Centermanagerin Sarah Hildbrand fühlt sich im City-Rondell bereits wohl.
Centermanagerin Sarah Hildbrand fühlt sich im City-Rondell bereits wohl. (Foto: Kratt)
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Seit einigen Wochen ist Sarah Hildbrand neue Centermanagerin des City-Rondells. Dort hat sie viel vor – für Mieter, Kunden – und für die Zeit, wenn das Forum VS nur einige hundert Meter entfernt stehen wird.

Ein frischer Windstoß geht durch die Räume des Centermanagements im Obergeschoss des City-Rondells, als Sarah Hildbrand ihren neuen Arbeitsplatz zeigt, an dem sie zwei Tage pro Woche sitzt.

Frischen Wind, den will die 35-Jährige in der Tat ins City-Rondell bringen. Ende Mai hat sie die Nachfolge von Rudolf Haselbach angetreten, der in den Ruhestand gegangen ist. Doch der Centerleitungswechsel war in diesem Frühjahr nicht der einzige Umbruch im Einkaufszentrum in der Muslen: Wie berichtet, haben zudem Eigentümer und somit auch Verwaltung gewechselt.

Mittlerweile gehört das City-Rondell der Corestate Gruppe und wird von der Multi Germany GmbH mit Sitz in Düsseldorf als deutsche Organisation der Multi Corporation, eine führende paneuropäische und integrierte Service-Plattform für hochwertige Einkaufszentren, verwaltet. Multi ist bereits seit zwei Jahren der Arbeitgeber von Sarah Hildbrand: Seither leitet sie die Wilhelm-Galerie im umgebauten Postgebäude in Ludwigsburg. An drei Tagen pro Woche werde sie weiterhin dort vor Ort sein, berichtet sie.

Zwei Einkaufscenter zu leiten, das sei eine neue Herausforderung, auf die sich die studierte Immobilienfachwirtin sehr freue. Zumal die Wilhelm-Galerie nicht unbedingt mit dem City-Rondell zu vergleichen sei: Das Center in Ludwigsburg habe zwar mit 30 Läden ähnlich viele wie das Schwenninger, diese erstrecken sich aber auf größeren Ladenflächen, sodass die Wilhelm-Galerie, die es seit zwölf Jahren gibt, mit 19 000 Quadratmetern rund 7000 mehr hat als das City-Rondell.

Die City-Rondell-Verwaltung sei nicht nur für die Betreuung der Mieter, sondern auch für die externen Dienstleister, mitunter die Security, für die Haustechnik sowie für die Leitung Werbegemeinschaft – das Steuern von Marketingaktionen – zuständig. Froh ist die 35-Jährige, dass die übrigen Mitarbeiter – Assistenz und Hausmeister – von Multi übernommen wurden.

Ansprechpartner für die Mieter zu sein und stets persönlichen Kontakt zu pflegen, das sei ihr sehr wichtig. „Ich schätze den Umgang auf Augenhöhe, denn es ist ein stetiges Nehmen und Geben“, betont Hildbrand, die sich in allen Geschäften selber vorgestellt hat.

Natürlich habe sie auch vor, im Laufe der kommenden Monate an den Stellschrauben des rund 40 Jahre alten Einkaufszentrums zu drehen. „Ich möchte am Erscheinungsbild arbeiten, um es kunden- und mieterfreundlicher zu machen“, erklärt die Centermanagerin. Dazu sei die Zusammenarbeit mit der Werbegemeinschaft unabdingbar. Nicht nur am Design und somit an der Außenwirkung soll sich etwas ändern, sondern auch inhaltlich will sie mit gezielten, saisonalen Aktionen die Kunden ins City-Rondell holen. Der regionale Bezug ist ihr dabei sehr wichtig. „Ich kann mir gut vorstellen, auch Vereine wie die Wild Wings mit ins Boot zu holen“, beschreibt sie ihre Pläne.

Darüber hinaus könne sie sich eine Zusammenarbeit mit den benachbarten Schwenninger Händlern außerhalb des Einkaufscenters vorstellen. „Das City-Rondell ist schließlich nur ein Teil des Schwenninger Handels“, macht sie deutlich. Was macht eigentlich ein gutes Einkaufszentrum aus? Für Hildbrand ist es der Branchenmix. Neben Nahversorgern – im City-Rondell Drogerie und Apotheke – müsse es stets Gastronomie und das Zusatzsortiment Mode geben. „Man muss sich heute vom Onlinehandel abheben.“ Erfreut zeigt sich die 35-Jährige auch über den regionalen Metzger im City-Rondell. „Das ist definitiv ein Alleinstellungsmerkmal.“ Doch auch Ein-Euro- sowie Handyläden, die es ebenfalls in Schwenningen gibt, hätten ihre Daseinsberechtigung.

Bei den derzeitigen und möglicherweise kommenden Leerständen – Gerry Weber wird durch die deutschlandweite Insolvenz die Filiale im City-Rondell zum 31. Oktober schließen – sei es wichtig, dass die Verwaltung stets schnell reagiert und für Nachfolger sorgt. Für die Nachbesetzung der Flächen des Gerry Weber-Shops im Erdgeschoss liefen derzeit Gespräche, verrät die Centermanagerin.

Die Pläne für das Einkaufszentrum Forum VS im ehemaligen ’s Rössle sieht Hildbrand als konstruktiv für das City-Rondell an. „Es bringt nichts, dem Ganzen ängstlich entgegenzublicken, man muss es anpacken“, sagt sie optimistisch. Eines sei aber auf jeden Fall klar: Wenn das Forum VS tatsächlich gebaut werde, müsse sich das City-Rondell anders aufstellen und ein neues Konzept hervorbringen. Auch dazu liefen bereits Mietergespräche.

Die Leerstände in der Schwenninger Innenstadt finde sie zwar erschreckend, doch auch hier sieht Sarah Hildbrand keinen Grund zur Resignation: „Es ist genügend Potenzial da“, sagt sie, man müsse nur schauen, was und wie es gehen könnte.

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