruder Marihuana „spendiert“ hatte, räumte der selbst drogenabhängige Mann ein. Zweimal versuchte er, sich einer Festnahme oder Polizeikontrolle zu entziehen. Dabei stand er unter Drogeneinfluss. Der Führerschein war ihm schon längst zuvor abgenommen worden. In einem Fall rammte er bei der Flucht mit seinem Auto durch einen Kreisverkehr ein Verkehrsschild und verursachte dadurch rund 1000 Euro Schaden.

Da nach seiner Festnahme ein Kampfmesser, ein Schlagring und ein Schwert bei ihm gefunden wurden, verurteilte ihn das Gericht wegen bewaffneten Drogenhandels. Er selbst hatte behauptet, das Messer habe vermutlich ein Kunde in seinem Auto vergessen. Und das Schwert habe er sich an die Wand hängen wollen. Zu dieser Zeit lebte er nur noch in Hotelzimmern oder bei Bekannten. Denn seine Freundin und die beiden gemeinsamen Kinder hatten ihn bereits nach der ersten Festnahme verlassen. Auch der Arbeitsplatz ging verloren.

Mit der Auflage, sich wöchentlich bei der Polizei zu melden, war er im November 2017 wieder freigelassen worden. Anstatt der Auflage nachzukommen, tauchte er unter und betrieb seine Drogengeschäfte weiter. Bis zu dem Absturz war er trotz regelmäßigen Drogenkonsums regelmäßig als Ungelernter in verschiedenen Branchen arbeiten gegangen. Viel von dem verdienten Geld sei für seine Sucht draufgegangen, erklärte er vor Gericht. Dazu habe er zuletzt täglich eine Flasche Schnaps konsumiert, und zeitweise sei er auch spielsüchtig gewesen.

Seit der zweiten Festnahme sitzt er bereits ein knappes Jahr im Gefängnis. In dieser Zeit habe er eingesehen, dass er sein Leben komplett ändern müsse: „Ich war meinen Kindern kein guter Vater und meiner Mutter kein guter Sohn“, stellte er reumütig fest. In drei Monaten kann er in den geschlossenen Maßregelvollzug zur Drogentherapie wechseln. Hält er sie zwei Jahre lang durch, könnte er vorzeitig auf Bewährung entlassen werden.

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