20 Stellen sind im Karriereportal der Stadt Villingen-Schwenningen ausgeschrieben.
20 Stellen sind im Karriereportal der Stadt Villingen-Schwenningen ausgeschrieben. (Foto: : sbo)
sbo

Wie sehr rumort es hinter den Kulissen der Stadtverwaltung Villingen-Schwenningen? Die Tatsache, dass gleich mehrere Schlüsselpositionen in den Rathäusern neu zu besetzen sind, stimmt Beobachter zumindest nachdenklich – und lässt andere an erste Auswirkungen an die unschöne Stellendebatte im Zusammenhang mit der Haushaltsverabschiedung denken.

„Existenziell wichtig“ seien die geforderten 68 zusätzlichen Personalstellen, so argumentierte Oberbürgermeister Jürgen Roth. Doch auf Antrag der CDU, der Freien Wähler und der FDP bewilligte der Gemeinderat Villingen-Schwenningen der Stadtverwaltung lediglich 40 neue Stellen.

Ein empörtes Raunen ging daraufhin durch die Amtsstuben in den doppelstädtischen Rathäusern. Haben daraus nun die ersten ihre Konsequenzen gezogen? Oder ist es einfach einer Häufung unglücklicher Zufälle zu verdanken?

Eine der vakant werdenden Stellen ist die des Leiters des Amtes für Straßenbau, Stadtgrün und Altlasten, Ulf Millauer. Gerade einmal eineinhalb Jahre im Amt, soll der Mittfünfziger nun seine Kündigung eingereicht haben. Eine der wichtigsten Positionen im Stadtbauamt einer Stadt, in der die sanierungsbedürftigen Straßen eines der größten Aufregerthemen im OB-Wahlkampf waren, muss damit neu besetzt werden.

Bereits bekannt war, dass auch die Wirtschaftsförderin Beate Behrens nur noch bis zum 30. Juni im Amt sein wird. Vorausschauend macht man sich bei der Stadtverwaltung hierzu schon jetzt Gedanken über die künftige Neubesetzung. Oberbürgermeister Jürgen Roth teilte auf Nachfrage unserer Zeitung mit, die „Stabsstelle für Marketing“ werde ausgeschrieben und dann so schnell wie möglich wiederbesetzt. Bis dahin werde eine Interimslösung angestrebt. „Wir haben so leistungsfähige MitarbeiterInnen bei uns, dass wir die Übergangszeit gut überbrücken werden“, meint Roth.

Die dritte, bald freie Stelle ist die des Referenten von Baubürgermeister Detlev Bührer, René Derjung. Erst im September war er gekommen, jetzt soll er schon wieder gehen. Weil Derjung „an entscheidender Schnittstelle zwischen den kommunalen Gremien, den zwei Dezernaten und zahlreichen Fachämtern sowie den städtischen Gesellschaften“ sitzt wie sein Chef, Bürgermeister Detlev Bührer, bei Derjungs Antritt erklärte, kommt auch dieser Funktion entscheidende Bedeutung bei.

Ebenfalls ein kurzes Gastspiel in VS hatte die Leiterin der städtischen Galerie, Vanessa Charlotte Heitland – die vierte Position, die es neu zu besetzen gilt. Nach nur eineinhalb Jahren hatte auch die Kunstexpertin ihren Rückzug angekündigt. Sie wolle sich beruflich und persönlich in eine neue Richtung orientieren, hatte sie im November erklärt und zum Jahresende 2019 gekündigt.

Doch nicht nur neues Personal, auch neue Lösungen werden dringend gesucht: Die Verwaltung erarbeitet derzeit ein Konzept, um die Auswirkungen der Stellenstreichungen durch den Gemeinderat für die Bürger möglichst gering zu halten, ließ Pressesprecherin Oxana Brunner auf Nachfrage unserer Zeitung wissen. Die vorgegebenen Kürzungen würden derzeit mit den Führungskräften diskutiert. Kündigungen, die sich auf die vom Gemeinderat vorgenommenen Stellenkürzungen beziehen, lägen noch nicht vor. Das Potenzial ist aber auch so groß: 20 Stellen sind im Karriereportal der Stadt schon jetzt ausgeschrieben, Tendenz steigend.

Meist gelesen in der Umgebung

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen