Oberbürgermeister Jürgen Roth hat die Stadtführer-Urkunde von Rudolf Reim nicht unterschrieben.
Oberbürgermeister Jürgen Roth hat die Stadtführer-Urkunde von Rudolf Reim nicht unterschrieben. (Foto: Hagen)
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Wird eine Stadtführer-Urkunde zum Politikum? Dass OB Jürgen Roth die Urkunde von Rudolf Reim, dem Wahlkampfmanager seines Konkurrenten Jörg Röber, nicht unterschrieben hat, stößt Reim sauer auf.

In einem Leserbrief wandte sich Rudolf Reim an die Öffentlichkeit. Er schilderte, dass Jürgen Roth sich geweigert habe, seine Stadtführer-Urkunde nach „einer intensiven Ausbildung rund um die Geschichte unserer schönen Stadt VS“ zu unterschreiben. Bei der Urkunden-Übergabe sei ihm sofort aufgefallen, dass die Unterschrift des OBs gefehlt habe. „Über 20 neue Stadtführer haben diese Ausbildung erfolgreich absolviert. Nur meine Urkunde war nicht vollständig.“

Er habe an ein Versehen geglaubt, die Unterschrift dann im Rathaus nachtragen lassen wollen. Im ersten Anlauf sei Roth verhindert gewesen, weshalb Reim das Dokument im Rathaus gelassen habe. Nach der Info, dass das gute Stück abholbereit sei, staunte er: Er habe aus dem OB-Büro erfahren, „dass dieser meine Urkunde nicht unterschreibt“. Freundlicherweise habe sich Bürgermeister Detlev Bührer bereiterklärt das zu tun. Über die Gründe spekuliert Reim in seinem Abschlusssatz: „Ja, ich war nicht im Wahlkampfteam des Jürgen Roth.“ Damit konfrontiert, bezeichnete dieser Reims Spekulation hingegen als reines „Kopfkino“. Er habe die Urkunde in der Tat nicht unterschreiben wollen, weil er der Auffassung sei, dass er das, ohne vorher eine Prüfroutine durchlaufen und seine Checkliste für solche Fälle abgearbeitet zu haben, nicht guten Gewissens tun könne – schließlich sei das eine Ernennung und gehe es auch darum, wer die Stadt als Stadtführer repräsentiere. Bei allen anderen habe er diese Prüfung vollzogen und daher guten Gewissens unterschreiben können. Wenn Bührer nun Reims Urkunde unterzeichnet habe, sei letzterer doch am Ziel, so Roth lapidar.

Das Kopfkino, das Reim angesichts dieser Sache jedoch in Gang gesetzt habe, bestätige ihn in seiner Auffassung. „Welche Auffassung, dass Sie ihn nicht ernannt hätten?“, lautete die Frage im Gespräch seitens der Redaktion. „Genau – oder zumindest noch nicht!“, so Roths Antwort.

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