Dort, wo sonst Schüler toben, ist es jetzt menschenleer: Auch das Gymnasium am Romäusring ist jetzt geschlossen.
Dort, wo sonst Schüler toben, ist es jetzt menschenleer: Auch das Gymnasium am Romäusring ist jetzt geschlossen. (Foto: Eich)
sbo und Eva-Maria Huber

Bis nach Ostern keine Schule? Da geht auch Mike und seinen Mitschülern so einiges durch den Kopf: „Wie kriegen wir das mit dem Stoff hin, wer erklärt uns diese komplizierten Matheformeln?“ Fragen über Fragen, die im Laufe des Montags auch an den Schulen in VS geklärt werden sollten.

Die einen gehen mit einem mulmigen Gefühl an diesem Montag in die Schulen des Oberzentrums, andere bleiben gleich zuhause. In nicht wenigen Elternhäusern wird am Sonntag noch diskutiert, ob das eigene Kind vor der Zwangspause noch mal zum Unterricht soll oder ob das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu groß ist: Vor allem dann, wenn bei einem nächsten Familienmitglied in wenigen Tagen eine Operation ansteht oder Asthma ein Thema ist.

Während es bis zu den frühen Nachmittagsstunden kaum möglich ist, einen (telefonischen) Gesprächspartner aus der Schulleitung an das Telefon zu bekommen, sieht es zumindest im Staatlichen Schulamt Donaueschingen anders aus. Anders als in manchen Betrieben, die noch nicht wissen, ob sie diese Woche noch vor einer Zwangsschließung stehen, und Krisensitzungen den Tages-Ablauf bestimmen, ist es in den Räumen der Schulbehörde etwas ruhiger geworden. „Die Fragen sind alle gestellt“, erklärt Schulamtsleiterin Sabine Rösner; die Antworten so gut es ging seien gegeben. Antworten vor allem auf die zentrale Frage: In welcher Form sollen Lerninhalte bis nach den Osterferien vermittelt werden. Ein erster Schritt, so Rösner, sei bereits am Freitag getan worden: Schülern seien Bücher und Lernmaterialien nach Hause mitgegeben worden: „Wir wussten ja nicht, ob die Schulen nicht schon am Montag geschlossen werden.“

Wie kommt der Lernstoff nun während der kommenden Wochen zu den Schülern? Diverse Möglichkeiten, so Rösner, stehen zur Verfügung, allen voran über die digitale Vernetzung, darüber hinaus seien auch Bildungsangebote via Fernsehen eine Option und damit auch Lern- und Erklärvideos. Über E-Mails werde sicherlich auch einiges laufen, bemerkte Rösner. „Das ist alles für uns neu, wir müssen uns da rantasten.“

Was bedeutet die Schließung der Schulen bis nach den Osterferien für die Lehrkräfte? „Alle Pädagogen sind im Dienst und müssen von Zuhause aus arbeiten.“ Dies bedeute auch, dass diese mit ihren Schülern und Klassen in Kontakt zu bleiben, bei Bedarf auch Telefonate führen, Fragen beantworten oder Sachverhalten erklären. „Wir müssen schauen, dass wir alle gut durch diese Zeit kommen, die Situation fordert uns alle.“

Doch nicht nur die Organisation vom Home-Office à la Schule fällt in die Zuständigkeit von Rektoraten, sondern auch das Aufstellen einer Notfallbetreuung für Kinder, deren Eltern beide in systemrelevanten Berufen (Polizei, Pflege, Lebensmittelproduktion etwa) arbeiten: Hierfür, erläutert Rösner, werden Lehrkräfte abgestellt, die dann Schüler in Kleingruppen unterrichten.

Doch es sind noch andere, die sich Gedanken über die Betreuung von Kindern machen, die arbeiten müssen. Sveva Hiermaier und Nele Epperlein, zum Beispiel. Die beiden Gymnasiastinnen überlegten, wie sie in der derzeitigen Betreuungs-Not helfen könnten. Erfahrungen mit Kindern haben die 17-Jährige Sveva und die 18-Jährige Nele allemal, ob als Babysitterin oder Jugendleiterin. Mit ihrem Angebot starten die beiden diese Woche. Resonanz haben sie in den sozialen Netzwerken mehr als genug bekommen auf ihr Angebot. „ir freuen uns darauf, in dieser Situation helfen zu können.“Die Netzgemeinde freut es auch und quittierte dieses spontane Engagement mit vielen „Lkes“ Infos oder Anfragen unter sveva.hiermaier@web.de.

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