Fabian Riesterer

Die Franziskanerinnen von Bonlanden übergeben zum 1. Januar 2020 das Franziskusheim in VS-Schwenningen an die Stiftung St. Franziskus Heiligenbronn in Schramberg-Heiligenbronn.

Provinzoberin Witburga Mendler und Stiftungsvorstand Hubert Bernhard haben die 110 Mitarbeiter des Franziskusheims über die Zustiftung informiert, heißt es in einer Pressemitteilung. Vor 20 Jahren hatten die Schwestern von Bonlanden bereits ihr Kinderheim an die Heiligenbronner Stiftung übergeben. Nun folgen auch das Altenzentrum mit 80 Pflegeplätzen und Tagespflege sowie die Kindertagesstätte.

Witburga Mendler erläuterte in der Mitarbeiterversammlung die Beweggründe des Klosters zur Aufgabe des Hauses. Altenhilfeeinrichtungen stünden vor immer komplexeren Anforderungen an die Betreiber mit der inhaltlichen und wirtschaftlichen Gesamtverantwortung. Auf der anderen Seite verzeichne die Ordensgemeinschaft einen steigenden Altersdurchschnitt und fehlende personelle Ressourcen. So habe sich der Provinzrat der Franziskanerinnen „nach intensiver Prüfung zur Entscheidung durchgerungen“, das Franziskusheim abzugeben. Wichtigste Voraussetzung hierfür sei jedoch gewesen, „dass das Franziskusheim auch in Zukunft von einer christlichen Ausrichtung getragen wird“ und damit „die sehr gute Arbeit vor Ort fortgeführt wird“, heißt es weiter.

Die Stiftung St. Franziskus Heiligenbronn sei der Wunschpartner gewesen aufgrund der guten Erfahrungen im Rahmen der Zustiftung des Kinderheims Villingen-Schwenningen 1999 und wegen ihres christlich-franziskanischen Profils. Sie erstellte für das Kinder- und Familienzentrum im Schilterhäusle ein neues Domizil mit innovativem Konzept, das 2002 bezogen wurde. Inzwischen gehört es zum Aufgabenfeld der Jugendhilfe in der Stiftung St. Franziskus mit noch weiteren Angeboten und Einrichtungen. Auch Lothar Schropp, Leiter des Franziskusheims, betont, dass die Zustiftung seinerzeit sehr gut verlaufen sei.

Eine solche Neustrukturierung wird am Franziskusheim nicht nötig sein, sagt Schropp. „2004 haben wir im Haus eine Neukonzeption zukunftsweisend umgesetzt und so schon die aktuellen Vorgaben der Landesheimbauverordnung umgesetzt – vor allem Einzelzimmer mit eigenen Sanitärbereichen und die Umsetzung eines Wohngruppenkonzepts“, sagt der Einrichtungsleiter. Für die kommenden zehn Jahre dürfe im Franziskusheim während einer Übergangsfrist auf die gleiche Weise weiter gearbeitet werden. „An der täglichen Arbeit wird sich konkret nichts ändern.“

Die zur Übergabe bestehenden Arbeitsverhältnisse und Verpflichtungen werden von Heiligenbronn vollumfänglich übernommen, heißt es weiter. Die betriebliche Altersvorsorge der Mitarbeiter des Franziskusheims wird fortgeführt. Eine große personelle Veränderung wird es dennoch geben: „Unter dem neuen Träger werde ich nicht mehr tätig sein. Die Form, in der ich die Stelle ausübe, gibt es in den Leitungsstrukturen der Stiftung nicht. Sie hat andere Aufgabenbereiche und Kompetenzfelder“, erklärt Schropp. „Den Allrounder wie mich gibt es nur noch ganz selten, weil die angesprochene Komplexität immer mehr zu Spezialisierungen führt. Gerade deshalb bin ich froh über das Vertrauen und die Selbstständigkeit, die mir die Schwestern gegeben haben“, sagt Schropp.

Er hätte bereits eine Altersteilzeit geplant gehabt. Diese sei nun auf den Zustiftungstermin angepasst worden. Bis dahin werde er, der im Sommer in sein 30. Jahr als Einrichtungsleiter geht, in „intensiven Gesprächen mit dem neuen Träger den Übergang gestalten. Und um mich herum gibt es ja noch ein Leitungsteam. Das Gesicht des Franziskusheims sind seine Mitarbeiter, die Ehrenamtlichen und vor allem die Bewohner. Das wird auch immer so sein.“

Die Mitarbeitervertretungen beider Seiten haben keine Einwände erhoben, so dass der Trägerwechsel am Jahresende erfolgen kann. Der Zustiftungsvertrag befindet sich derzeit in Abstimmung. Die Stiftung sichert den langfristigen Fortbestand des Altenzentrums und der Kindertagesstätte zu. „Das ist am wichtigsten. Dem Franziskusheim die Weichen für eine gute Zukunft zu stellen, steht über allem“, betont Schropp. Auch die drei Ordensschwestern der Franziskanerinnen von Bonlanden werden weiter im Franziskusheim wohnen. „Das ist ein weiteres gutes Zeichen, das beweist, das die Stiftung den Geist des Hauses fortführen möchte“, freut sich der Einrichtungsleiter.

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