Im Klaremer Grund, also auf dem Gelände des ehemaligen Familienfreizeitparks, sind derweil schon Bagger aktiv.
Im Klaremer Grund, also auf dem Gelände des ehemaligen Familienfreizeitparks, sind derweil schon Bagger aktiv. (Foto: Eich)
Marc Eich

Für die Boulder- und Kletterhalle auf dem Gelände des ehemaligen Familienfreizeitparks in Villingen-Schwenningen gibt es nun noch mehr Platz. Möglich macht dies der Rückzug des Deutschen Alpenvereins auf dem Areal.

Die Pläne für ein Sektionszentrum der Sektion Schwarzwald des Deutschen Alpenvereins (DAV) im Klaremer Grund in VS sind gestorben. Noch im März hatte die DAV-Sektion Schwarzwald bei der Mitgliederversammlung erste Planungen für eine Geschäftsstelle samt Büros, sowie Seminar- Schulungs- und Veranstaltungsräumen vorgestellt, das rund 800 000 Euro gekostet hätte. Doch dieser Traum ist nun geplatzt.

Kooperation geplant

Wie Vorsitzender Peter Müller erklärt, habe man sich von der Neubau-Idee verabschiedet und zwar nach „ausgiebiger Recherche und der Abwägung, was finanziell möglich wäre“. Letztendlich hätte man außer dem Standortvorteil keinen weiteren Vorteil aus dem Zentrum ziehen können, „und nur deswegen wollen wir nicht die Mitgliedsbeiträge erhöhen“. Müller schließt jedoch nicht aus, dass das Thema zu einem späteren Zeitpunkt wieder auf den Tisch komme. Er betont zudem, dass die Kooperation mit Thomas Kohler, dem Investor der Boulder- und Kletterhalle, auf jeden Fall angestrebt werde.

Kohler erklärte derweil, dass er nun weitere 500 Quadratmeter an Land gekauft habe, die eigentlich für den DAV vorgesehen waren. Kohler: „Ich habe damit die Möglichkeit, die Gebäude neu zu positionieren.“

Zudem sei der Verwaltungsbereich gewachsen. Doch nicht nur das: Der Investor sieht nun zahlreiche Erweiterungsmöglichkeiten im Außenbereich, die es ermöglichen, auch in den Sommermonaten entsprechendes Publikum in die Halle zu locken. Und wie sieht es mit den derzeitigen Planungen für die Halle aus? „Wir bewegen uns auf den Bauantrag hin“, so Kohler. In den vergangenen Monaten gab es weitere Feinabstimmungen mit dem Hallenbauer, „es hat etwas gedauert, bis das Konzept endgültig gepasst hat“.

Vom Konzept überzeugt

Der Geschäftsführer der Heko GmbH aus Zimmern ob Rottweil habe, angesichts der Verzögerungen für den Spatenstich, die zeitlichen Sprünge bei weiteren Anpassungen unterschätzt. „Jede Revision hatte einen weiteren Monat Verzögerung zur Folge“, so Kohler. Nun sei man jedoch hinsichtlich Wärme- und Brandschutz sowie Abwasser und Statik auf einem guten Weg, die Pläne seien fast bauantragsreif.

Nach der dreimonatigen Genehmigungsphase werde der Hallenbauer schließlich mit der Vorproduktion beginnen. Der Investor hofft, dass zum Winter hin die Bodenplatte gesetzt werden könne. Notfalls müsse man dies nach dem Winter machen. „Unser Plan ist es aber, im Spätsommer 2019 zu eröffnen“, hat der Boulder-Liebhaber einen klares Ziel vor Augen. Er habe deshalb auch schon die ersten Mitarbeiter rekrutiert.

Dass der Mitbewerber Upjoy, der vor rund einem Jahr die erste Boulder- und Kletterhalle in der Region eröffnet hat, sein Angebot deutlich erweitern möchte, bringt Kohler nicht von den Plänen ab. Er gibt zwar zu, dass es schön gewesen wäre, wenn er allein am Markt agieren könnte, aber: „Ich bin nach wie vor von unserem Konzept überzeugt.“ Auf dem langen Weg zum Neubau gab es zwar immer wieder „kleinere Enttäuschungen“, aber der Investor freut sich über die „tolle Entwicklung“ im vergangenen halben Jahr. Kohler: „Ich bin jetzt wirklich sehr glücklich.“

Erschließung läuft

Im Klaremer Grund, also auf dem Gelände des ehemaligen Familienfreizeitparks, sind derweil schon Bagger aktiv – dies hängt jedoch mit der Erschließung des Geländes zusammen. Vor wenigen Wochen haben die Arbeiten begonnen.

Gebaut wird eine Erschließungsstraße, die mit einseitigem Gehweg und als Stichstraße mit Wendehammer ausgeführt wird. Darüber hinaus werden laut Angaben der Stadtverwaltung Regen- und Schmutzwasserkanal sowie Gas- und Wasserleitungen, Strom-, Beleuchtungs-, Telekom- und Breitbandkabel verlegt.

Entlang des Nordrings entstehen darüber hinaus 94 Parkplätze auf dem momentan unbefestigten Parkplatz Ost. Die Stellplätze werden mit einer wassergebundenen Deckschicht, die Fahrgassen in Asphaltbauweise hergestellt. Es werden neue Beleuchtungsmasten aufgestellt und Bäume gepflanzt. Im Oktober sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Das wäre dann pünktlich zur Eröffnung des Jugendkulturellen Zentrums, das derzeit in unmittelbarer Umgebung zur geplante Boulder- und Kletterhalle gebaut wird.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen