Der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat die Haltestellen in der Doppelstadt getestet.
Der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat die Haltestellen in der Doppelstadt getestet. (Foto: dpa)
sbo und Lea Kuenz

Was macht eine gute Haltestelle aus? Und wie sollte der Weg zur Haltestelle im optimalen Fall aussehen? Mit diesen Fragen setzt sich der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) im Projekt „Zu Fuß zur Haltestelle“ auseinander. Nun auch in Villingen-Schwenningen.

Der Leiter des Projekts, Philipp Kosok, und Mitarbeiterin Alisa Raudszus vom Bundesverband des VCD, schauen sich in ganz Deutschland die verschiedensten Haltestellen und Busbahnhöfe an. Dabei bewerten sie die Barrierefreiheit, die Aufenthaltsqualität, die Querungsmöglichkeiten und andere wichtige Faktoren der Haltestellen sowie deren Erreichbarkeit.

Das Projekt soll laut Philipp Kosok schon in so manchen Städten zur Diskussion über die Haltestellensituation zwischen Bürger und Gemeinderat geführt haben. Das Ziel des Projekts ist die Verdopplung der Fahrgastzahlen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bis 2030. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten Bus und Bahn sowie deren Haltestellen attraktiver für die Fahrgäste werden.

Am Dienstag präsentierte der VCD seine Ergebnisse bei der Haltestelle am Romäusring, einer der drei bewerteten Haltestellen in Villingen-Schwenningen. Außer der Haltestelle am Romäusring wurden die Bushaltestelle in der Harzerstraße in Schwenningen sowie der Busbahnhof in Villingen begutachtet.

Dabei schnitt der Villinger Busbahnhof mit 66 von 100 möglichen Punkten am besten ab. Die Haltestelle am Romäusring hingegen fuhr mit nur 55 Punkten das schlechteste Ergebnis ein. Bemängelt wurde, dass die Fahrgäste teilweise auf der Straße aussteigen müssen und die Haltestelle so klein sei, dass nur über eine Bustür ausgestiegen werden könne. Barrierefrei sei der Aus- und Einstieg zudem auch nicht.

Ein besonderes Anliegen für den VCD war aber die Verkehrssituation für Schüler. Denn bei der Haltestelle, die beim Gymnasium am Romäusring liegt, gebe es zwar eine Unterführung und einige Meter weiter eine Ampel, jedoch würden diese Möglichkeiten zur Überquerung der Straße von den Schülern kaum genutzt werden, so dass die meisten die Straße ein paar Meter von der Haltestelle entfernt überqueren würden, was ziemlich gefährlich sei.

Ein Lösungsvorschlag seitens des VCD könnte so aussehen, dass die rechte Fahrbahnspur zur neuen Haltestelle umfunktioniert werden würde, und der Bus so auf der mittleren Spur stehen würde.

Der Ergebnispräsentation am Dienstag wohnte nicht nur der Bundesverband des VCD bei, sondern auch der Kreis- und Landesverband sowie Alexander Schmid vom Grundflächen- und Tiefbauamt, die Behindertenbeauftragte Beate Bea und Fabian Wagner von der Hochschule Furtwangen. Alexander Schmid meinte, dass er offen für Gespräche sei.

Auch Beate Bea ist guter Dinge und kann sich gut vorstellen, dass einiges machbar sei. Sie bedauert es jedoch sehr, dass die Busse in dunklen Farben gehalten sind, da so der ÖPNV für Sehbehinderte noch mehr erschwert werden würde. Für dieses Problem wünscht sie sich baldige Verbesserung. In den nächsten Tagen wird der VCD dem Gemeinderat einen Abschlussbericht mit den zusammengefassten Ergebnissen zukommen lassen und ist für Fragen und Gespräche offen.

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