Leergefegte Cafés in der Villinger Innenstadt: Die Gastronomiebetriebe müssen ab Dienstag schließen.
Leergefegte Cafés in der Villinger Innenstadt: Die Gastronomiebetriebe müssen ab Dienstag schließen. (Foto: Eich)
sbo und Marc Eich

Die Corona-Krise trifft insbesondere die Gastronomie mit voller Wucht – denn die Lokale blieben in der Doppelstadt oftmals wie leer gefegt. Am Montagnachmittag folgte schließlich die Verordnung, dass die Gastrobetriebe – mit Ausnahmeregelungen bei den Speiselokalen – ab Dienstag schließen müssen.

Den Verordnungen – sowohl der Allgemeinverfügung der Stadt, welche unter anderem Veranstaltungen über 100 Personen untersagt, als auch die Rechtsverordnung des Landes hinsichtlich der Gaststätten – hat Jan Christoph Uhl, Inhaber der Expressguthalle und des Ostbahnhofs in VS-Schwenningen, schon vorgegriffen. So unter anderem am Freitag hinsichtlich der Schließung der Expressguthalle. Denn nachdem er über Stunden erfolglos versucht hatte, Informationen bei der Stadt zu erlangen, handelte er am frühen Freitagabend und verkündete, dass die Expressguthalle nicht geöffnet wird.

„Wir waren uns der Verantwortung gegenüber der Allgemeinheit bewusst und haben vorsorglich bis auf weiteres alles abgesagt“, erklärt Uhl. Der Inhaber ging gleich am Montag noch einen Schritt weiter und öffnete seinen Café schon gar nicht mehr – trotz des frühlingshaften Wetters und obwohl die Verordnung noch nicht in Kraft getreten war. Uhl: „Im Gegensatz zu anderen versuchen wir nicht so lange wie möglich für die Gäste da zu sein, sondern so schnell wie möglich wieder zurück zu kommen.“ Aus seiner Sicht, seien drastische Maßnahmen notwendig, um das Virus schnellstmöglich einzudämmen.

Beim Irish Pub in Villingen hat man sich schon am Montagnachmittag auf die Verordnung des Landes hinsichtlich der Schließung von Gastrobetrieben eingestellt. Demnach dürfen jene Lokale öffnen, bei denen sichergestellt ist, dass die Tische 1,5 Meter auseinander stehen und Kontaktpersonen im Falle einer Infektion nachverfolgbar bleiben. Genau das stellt man dort sicher. „Einen Tisch haben wir bereits rausgeräumt, zwei weitere haben wir gesperrt – wir sind vorbereitet“, verkündet Geschäftsführer Werner Hergert am Nachmittag. Auch die Liste für die Gäste, um Kontaktpersonen zu notieren, stehe schon zur Verfügung. Man sei mit anderen Gastro-Kollegen in Kontakt, um sich hinsichtlich der Umsetzung abzusprechen. Hergert vermutet, dass die Verordnung zunächst bis zum Wochenende gilt – möglicherweise stehen dann gar eine komplette Schließung von Amtswegen zur Debatte.

Profitieren nun Lieferdienste von der Krise? Aus Sicht von Rakesh Kumar von „Pizza Punit Express“ in Villingen nicht. „Die Bestellungen sind weniger geworden“, berichtet Geschäftsführerin Rakesh Kumar. Sie vermutet, dass viele Menschen große Mengen an Lebensmitteln selbst gekauft haben und deshalb nicht auf Lieferdienste angewiesen sind. Der Betrieb beteiligt sich dabei auch an der Möglichkeit einer kontaktlosen Lieferung.Demnach wird, wenn die Bestellung online bezahlt wurde, das Essen auf Wunsch vor der Haustüre abgestellt. „Manche Leute, vor allem die krank sind, machen das“, so Kumar. Auf diese Weise werden auch die Mitarbeiter geschützt.

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