Sieben Bäume sollen in der Sperberstraße bleiben wo sie schon immer waren.
Sieben Bäume sollen in der Sperberstraße bleiben wo sie schon immer waren. (Foto: Eich)
Eva-Maria Huber

War es das dann für die alten Baumriesen aus der Sperberstraße in Villingen? Das war die bange Frage von Naturschützern zu Jahresbeginn. Nun taucht ein geänderter Bebauungsplan auf. Und siehe da: Sieben Bäume sollen dort bleiben wo sie schon immer waren.

Es ist kurz vor dem Jahreswechsel, als Naturschützer in Alarmzustand sind. Die roten Striche auf allen Bäumen im Baugebiet der Sperberstraße verheißt ihrer Meinung nach nichts Gutes. Mehr als irritiert begutachtet auch Thomas Schalk, Mitglied im Vorstand des Landesnaturschutzverbands und NABU-Kreisvorsitzender, die nicht zu übersehenden roten Markierungen, die sich auf allen Bäumen auf der teils mehr als 50 Jahre alten Rinde abzeichnen. Soll der Baumbestand auf dem Baugrundstück komplett abrasiert werden? Schalk war sich sicher, dass dies die Pläne sind. Denn auf dem Bebauungsplan, den er im Dezember zur Stellungnahme vorliegen hat, war kein Baum mehr eingezeichnet. Und: Lediglich sechs neue Bäume sollten entlang des Baugrundstücks gepflanzt werden.

Rainer Müldner, Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft Wbg, reagiert damals jedoch prompt auf die Befürchtungen von Anwohnern und Naturschützern und beschwichtigt: „Es steht noch nicht fest, welche Bäume gefällt werden.“ Schalk pocht auf einen Ortstermin mit Mitarbeitern der WbG. Und bekommt ihn auch. Das Treffen findet statt, und kurze Zeit später bekommt er erneut einen Bebauungsplan zur Stellungnahme, atmet nicht nur auf, sondern wundert sich auch nicht schlecht. „Dabei haben sich einige bedeutsame Unterschiede zu dem Bebauungsplan ergeben, der dem NABU durch die Stadt Villingen-Schwenningen im Dezember zur Stellungnahme vorgelegt wurde.“ Der wichtige Unterschied zwischen den beiden Plänen: Zum einen sollen doch fünf und sieben Bäume erhalten bleiben und immerhin zwischen 13 und 15 Jungbäume gesetzt werden. Und: „Ich darf Vorschläge zur Bepflanzung und Begrünung machen.“ Schalks Empfehlung: „Pflanzen sie bitte richtige Bäume und keine kleinbleibenden Sorten.“ Der Ersatz solle die gleiche Wertigkeit haben, wie die noch auf dem Grundstück stehenden Bäume, er schlägt das Pflanzem von Linden, Stieleichen oder Rotbuchen und Salweiden vor.

Zu viel Platz für Autos? Dennoch gibt es in den Augen des NABU-Verbandes Schwachpunkte im veränderten Bebauungsplan Sperberstraße. Zum einen fragt sich Thomas Schalk, warum ein neuer Fußweg gefordert werde, wenn es Jahrzehnte keinen gegeben habe und „es auch ohne ihn funktionierte?“ Noch gravierender sind für den NABU die Vorgaben zum Parkraum. „Die für Parkplätze vorgesehene Fläche ist größer als die Grundfläche der Häuser.“ Konkret: Für die Autos werde mehr Platz benötigt als für die Gebäude der Menschen. Versteht sich von selbst, dass Schalk auch hier auf eine Korrektur hofft. Die Wohnungsbaugesellschaft möge überprüfen, ob nicht doch doppelstöckige Parkgelegenheiten im nördlichen Bereich realisiert werden können, dort seien 22 Stellplätze vorgesehen. „Schließlich fordern wir vom Bauträger und der Stadt VS ökologische Untersuchungen rechtzeitig in Auftrag zu geben, um aussagekräftige Gutachten zu erhalten.“

Die Stellungnahme des NABU ist das eine. Wie andere Träger öffentlicher Belange wird auch der Naturschutz zu Bebauungsplänen gehört. Das andere: der Gemeinderat. Das Gremium wägt ab, inwieweit die Anregungen oder Kritikpunkte auch in den Bebauungsplan miteinfließen. (sbo)

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