Claudia Barwig von Gemüsebau Glaser präsentiert einer Kundin auf dem Mittwochsmarkt das frische Gemüse von der Höri am Bodensee
Claudia Barwig von Gemüsebau Glaser präsentiert einer Kundin auf dem Mittwochsmarkt das frische Gemüse von der Höri am Bodensee. (Foto: Pohl)
Michael Pohl

Der Mittwochsmarkt in der Muslen ist derzeit kein Vergnügen für die Händler. Zwar war es erst der zweite Markt nach der Winterpause, doch die Standbetreiber wirken bereits etwas frustriert. Denn der Umsatz hält sich Mitte der Woche stark in Grenzen.

„Heute ist ein ganz schlechter Tag“, sagt Wilhelm Maier vom Schillerhof bei herrlichem Sonnenschein am Mittwochvormittag. Die ersten beiden Stunden habe er gar nichts verkauft. „Ein Paar Eier gingen dann schon noch weg“, wirkt der Landwirt enttäuscht. Der Mittwochsmarkt sei meistens schlecht besucht. „Und ich habe den Eindruck, dass es jedes Jahr weniger wird. Das sieht man auch an den schwindenden Standbetreibern“, verweist Maier auf diejenigen, die mittlerweile gar nicht mehr kommen.

Und er ist nicht allein. Am Stand von Gemüsebau Michael und Stephan Glaser auf der Höri ist zwar etwas mehr Betrieb, aber Verkäuferin Claudia Barwig pflichtet ihrem Schwenninger Kollegen bei: „Heute ist allgemein nicht viel los.“ Das liege vielleicht an den Osterferien und am Osterfest selbst. „Großeinkäufe werden heute gar nicht erledigt“, hat sie den Eindruck. Dabei könnten sie mit dem Angebot an ihrem Stand durchaus zufrieden sein. „Der Winter war für uns ganz gut. Wir hatten durchweg Ackersalat und durch den Zukauf von Produkten unter anderem aus Italien ein breites Sortiment.“ Dieses werde sich in den kommenden Wochen aber nach und nach erweitern. „Wir hoffen, dass die Nächte milder werden und es bald Spargel gibt. Und dann kämen nach und nach die Früchte, wie beispielsweise Erdbeeren“, sagt Barwig.

Auf ein wachsendes Sortiment der anderen Standbetreiber hofft auch Franz Huber aus Mönchweiler an seinem Eierstand. „Davon profitieren wir natürlich auch.“ Je mehr es gebe, desto mehr Leute kämen auf den Wochenmarkt. Doch auch er weiß nach 15 Jahren in VS-Schwenningen: „Der Mittwoch ist definitiv der schlechtere Tag.“ Samstags mache er zeitweise den dreifachen Umsatz. Auch wenn er weiß: „Eier braucht man halt auch nicht immer.“ So mau wie in dieser Woche bleibe der Besuch des Marktes jedoch nicht, glaubt Huber zu wissen: „Wenn es Richtung Mai geht, steigt auch mittwochs die Zahl der Marktbesucher.“

Die verbliebenen Händler auf dem Schwenninger Wochenmarkt blicken nach einem ruhigen Mittwoch nun also auf den bevorstehenden Samstag – in der Hoffnung, dass die Schwenninger ihren Großeinkauf machen und bei Eiern, Kartoffeln und anderem Gemüse wieder beherzt zugreifen. So, wie sie es vor Ostern auch gemacht haben – sogar am Mittwoch.

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