Der Spielplatz im Neckarpark ist am Donnerstagmittag verlassen. Das muss auch so sein, denn die Nutzung ist untersagt. Wie die
Der Spielplatz im Neckarpark ist am Donnerstagmittag verlassen. Das muss auch so sein, denn die Nutzung ist untersagt. Wie die Stadt mitteilte, werden in den kommendenTagen „Betreten verboten“-Schilder an allen 400 Spielplätzen der Stadt aufgestellt. (Foto: Pohl)
sbo und Michael Pohl

Den Aufruf, dass die Bürger wenn möglich zuhause bleiben sollen, befolgen längst nicht alle. Viele lassen sich vom sonnigen Wetter verleiten und verbringen ihre freie Zeit draußen – und das selten alleine. Das Risiko des Coronavirus ist noch immer nicht allen bewusst.

Die Anwohner im Neckarpark sind es gewohnt, dass es vor ihren Haustüren meist munter hergeht, schließlich ist das Areal permanenter Treffpunkt von Jugendlichen und ein beliebtes Ausflugsziel. Doch in Zeiten der Corona-Pandemie wirft das Verhalten einiger Bürger schon Fragen bei den Anwohnern auf. „Wir diskutieren alle über das Virus und hier im Neckarpark feiern die Jugendlichen ihre schulfreie Zeit“, sagt eine Anwohnerin.

Was sie noch am Mittwochnachmittag vor ihrer Haustür beobachtet hat, war am Donnerstag kurz nach der Mittagszeit nicht mehr so extrem zu sehen. Dennoch war der Neckarpark keinesfalls verlassen. Während auf der Wiese zwei Bruder sich eine Frisbee im Abstand von etwas 15 Metern hin und her warfen, spazierten andere mit ihren Hunden im Sonnenschein, ein Ehepaar sitzt auf einer Bank. Größere Gruppen, die sich permanent an einem Fleck oder gar auf den Wiesen im Park aufhielten, waren nicht zu sehen. Ebenfalls verlassen standen die Spielgeräte auf dem Spielplatz in der Nähe der Neckarhalle da. Auch hier scheinen sich die Bürger an die Anordnungen zu halten.

Ein anderes Bild ergibt sich allerdings am Vorderen See. Am Ufer sitzen mehrere Mütter gemeinsam mit ihren spielenden Kindern eng bei einander. Und auch eine Gruppe Jugendlicher ist dort anzutreffen, die ebenfalls nur Zeit miteinander verbringt. Der Schein des Neckarparks trügt also. Den Aufruf, zuhause zu bleiben, befolgen offensichtlich noch immer nicht alle. Und viele von ihnen vollkommen ohne Not.

Doch was tun, wenn das Hoffen auf die Einsicht alleine nicht reicht? Wie die Stadt bei einer Pressekonferenz am Donnerstag mitteilte, werden an allen 400 Spielplätzen der Doppelstadt Verbotsschilder aufgestellt. Wer die Plätze dennoch betritt und nutzt, habe mit erheblichen Strafen zu rechnen. Zudem würden aber auch öffentliche Plätze kontrolliert werden. „Es ist – Corona hin oder her – die Aufgabe des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD), diese Plätze zu kontrollieren“, sagt Pressesprecherin Oxana Brunner auf Nachfrage. Allerdings komme durch die zahlreichen Anordnungen momentan einiges auf den KOD zu, weshalb die permanente Kontrolle von Spielplätzen und Parkanlagen auch eine Kapazitätsfrage sei.

Darauf verlassen sollte sich jedoch niemand, denn nicht nur die städtischen Mitarbeiter haben in dieser Angelegenheit ein Auge auf die Situation. Immer wieder ist zu beobachten, dass auch Polizeistreifen an Parks und öffentlichen Plätzen langsam vorbeifahren und einen Blick darauf werfen, wer sich dort aufhält und ob sich Gruppen bilden. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, dass er sich nicht falsch verhält, der bleibt am besten zuhause.

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen