Miichdâlâ, sällârlai, däarlai, allâfaizig

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 Einige typische alte Tuninger Dialektwörter.
Einige typische alte Tuninger Dialektwörter. (Foto: Montage/ Köppel/sbo)
sbo

Vor wenigen Tagen ist das neue Büchlein „Alte Tuninger Dialektwörter“ erschienen. 1700 Begriffe sind erfasst. Herausgeber ist Emil Klaiber.

Wenn die Oma erzählt, was davon verstehen ihre Enkel noch? Die Sprache ändert sich, der Dialekt geht oftmals verloren.

Viele alte Begriffe kennt man heute überhaupt nicht mehr – auch deshalb, weil es die zu ihnen gehörenden Gegenstände und Geräte heute nicht mehr gibt. Oft wurden im gleichen Dorf unterschiedliche Worte für dieselbe Sache verwendet.

Vielleicht kam die Oma oder der Opa aus einem Nachbardorf, in dem geringfügig anders gesprochen oder betont wurde. Den alemannischen Dialekt kann man eigentlich nicht schreiben, man kann ihn nur sprechen. Es sind zu viele verschiedene Betonungen, für die es keine Buchstaben gibt.

Einige Tuninger sammelten über viele Jahre hinweg alte Dialektwörter. Davon sind den älteren Dorfbewohnern noch mehrere bekannt. Aber wie sollte man sie schreiben, damit sie der gesprochenen Betonung gerecht werden? Zwischen den Buchstaben „a“ und „o“ soll es im alemannischen Dialekt bis zu sechs verschiedene Betonungen geben. Im jetzt erschienenen Dialektwörterbuch mit dem Titel „Alte Tuninger Dialektwörter“ wurde eine einfache Regel angewendet, über deren Richtigkeit man sich natürlich streiten kann.

Dem Herausgeber ging es aber nicht um die Schreibweise für eine möglichst zutreffende Betonung, sondern nur um die Sammlung der alten Worte. Lag die Betonung in der alten Tuninger Aussprache näher bei „a“, dann wurde im Dialektwörterbuch zur Kennzeichnung ein Akzent „â“ gesetzt, lag die Betonung näher bei „o“, dann kam der Akzent auf das „ô“.

Es ging dabei allein um die Kennzeichnung als Hinweis auf eine besondere Betonung. Wer von den jüngeren Leuten kennt heute noch Worte wie: miichdâlâ, sällârlai, däarlai, allâfaizig, wäägâr, nôôkeschtle, neisâ, annâwäag, dissâwäag, sällâwäag, selbandâr, grôad, ibârhopt, gneerig, gau gau, gaulau, Gluuf, Muff, foass, Blätschâ, Huusräate, Hofräate, Biche, gää, obwaartâ und viele andere.

Insgesamt sind im Tuninger Dialektwörterbuch 1700 Begriffe erfasst und erklärt. Das Büchlein hat 104 Seiten und ist nicht im Buchhandel erhältlich. Es kann aber beim Herausgeber Emil Klaiber, Jahnstraße 21 über eine Sammelbestellung für fünf Euro einschließlich der Versandkosten bestellt werden.

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