Lionsclub groovt für den guten Zweck

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 Freuen sich gemeinsam auf den Nightgroove 2020 in Villingen (von links): Florian Klausmann (Leiter Organisationsteam vom Lionsc
Freuen sich gemeinsam auf den Nightgroove 2020 in Villingen (von links): Florian Klausmann (Leiter Organisationsteam vom Lionsclub Villingen-Schwenningen Mitte), Klaus Strasser (Bunter Kreis), Club-Präsident Alexander Wirich, Clubsekretär Markus Flöß sowie (auf dem Sofa) Christina Aschenbrenner (Bunter Kreis), Hildegard Steinberger-Heitner und Gundela Liomin (Frauen helfen Frauen). (Foto: Würstel/sbo)
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Gleich zwei Spendenziele hat sich der Lionsclub Villingen-Schwenningen Mitte für den Nightgroove 2020 in Villingen vorgenommen: Der Erlös aus der Bewirtung des Clubs in zwei Locations soll diesmal den Vereinen „Bunter Kreis – Leben geben“ und „Frauen helfen Frauen“ zugutekommen.

Am Samstag, 25. April, ist es wieder soweit: Zum vierten Mal laden die Lionsfreunde zusammen mit Veranstalter Michael Barkhausen zum Nightgroove ein. In zahlreichen Kneipen in der Villinger Innenstadt wird Live-Musik geboten, die Tausende Besucher in Tanzstimmung versetzen soll. Und das für den guten Zweck.

Das Besondere in diesem Jahr: Exklusiv zum Nightgroove öffnet La Hacienda die Türen – als Club-Bar, in der die Lionsfreunde die Gäste bewirten werden. Eigentümer und Lions-Mitglied Markus Heimburger hat sich bereit erklärt, das seit April 2016 leer stehende Lokal für diesen Abend zu öffnen. Damit dürfte er viele Gäste glücklich machen, die das über 16 Jahre etablierte Restaurant schmerzlich vermissen.

Neben einem Hauch Nostalgie gibt es zu diesem Clubabend Unterhaltung von einem Duo, das aus der Villinger Kulturszene nicht wegzudenken ist: Die Dörr-Brüder treten erstmals beim Nightgroove auf.

Außerdem übernimmt der Club die Bewirtung im Atrium der Volksbank in Villingen. Die ebenso exklusive Location beherbergt wieder die große SWR3-Party. Der gläserne Bau der Volksbank Schwarzwald-Baar-Hegau wird ab 21 Uhr zum Tanzpalast. Hier findet der Nightgroove zu späterer Stunde für gewöhnlich seinen Höhepunkt, um in den frühen Morgenstunden, um 3 Uhr, auszuklingen.

Der Erlös geht an die Vereine „Bunter Kreis“ und „Frauen helfen Frauen“ aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis.

„Leben geben“ lautet der Auftrag, dem sich der „Bunte Kreis“ Schwarzwald-Baar verschrieben hat. Der Verein engagiert sich für die familienorientierte Nachsorge bei Frühgeborenen sowie schwerkranken Kindern. 2007 gegründet, hat der Verein seinen Sitz am Schwarzwald-Baar-Klinikum. Die Mitglieder – Krankenschwestern, Ärzte, Sozialpädagogen und psychologische Berater – arbeiten eng mit den Kinderkliniken zusammen. „Wir betreuen sehr kleine Kinder“, erläutert der ehemalige Kinderarzt Klaus Strasser, „oft sind es Frühchen mit 700 Gramm Leichtgewicht – knapp eine Handvoll Kind“. Die Kinder müssten beatmet und die Körperfunktionen in den ersten Monaten entwickelt werden.

Der Verein begleitet die Familien vor allem beim Übergang nach Hause. „Die Eltern kommen aus der Klinik mit Rundumversorgung und Überwachung nach Hause“, verdeutlicht Sozialpädagogin Christina Aschenbrenner. Die Kinder würden zwar weiter medizinisch versorgt, doch die Eltern fühlten sich wie in Ohnmacht. „Angst und Unsicherheit werden zum Teil des Lebens“, so Aschenbrenner, „plötzlich ist alles anders, die Welt scheint stillzustehen“. Von der Klinik bis ins Kinderzimmer werden die Eltern und Geschwister begleitet, bei der Beschaffung von medizinischen Hilfsmitteln oder der Beantragung von Fördergeldern unterstützt. „Wir hören zu und helfen bei Unsicherheiten“, sagt Christina Aschenbrenner, die regelmäßig Hausbesuche macht, „mit dem Ziel, dass der Familie das Leben trotz der schweren Erkrankung des Kindes gelingt“.

Klaus Strasser liegt ein weiterer Aspekt am Herzen: „Es ist wichtig, dass die Eltern ihr krankes Kind lieben können.“ 2019 waren es 100 Familien, die der „Bunte Kreis“ im Raum Schwarzwald-Baar-Heuberg versorgt hat, im Jahr zuvor 130. Die Nachsorge selbst werde von den Krankenkassen finanziert, die Förderung umfasse aber längst nicht jeden Bedarf. Außerdem werden Angebote zum Austausch der Betroffenen über Spenden finanziert: Elterncafé, Geschwistergruppe, Familiennachmittage – aktuell ist auch ein Abend für Väter in Planung. Das Grundprinzip lautet „Hilfe zur Selbsthilfe“. Klaus Strasser und Christina Aschenbrenner sind dankbar für die Unterstützung des Lionsclubs Villingen-Schwenningen Mitte. Sie könnte auch zur Erfüllung eines großen Traums beitragen: die Einrichtung eines Sozialfonds, mit dem Eltern beispielsweise die vielen Fahrten zur Klinik „auf dem kleinen Dienstweg“ ermöglicht werden könnten.

Hilfe im Alltag und in akuten Notsituationen bietet der Verein „Frauen helfen Frauen“ Schwarzwald-Baar. „Es geht immer um den Schutz vor Gewalt“, erklärt Vorsitzende Gundela Liomin, vor der Gewalt durch den Ehemann oder die Eltern. Der Verein vermittle den Hilfe suchenden Frauen und Kindern Unterkünfte, bei Bedarf auch in benachbarten Landkreisen. „Dazu arbeiten wir eng mit anderen Frauen- und Kinderschutzhäusern zusammen.“

Frauen, die aus der Region stammen, finden oftmals Unterschlupf bei Verwandten oder Freunden, berichtet Liomin. Frauen mit Migrationshintergrund oder Frauen, die nach Deutschland geflüchtet und teilweise sogar von der Abschiebung bedroht seien, bräuchten aber Hilfe bei der Suche nach einer Bleibe. Der Anteil der Hilfesuchenden aus dem Ausland nehme spürbar zu. Daher habe der Verein seine Informationsflyer auch mehrsprachig aufgelegt.

„Frauen helfen Frauen“ hilft bei Anträgen auf Arbeitslosengeld oder andere Fördermittel und steht den Hilfsbedürftigen auch zur Seite, wenn es etwa darum geht, eine Kaution für eine Wohnung zu stellen. undela Liomin und Hildegard Steinberger-Heitner vom Vorstand wissen sehr zu schätzen, dass sich der Lionsclub Villingen-Schwenningen Mitte für „Frauen helfen Frauen" engagiert. Mit den Spenden könnten Schulranzen, Sportkleider für Kinder, Medikamente und Lebensmittel finanziert werden.

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