619 Polizeistudenten werden in der Sporthalle am Campus Villingen-Schwenningen begrüßt.
619 Polizeistudenten werden in der Sporthalle am Campus Villingen-Schwenningen begrüßt. (Foto: Riesterer)
Fabian Riesterer

Die Hochschule für Polizei Baden-Württemberg verzeichnet mit 619 neuen Studierenden eine Höchstmarke. Grund hierfür ist eine Einstellungsoffensive des Landes. Die Neulinge wurden am Montag in der Sporthalle des Schwenninger Campus begrüßt.

Dieser 41. Studienjahrgang ist einer von „kurzfristig historischer Bedeutung“, erklärte Martin Schatz am Montagvormittag den 619 neuen Studenten der Hochschule für Polizei Baden-Württemberg. Von historisch sprach der Präsident der Bildungseinrichtung dabei, weil niemals zuvor so viele Neulinge begrüßt werden konnten. Und kurzfristig deshalb, weil an gleicher Stelle 2019 wohl nochmals 200 Studienanfänger mehr vor ihm sitzen werden.

Diese jährlich steigenden Zahlen (2017 waren es 544, im Jahr davor 434 neue Polizeistudenten) sind die Folge einer von der Landesregierung beschlossenen Einstellungsoffensive. Im Zuge derer ist vorgesehen, in den Jahren 2018 und 2019 jeweils 1800 Nachwuchskräfte (zuvor zwischen 1100 und 1400) in Baden-Württemberg einzustellen.

Dies stelle die Einrichtung wie auch ihren Standort VS vor Herausforderungen und fordere hinsichtlich des geplanten Hochschul-Ausbaus von den Studierenden „Flexibilität und Zusprüche, die zum Alltag gehören werden“.

Darauf ging auch der Leitende Ministerialrat Dietrich Moser von Filseck ein, der als stellvertretender Landespolizeipräsident einige Worte aus Sicht des Dienstherrn an die Studierenden richtete. Es gelte, die Räume auch über den Campus hinaus optimal zu nutzen. Er appellierte an die Studenten, sich stets einzubringen – gerade wegen der Größe des Studiengangs und seines damit einhergehenden großen Reservoirs an Wissen und sozialen Hintergründen – und wünschte eine „unvergessliche Zeit“.

Nicht nur mehr, sondern auch „neue Köpfe“ möchte die Polizei gewinnen. Deshalb, erklärte Martin Schatz, begründet die Einstellungsoffensive zudem den erneut gestiegenen Anteil der Polizeikommissar-Anwärter (PKA) unter den Neulingen. 419 dieser „Direkteinsteiger“ mit Abitur/Fachhochschulreife, die vorab eine neunmonatige Vorausbildung absolvieren müssen, begannen am Montag ihr Studium. Damit waren sie mehr als doppelt so viele als die 200 „Aufsteiger“ aus dem mittleren Polizeivollzugsdienst.

Nicht gestiegen hingegen ist der Anteil der Frauen. Zwar stellte Schatz die aktuell knapp mehr als 30-prozentige Quote dem einprozentigen Frauenanteil im ersten Hochschuljahrgang 1979 entgegen. Tatsächlich schwankt der Frauenanteil jedoch seit Jahren um die 30-Prozent-Marke. Laut Pressesprecher Frank Faras spiegle das jedoch den Anteil unter den eingehenden Bewerbungen wider. „Es ist ein Privileg, an der Polizeihochschule in VS zu studieren“, betonte Schatz. Das gelte für das mit einem Gütesiegel akkreditierte sowie von Absolventen und Dozenten positiv evaluierte Bildungs- wie auch Freizeitangebot.

Deshalb fordere die Hochschule ein über dem Durchschnitt liegendes Maß an Leistungsbereitschaft, ein positives Berufsverständnis, Aufrichtigkeit, Zivilcourage, Sportsgeist und ein äußeres Erscheinungsbild, das dem einer Führungsperson der Polizei entspreche. Neben dem Erwerb fachlicher Kompetenz, appellierte Schatz, gehe es um Gemeinschaftssinn und Teamgeist: „Bilden Sie ein Netzwerk. Lernen Sie, fahren Sie und feiern Sie gemeinsam!“

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