Da kommt nicht nur bei Insekten Freude auf: Ellen Claaßen vor ihrer üppigen Blumenwiese.
Da kommt nicht nur bei Insekten Freude auf: Ellen Claaßen vor ihrer üppigen Blumenwiese. (Foto: Eich)
Eva-Maria Huber

Ralf und Ellen Claaßen sieht man kaum hinter ihrer üppig blühenden Blumenwiese. Wenn alle VS’ler und Auswärtigen, die beim Projekt „VS blüht auf“ mitmachten, auch erfolgreich ausgesät haben, dann kommt eine schöne Fläche zusammen.

Oxana Brunner von der Pressestelle der Stadt VS stellt nur gerne die Rechnung auf im Zusammenhang mit dem Projekt „VS blüht auf“, das die Stadt im Frühling dieses Jahres startete. „Wenn alle Päckchen erfolgreich ausgesät wurden, dann kommen wir auf eine blühende Fläche von 18 000 Quadratmetern im Gesamtgebiet und auch in anderen Städten und Dörfern. Das entspricht in etwa der Größe von drei Sportplätzen“, ergänzt sie. Die Mischung aus über 20 verschiedenen Blumenarten erblüht in den Wappenfarben der Stadt Villingen-Schwenningen erblühen.

Reißender Absatz

Die sorgfältig abgestimmte Blumenmischung fand nicht nur in VS reißenden Absatz, auch Besucher der Südwestmesse ließen gerne die Päckchen mitgehen. „Die Resonanz auf das Angebot war sehr, sehr gut“, freut sich Oxana Brunner auch mal über durchweg erfreuliche Reaktionen von Seiten der Bürger. „Wir haben viele Mails bekommen, Anregungen ... und vor allem viel viel Lob.“ Für sich spreche die Nachorder. Die ersten 3000 schönen Päckchen seien schnell vergriffen gewesen, so Brunner. Weitere 3000 Päckchen kamen noch für die Messe dazu.

Ellen und Ralf Claaßen beobachten gebannt das rege Gewusel auf ihrem Blumenmeer, Kornblumen, etwas Salbei, dazwischen Mohn und Vergissmeinnicht. „Sieht doch wunderschön aus ...“, schwärmen die beiden von ihrem Vorgarten. Warum auch die Familie Claaßen mitmacht: „Die Anzahl der Insekten geht dramatisch zurück. Wir wollen VS zum Blühen bringen“, schreibt Claaßen in seinem Facebook-Blog „VS blüht auf“. Die neuen Blumenwiesen, so das Ziel des Projektes, sollen die biologische Vielfalt der Stadt steigern und insektenfreundlich sein: Bienen und andere Lebewesen sollen darin einen wichtigen Lebensraum finden.

Jeder kann Beitrag leisten

Denn: In den letzten 30 Jahren sei die Masse der Insekten in Deutschland Studien zufolge um mehr als 75 Prozent zurückgegangen. Sukzessive sollen Flächen nun in Blumenwiesen umgewandelt werden. „Durch die Schaffung insektenfreundlicher Blumenwiesen und die Erhaltung beziehungsweise Anpflanzung geeigneter Bäume und Sträucher kann jeder Einzelne einen kleinen, aber wichtigen Beitrag zum Gemeinwohl leisten“, hieß es aus der Stadtverwaltung.

Nicht alle Doppelstädter waren gleich so erfolgreich wie die Claaßens. Die einen hatten sich für die Mischung einen zu sonnigen Platz ausgesucht, bei den anderen hat’s die jungen Pflanzen buchstäblich verhagelt. „Zum Glück bekamen wir noch auf der Südwestmesse ein Päckchen“, erzählt eine Villinger Familie.

Blüht den Doppelstädtern auch im kommenden Jahr wieder etwas, erhält das Projekt eine Neuauflage, zumal es sich bei der Saatmischung um einjährige oder maximal zweijährige Pflanzen handelt? „Grundsätzlich ja“, entgegnet Oxana Brunner auf Nachfrage. Doch ob es dann auch wieder Gratistütchen geben wird, das stehe noch nicht fest.

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