Die Schwenninger Wild Wings, hier Simon Danner (oben) mit dem Straubinger Alexander Dotzler, konnten bis zur Deutschlanbd-Cup-P
Die Schwenninger Wild Wings, hier Simon Danner (oben) mit dem Straubinger Alexander Dotzler, konnten bis zur Deutschlanbd-Cup-Pause von 17 Spielen nur zwei gewinnen – und sind abgeschlagen mit sieben Punkten Tabellenletzter. (Foto: Direvi)
Heinz Wittmann

Die Deutschland-Cup-Pause ist bei den in der Deutschen Eishockey-Liga spielenden Wild Wings traditionell die Zeit, Zwischenbilanz zu ziehen. Die fällt so schlecht wie nie aus. 15 von 17 Spielen wurden verloren, gerade mal 26 Tore erzielt.

Diesmal ist mit der Deutschland-Cup-Pause im November fast genau ein Drittel der Hauptrunde beendet. Die Zahlen des SERC sind wahre Horrordaten: Von 51 möglichen Punkten haben die Schwäne gerade mal sieben geholt. In den neun Auswärtspartien ergatterten die Schwenninger keinen Zähler. In der heimischen Helios-Arena konnte nur ein Sieg nach regulärer Spielzeit eingefahren werden: Am 21. Oktober ein 5:3 gegen Iserlohn. Am ersten Spieltag, 14. September, gab es noch einen 3:2-Erfolg nach Verlängerung gegen Nürnberg.

Das Hauptproblem der Wild Wings ist die Offensive, nur 26 Treffer, also gerade mal im Schnitt eineinhalb Tore pro Spiel, markierten sie, das ist viel zu wenig. Niemand konnte für die abgewanderten Will Acton und Damien Fleury in die Bresche springen, niemand ihre Tore schießen und auf dem Eis Verantwortung übernehmen. Am ehesten versuchte es noch Kapitän Simon Danner, dem ebenso wie Anthony Rech bislang vier Saisontore gelangen. Danner fällt jetzt aber aufgrund einer Schulterverletzung mehrere Wochen aus. Bester Scorer der Schwäne ist Ville Korhonen mit sieben Punkten (zwei Tore/fünf Assists). Indes, eine Führungsfigur war der finnische Neuzugang von Ässät Pori bislang noch nicht.

Der Rückstand auf Platz zehn, den Bremerhaven einnimmt, beträgt schon 15 Punkte. Das Überzahlspiel ist mit einer Erfolgsquote von 10,1 Prozent schwach. Nur die Grizzlys Wolfsburg sind im Powerplay schlechter (8,2 Prozent). Dabei ist noch nicht einmal eingerechnet, dass die Wild Wings in Überzahl vier Gegentore bekamen. Das beste Überzahlspiel der Liga ziehen die Eisbären Berlin mit einer Erfolgsquote von 20,5 Prozent auf.

In punkto Defensive sieht es beim SERC etwas besser aus. 59 Gegentore (Schnitt dreieinhalb pro Partie) ist nicht der schlechteste Wert. Iserlohn (70) und Wolfsburg (66) haben mehr Gegentore bekommen. Doch Torwart Dustin Strahlmeier, der in der vergangenen Saison ein ums andere Mal überragend hielt, konnte an die vergangene Runde bislang nicht anknüpfen.

Die finnischen Verteidiger Kalle Kaijomaa und Jussi Timonen sind nicht nur was die Offensive, sondern auch was die Defensive betrifft, meilenweit von den über weite Strecken guten Spielen der vergangenen Saison entfernt.

Immerhin, das Unterzahlspiel der Wild Wings ist ordentlich. Mit einer Erfolgsquote von 85,5 Prozent liegen die Schwäne auf Rang sieben. Das beste „Penalty-killing“ hat der EHC Red Bull München mit einer Quote von 92,7. Die Quote an gewonnen Bullys ist bei den Mannen vom Neckarursprung mit 44,4 Prozent auch schwach, nur die von Wolfsburg mit 44,38 schwächer. Am stärksten am Bullypunkt sind die Pinguins Bremerhaven mit 55,73.

Waren die Wild Wings in den vergangenen Jahren auch in Überzahl und am Bullypunkt schwach, so sind sie auch wieder konstant fair. Die Schwenninger schicken sich an, zum dritten Mal in Folge den Fair-Play-Pokal zu gewinnen, sind mit aktuell einem Schnitt von 8,2 Strafminuten pro Partie das fairste Team. Zum Vergleich die „bösen Buben“ aus Iserlohn kassierten im Schnitt 19,5 Strafminuten.

Zuschauerschnitt liegt bei 3302

Lediglich im Schnitt 3302 Zuschauer wollten die acht Heimspiele bislang sehen.In der vergangenen Saison kamen 3796 Fans im Schnitt bis zur Deutschland-Cup-Pause, in der Saison 2016/17 waren es noch 4031 bis Anfang November. Nun, die richtigen Eishockey-Monate kommen noch.

Trainer Pat Cortina hatte nach 15 Spielen mit den Wild Wings seinen Hut nehmen müssen. Sportmanager Jürgen Rumrich gelang es nicht, in den zwei Partien, die er das Team als Interimstrainer führte, zu punkten. Sollte der neue Trainer es schaffen, ein Feuer zu entfachen, die leidgeprüften Schwenninger Fans wären sicherlich die letzten, die ihre Mannschaft im Stich lassen. Allerdings muss vieles besser werden. Ab Dezember wird endlich das Schwenninger Toptalent Boaz Bassen für die Wild Wings in der DEL die Schlittschuhe schnüren. Und das Versprechen von Rumrich, dass die Wild Wings noch einen Top-Spieler verpflichten, gilt nach wie vor.

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