Lautstark ziehen die Demonstranten am Freitag durch Villingen.
Lautstark ziehen die Demonstranten am Freitag durch Villingen. (Foto: Volz)
sbo und Johannes Volz

Trotz Ferien demonstrierten viele Fridays for Future Teilnehmer gegen den Klimawandel in der Villinger Innenstadt. „Es ist immer schwierig in den Ferien die Leute zu mobilisieren. Viele sind im Urlaub„, so Mitorganisator Amarin Lawton. Er ist aber überrascht wie viele Teilnehmer doch gekommen sind.

„Gerechnet haben wir mit 20 Leuten, jetzt sind wir um die 40.“ Vielen Demonstranten ist es gerade wichtig, das Thema auch im Sommer aktuell zu halten. „Wir hatten letzte Woche Temperaturen von 42 Grad hier in Deutschland. Sowas kann doch nicht normal sein“, so Benjamin Bauhof, bei der Abschlusskundgebung am Münsterplatz in Villingen. „Leute, denen das Thema Klimaschutz wirklich wichtig ist, kommen auch trotz Ferien“, meinen die beiden Schwestern Janna und Leonie, die schon seit der zweiten Demonstration dabei sind.

Neben den Schülern sind viel Eltern dabei, um ihre Kinder zu unterstützen. Auch Lehrer nehmen an der Demonstration teil. Mark Voll, Lehrer an der Waldorfschule in VS-Schwenningen, nutzt die Chance in den Ferien demonstrieren zu können: „Sonst muss ich immer in der Schule bleiben, während meine Schüler demonstrieren gehen. Jetzt kann ich endlich selber dabei sein.“ Die Politik kümmere sich seiner Meinung nach nicht genug um den Klimawandel: „Alle reden nur, aber passieren tut nichts.“

Auch Julia Schatke, Lehrerin an der Klosterringschule in Villingen, unterstützt die Demonstranten. Sie war schon oft zusammen mit ihrer vierten Klasse auf den Demonstrationen. Dass die Schüler nur demonstrieren um die Schule zu schwänzen glaubt sie nicht: „Viele meiner Schüler setzen sich sehr mit dem Thema Umweltschutz auseinander und arbeiten die Fehlstunden auch nach.“ Sie sei eher stolz auf das Engagement ihrer Schüler.

Die Demonstranten fordern immer wieder die Zuschauer durch Sprechgesänge auf, sich der Demonstration anzuschließen. Dabei schlägt ihnen viel Sympathie entgehen. Franz Eisenbeil aus Dauchingen findet es gut, dass die Jungen den Politikern einmal zeigen, was wichtig ist. Ob er selber einmal mit demonstrieren geht, muss er sich noch überlegen. Aber auch kritische Kommentare wie: „Ihr seid alles Spinner“, müssen sich die Demonstranten anhören.

Dass Villingen-Schwenningen den Klimanotstand ausrufen könnte, wird auf der Demo diskutiert. Die beiden Studenten Markus Westhoff und Daniel Unruh befürworten diese Idee. Man dürfe sich danach allerdings nicht darauf ausruhen, sondern müsse auch Taten folgen lassen. Der Kritik vieler Leute, dass Fridays for Future keine konkreten Lösungsvorschläge biete, setzt Amarin Lawton entgegen: „Wir müssen keine Lösungen finden, wir sind Schüler.“ Die 14-jährige Schülerin Thora hat aus der Fridays for Future Bewegung schon Konsequenzen für sich gezogen. Seit Beginn der Demonstrationen vor fast einem Jahr, isst sie kein Fleisch mehr.

Gründung der Artists for Future in Planung

Um die Menschen nicht mehr nur durch Streiks und Demonstrationen für den Klimawandel zu sensibilisieren, plant man noch dieses Jahr die Gruppe Artists for Future zu gründen. Dabei sollen sich viele verschiedene Künstler aus VS zusammenschließen, um durch Kunst auf den Klimawandel aufmerksam zu machen. „Wir laden alle Künstler aus Villingen-Schwenningen ein, sich uns anzuschließen“, so Amarin Lawton. Auch er selber hat schon verschiedene Kunstaktionen umgesetzt. So haben sie letztens auf dem Münsterplatz so getan als würden sie sterben. Auf ihren Rücken stand dabei: „Killed by climate change“.

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