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Horrorszenarien wie zerklüftete Hauswände oder Spalten im Erdboden wie etwa in Staufen im Breisgau befürchtet Volker Broekmans in Villingen nicht. (Foto: Seeger)
sbo und Cornelia Spitz

Erdwärme ist das Mittel der Wahl, wenn es künftig um die Energieversorgung auf dem ehemaligen Mangin-Areal, jetzt Oberer Brühl, geht. Das Quartierskonzept soll ein Leuchtturmprojekt in Sachen Energie für die Doppelstadt werden und als solches vieles überstrahlen – weitgehend energieautark soll sich das Quartier künftig selbst versorgen.

Doch auch hier gilt: Es gibt mehrere Wege zum Ziel. Volker Broekmans von der DSK-GmbH brachte deshalb Licht ins Dickicht der Fördermöglichkeiten, der verschiedenen Varianten der Energieversorgung und auch der Machbarkeit in Villingen-Schwenningen. Betrachtet wurde die Möglichkeit einer Luft-/Wasser-Wärmepumpe in Kombination mit einer solaren Trinkwassererwärmung, die flache Geothermie (bis 400 Meter Tiefe) mit dezentralen Wärmepumpen sowie als dritte Variante die „tiefe“ Geothermie (über 400 Meter Tiefe) mit zentralen Großwärmepumpen und als Variante vier ein Gas-Blockheizkraftwerk samt Biomassekessel – angesichts des großen Holzvorkommens in der Stadt mit Holz, etwa Sturmholz oder Hackschnitzel, befeuert.

Da es für Letzteres eines Kühlsystems bedarf und damit sowohl der Strom- als auch der CO2-Verbrauch steigen, fiel diese Variante durch. Überzeugt hat letztlich die Möglichkeit der Erdwärmenutzung. Und wo die Beschaffenheit des Villinger Untergrundes, beispielsweise mit reichlich Granit, hinsichtlich der Tauglichkeit etwa für ein Atommüllendlager in gewisser Weise schon als Fluch gewertet worden war, erweist es sich hier als Segen: Erdwärme-Bohrungen dürften hier, machte der Fachmann deutlich, ziemlich sicher sein – Horrorszenarien wie zerklüftete Hauswände oder Spalten im Erdboden wie etwa in Staufen im Breisgau befürchtet Broekmans in Villingen nicht.

AfD-Mann Olaf Barth warnte dennoch davor: „Wer bezahlt dem Häuslebauer am Ende die Schäden, wenn welche entstehen?“, wollte er wissen. Für Oberbürgermeister Jürgen Roth eine Frage der Haftung, die im Gesamtkontext natürlich geklärt würde – dennoch ist er sicher, dass die Vorkehrungen am Ende nicht nötig gewesen sein werden, denn: „Sie können sicher sein: Wir gehen nicht unter 400 Meter, wenn man nicht weiß, wie es dort aussieht!“ Auch der Grünen-Stadtrat Joachim von Mirbach, der zu dieser Frage als „Geograph“ Stellung nahm, legte dar, wie unwahrscheinlich Schadensfälle wie in Staufen hierzulande seien. Aus zig Gutachter-Bohrungen wisse man rundherum, „wie es unter unseren Füßen aussieht“. Barth jedoch beharrte darauf: Im Schadensfall „hilft es uns auch nicht weiter, wenn wir sagen, der Herr Oberstudienrat von Mirbach hat gesagt, das hätte nicht passieren dürfen ...“

Bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung aber machten die Erdwärme-Lösungen dennoch das Rennen. Ob eine der beiden Möglichkeiten am Ende wirklich den Zuschlag erhält und letztlich die flache oder doch die tiefe Variante der Geothermie umgesetzt wird, sollen weitere Untersuchungen zeigen. Eine der beiden Varianten soll schließlich schrittweise umgesetzt werden.

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