Im Stadtwald am Breitbrunnen liegen rund drei bis vier Hektar Waldfläche.
Im Stadtwald am Breitbrunnen liegen rund drei bis vier Hektar Waldfläche. (Foto: : Stadt VS)
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Das Orkantief „Sabine“ hat in den Wäldern in und um Villingen-Schwenningen große Schäden verursacht. Details teilt die Stadtverwaltung mit.

„Für eine Schadensbilanz ist es noch zu früh, weil zunächst die Waldwege freigesägt werden müssten, um sich ein genaues Schadensbild zu machen“, erläuterte Tobias Kühn, Leiter des Forstamtes der Stadt Villingen-Schwenningen.

Auf das Forstpersonal und die Forstunternehmer warte ein arbeitsreiches Jahr, das in der ersten Jahreshälfte vor allem durch die Sturmholzaufarbeitung gekennzeichnet sein werde, sagte Kühn.

Auch im Privatwald habe es zahlreiche Schäden gegeben. Das Forstamt der Stadt Villingen-Schwenningen bittet daher die privaten Waldeigentümer, sich in den nächsten Tagen selbst ein Bild über die Schäden zu machen und möglichst rasch mit der Aufarbeitung zu beginnen.

„Die Zeit drängt, denn sobald das Frühjahr Einzug hält, fliegt der Borkenkäfer“, berichtet der Forstamtsleiter. Vom Sturm geworfene oder abgebrochene Bäume seien für die Borkenkäfer eine ideale Brutmöglichkeit. Da aufgrund der vergangenen beiden deutlich zu warmen Jahre 2018 und 2019 die vorhandene Borkenkäferpopulation ohnehin schon groß sei, sei Gefahr im Verzug: „Wir müssen alles daransetzen, damit das Sturmholz so schnell wie möglich aufgearbeitet und abgefahren wird“, appelliert Kühn an die Privatwaldeigentümer.

Privatwaldeigentümer, die selbst nicht in der Lage seien, das Sturmholz aufzuarbeiten, können sich an das Forstamt wenden. Das Forstamt werde die Privatwaldeigentümer im Rahmen der vorhandenen Kapazitäten unterstützen. Gefordert seien aber in erster Linie die Eigentümer selbst, teilt die Stadt mit. „Für die Privatwaldeigentümer hat sich zum 1. Januar 2020 durch die Forstneuorganisation einiges geändert“, erläutert Roland Brauner, stellvertretender Forstamtleiter bei der Stadt Villingen-Schwenningen. Jeder private Waldeigentümer, für den das Forstamt eine Betreuungsleistung erbringe, müsse zuvor einen Vertrag abschließen.

„Ohne Vertrag dürfen wir kein Holz verkaufen und keine Aufarbeitung beauftragen“, bringt es Brauner auf den Punkt. Die reine Beratung sei aber weiterhin kostenlos, auch die Ansprechpartner seien die Gleichen geblieben. Für Privatwaldeigentümer auf den Gemarkungen Villingen-Schwenningen und Unterkirnach sei das Forstamt der Stadt Villingen-Schwenningen die zuständige Untere Forstbehörde, für alle anderen Gemarkungsgemeinden sei das Kreisforstamt der richtige Ansprechpartner.

Durch Orkantief „Sabine“ gab es in Villingen-Schwenningen laut Stadtverwaltung weitere Schäden: beschädigte Zäune, Barrieren, Beläge und Auswechselbänke an Sportanlagen. Die Feuerwehr musste auch am Dienstag ausrücken, weil an zwei Gebäuden Dachziegel und in einem weiteren Fall die Kaminverkleidung vom Dach zu fallen drohte. Das Forstamt fuhr seit Dienstagmorgen die öffentlichen Straßen erneut ab, um zu begutachten, ob die zweite Sturmwelle noch zusätzliche Schäden verursacht haben sollte.

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