Marc Eichund Cornelia Spitz

Es geht dagegen. Mit Start der Bewerbungsphase um Mitternacht auf den Samstag landete die erste Bewerbung um das Oberbürgermeisteramt im Briefkasten des Villinger Rathauses – und es sollte nicht die einzige am Wochenende bleiben.

Marina Kloiber-Jung und Jürgen Roth haben es schon mitten in der Nacht getan: Die beiden Anwärter auf das Amt des Oberbürgermeisters haben am Samstag kurz nach Mitternacht beim Rathaus ihre Bewerbungen eingeworfen. Roth erwies sich als Gentleman: Kloiber-Jung, die bislang einzige weibliche Kandidatin, hat dabei nämlich klassischerweise den Vortritt erhalten. Nachdem die Mitarbeiter des Rathauses überprüft hatten, dass vor Mitternacht noch keine Bewerbung eingegangen und der Briefkasten somit noch leer war, konnte die 35-Jährige zur Tat schreiten.““Das lass’ ich mir natürlich nicht nehmen, das ist meine erste Bewerbung um 0 Uhr“, erklärte die derzeitige Betriebsleiterin der Technischen Dienste der Stadt vor Ort. Mit einem „und weg ist sie“ sowie einem Lächeln versenkte sie den Umschlag im Briefkasten und war somit die erste (offizielle) Kandidatin der Oberbürgermeisterwahl.

Ebenso gut gelaunt trat Jürgen Roth, Bürgermeister von Tuningen, an den Briefkasten und warf seine Bewerbung dort ein. Nach dem Wunsch auf einen „guten Wahlkampf“ verabschiedete sich der 55-Jährige von Kloiber-Jung – und der ungewohnte, politische Trubel zur nächtlichen Zeit am Villinger Münsterplatz war damit beendet.

Doch lange ruhig blieb es am Münsterplatz nicht. Bereits am Samstagvormittag um 11 Uhr, zur besten Marktzeit, schritt auch Gaetano Cristilli zur Tat. Der Geschäftsführer des FC 08 Villingen tat es nämlich auch und warf seine Bewerbungsunterlagen am Samstagvormittag ebenfalls ein. „Es ist soweit ...“, verkündete er später im Internet.

Am Sonntag schlug auch die Stunde für Jörg Röber. Der Mann, der noch der persönliche Referent des amtierenden Oberbürgermeisters Rupert Kubon ist und diesen im Amt beerben möchte, hat seine Bewerbung ebenfalls eingetütet und am Sonntagvormittag um 11 Uhr eingeworfen.

Fridi Miller, die Dauerkandidatin aus Baden-Württemberg, die bei Wahlen im ganzen Land antritt, hat ihre Kandidatur ebenfalls angekündigt. Ob sie ihre Unterlagen schon auf den Weg gebracht hat, ist allerdings nicht bekannt. Ob es bei diesen vier Kandidaten plus der erwarteten Bewerbung von Fridi Miller bleibt, oder weitere Bewerber dazukommen, bleibt abzuwarten. Noch bis zum 10. September können sich Interessenten bewerben.

Spannend wird indes, wer ganz oben auf dem Wahlzettel steht, denn die Tatsache, als Erster seinen Umschlag eingeworfen zu haben, gilt nicht automatisch als Ticket für die erste Zeile auf dem Wahlzettel. Hier muss nun nämlich tatsächlich das Los entscheiden, denn: „Bewerbungen, die von Samstag, 7. Juli, 0 Uhr, bis Montag, 9. Juli, vor 7.30 Uhr, eingehen, sind zur sogenannten Fiktionszeit eingegangen und zählen damit als zum gleichen Zeitpunkt eingegangen“, erklärt die Pressesprecherin der Stadtverwaltung Madlen Falke mit Blick auf die Kommunalwahlordnung. Über deren Reihenfolge also muss nun der Gemeindewahlausschuss per Los entscheiden.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen