sbo und Michael Pohl

Der „Lange Dunnschtig“ feierte am Donnerstag seine Premiere in VS-Schwenningen. Das Konzept, das das Stadtmarketing bereits in Villingen zweimal umgesetzt hat, soll sich nun auch in der Neckarstadt etablieren.

Normalerweise schließen die meisten Geschäfte um 19 Uhr ihre Türen. Doch an diesem Donnerstag ist das – zumindest bei einigen Händlern in VS-Schwenningen – nicht so. Mehr als 50 Geschäfte schlossen sich der Idee der Wirtschaftsförderung und des Stadtmarketings Villingen-Schwenningen sowie des Gewerbeverbands Oberzentrum (GVO) an und verlängerten bis 21 Uhr. Ziel war es, so kündigte Markus Blust, Vorsitzender der Schwenninger Handelssparte im GVO, im Vorfeld an, den Kunden etwas zu bieten und den örtlichen Einzelhandel zu beleben.

Und, ging das Konzept auf? Lisa Schöneck vom Stadtmarketing zeigte sich in den frühen Abendstunden durchaus angetan vom Publikumsverkehr in der Muslen. Während Musiker Sebastian Schnitzer die Tasten seines Klaviers am kleinen Muslenplatz streichelte, sagte Schöneck: „Ich bin begeistert, dass letztlich so viele Händler mitmachen und im Vergleich zu Villingen war es ja auch der ausdrückliche Wunsch der Händler, dass nicht nur die Geschäfte in der Innenstadt länger offen haben, sondern in der ganzen Stadt.“

Beim Bummeln durch die Muslen wird aber schnell klar: Die Kunden-Magnete sind die großen Einkaufshäuser wie City-Rondell, Sport Müller, C&A und das Modehaus Zinser. In den Cafés wurde auch noch nach Einbruch der Dunkelheit das eine oder andere Getränk geschlürft und auch auf dem Marktplatz saßen die Gäste im neuen Café-Bereich von „Casa Moda“ noch gemütlich beisammen. Doch in den kleineren Geschäften herrschte weitestgehend Leere – Optiker oder Juweliere taten sich eher schwer, Kunden für ein „Late-Night-Shopping“ zu gewinnen. Und je dunkler es wurde, desto weniger Aufenthaltsqualität bot das Schwenninger Zentrum.

Natürlich war das Ziel des „Langen Dunnschtig“, die Geschäfte aufzusuchen, doch das rege Treiben war auch dort im Laufe des Abends nicht mehr zu beobachten. „Es geht darum, dass die Leute den Einzelhandel wieder entdecken und die Händler zeigen können, dass sie da sind“, sagte Lisa Schöneck. Auch wenn Luft nach oben ist, sei es wichtig, dass etwas gemacht wird. „Und das ist endlich eine Aktion, bei der sich ein Wir-Gefühl der Händler entwickelt hat“, lobte Lisa Schöneck abschließend.

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