Klima- und Energieschutz soll in Villingen-Schwenningen vorangetrieben werden.
Klima- und Energieschutz soll in Villingen-Schwenningen vorangetrieben werden. (Foto: dpa)
sbo und Birgit Heinig

„Es geht jetzt los!“ Mit diesen Worten eröffnete Oberbürgermeister Jürgen Roth in der Neuen Tonhalle am Dienstagabend die konstituierende Sitzung in Sachen „European Energy Award“ (eea). Laut Beschluss des Gemeinderates im vergangenen Herbst soll sich das Oberzentrum innerhalb von vier Jahren das europäische eea-Gütezertifikat für die Nachhaltigkeit ihrer Energie- und Klimaschutzpolitik erarbeitet haben.

Dafür stellte man von Seiten der Stadtverwaltung ein Energieteam unter der Leitung von Petra Neubauer vom Stadtplanungsamt zusammen, außerdem einen „Beirat für nachhaltige Stadtentwicklung, Klimaschutz und Landwirtschaft“, in dem Vertreter aus dem Gemeinderat sowie aus 20 weiteren Verbänden und Organisationen – „ein Spiegel der Gesellschaft“ (Roth) - unterstützend tätig sein sollen.

Die Energieagentur Schwarzwald-Baar-Kreis begleitet den Einstieg in einen umsetzungsorientierten Prozess, der sich in sechs Maßnahmefeldern abspielen soll: Entwicklung und Raumordnung, Kommunale Gebäude und Anlagen, Ver- und Entsorgung, Mobilität, interne Organisation sowie Kommunikation und Kooperation. Ziel der ganzen Aktion soll eine Reduzierung von Kosten und CO2-Emissionen sein, ein höherer Einsatz von erneuerbaren Energien und die Schaffung eines Netzwerkes innerhalb der Kommune aus engagierten Akteuren und Interessengruppen. Zudem verspricht man sich vom Zertifikat einen Imagegewinn und so einen attraktiven, zukunftsfähigen Standort.

In den nächsten Wochen werde das Energieteam zunächst den Ist-Zustand gemäß eines 35-seitigen Maßnahmenkataloges ermitteln, gab Tobias Bacher von der Energieagentur die Richtung vor. Laut den eea-Regeln vergibt die Agentur Punkte für bereits umgesetzte energie- und klimaschutzrelevante Projekte, denen dann weitere folgen sollen.

Bei Erreichung von 50 Prozent der Maximalpunktzahl dürfe sich die Stadt bereits „Energie- und Klimaschutzkommune“ nennen, bei 75 Prozent winkt diese Auszeichnung mit dem Zusatz „Gold“.

Den Ideen aus dem Beirat seien dabei keine Grenzen gesetzt, ermunterte Petra Neubauer die Anwesenden, sich aktiv einzubringen. In einer der letzten Gemeinderatssitzungen vor der Sommerpause wolle er gerne erste Projekte vorstellen, sagte Jürgen Roth, goss aber sogleich Wasser in den Wein und verwies bei der Frage der Finanzierung auf den corona-gebeutelten Haushalt. Es gelte, einen strukturierten Prozess auf das Gleis zu setzen und dabei die Politik, die Verbände und die Landwirtschaft in einem Boot zu wissen.

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