Unterschiedliche Lesarten gibt es zur Frage der Finanzen der Dualen Hochschule.
Unterschiedliche Lesarten gibt es zur Frage der Finanzen der Dualen Hochschule. (Foto: Schück)
Felicitas Schück

Obwohl Finanzministerium und Wissenschaftsministerium klarstellen, dass die Duale Hochschule „wichtig, sehr erfolgreich und nachgefragt“ sei, gibt es keine Antwort zur Frage, wann grünes Licht dem neuen Hörsaalgebäude den Weg frei macht.

„Dem Finanzministerium, und ebenso dem Wissenschaftsministerium, ist eine adäquate Unterbringung der Fakultät Sozialwesen wichtig. Für die Studiengänge der Fakultät Sozialwesen der DHBW Villingen-Schwenningen war im Gespräch, durch einen Investor nach den Vorgaben der DHBW einen Neubau zu errichten und dann für die DHBW anzumieten. Dabei ist von einer mindestens zehnjährigen Laufzeit des Mietvertrages auszugehen. Allerdings lassen es derzeit die Laufzeit des Hochschulfinanzierungsvertrages (2015 bis 2020) und die Befristung der im Ausbauprogramm ,Hochschule 2012’ zur Verfügung stehenden Mittel nicht zu, dass ein über das Jahr 2020 hinausgehender Mietvertrag abgeschlossen wird“, so Antje Mohrmann vom Finanzministerium Baden-Württemberg in einer Stellungnahme zu unserem Bericht „Land lässt Duale Hochschule im Stich“.

Gleichwohl sei das Finanzministerium im Kontakt mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, um eine Lösung zu finden. „Sobald die Voraussetzungen für den Abschluss eines langfristigen Mietvertrags geschaffen sind, folgen die nächsten Schritte für den räumlichen Ausbau der Fakultät Sozialwesen. Beide Ministerien setzen sich dafür ein, die Angelegenheit rasch zu klären, um die räumliche Unterbringung der Fakultät Sozialwesen zu verbessern“, erklärt Mohrmann.

Das Wissenschaftsministerium des Landes bestreitet in einer Stellungnahme, dass die Studienangebote der Dualen Hochschule nur zu 50 Prozent finanziert seien. „Die DHBW ist nicht benachteiligt, sondern sehr erfolgreich und nachgefragt. Das Hochschulmodell hat bundesweit Vorbildcharakter“, schreibt Denis Burgert, stellvertretende Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Wissenschaftsministeriums.

Die DHBW profitiere wie alle Hochschularten von der im Hochschulfinanzierungsvertrag „Perspektive 2020“ vereinbarten dreiprozentigen jährlichen Steigerung der Grundfinanzierung. Für einen zusätzlichen Anfängerkurs im Studiengang „Soziale Arbeit“ an der DHBW Schwenningen habe das Land im Staatshaushalt 18/19 Mittel und Stellen zur Verfügung gestellt. Dem Wissenschaftsministerium sei bewusst, „dass gerade bei Hochschulen, die ihre Studienkapazitäten stark ausgebaut haben, noch weitere Schritte erforderlich sind, um die benötigten Studienkapazitäten dauerhaft abzusichern“, so Burgert weiter.

Die DHBW habe 2017 Überschüsse in Höhe von 20 Millionen Euro erzielt und entscheide selbst, wie diese auf die Standort verteilt würden. Für die Forschung stehe der DHBW insgesamt ein Sonderprogramm mit 1,5 Millionen Euro Landesmitteln zur Verfügung. Die Förderung werde gerade evaluiert.

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