Die Krankmeldungen im Schwarzwald-Baar-Kreis liegen deutlich unter dem Bundesschnitt.
Die Krankmeldungen im Schwarzwald-Baar-Kreis liegen deutlich unter dem Bundesschnitt. (Foto: Karl-Josef Hildenbrand)
Schwäbische Zeitung

Berufstätige im Schwarzwald-Baar-Kreis melden sich im Bundesvergleich deutlich seltener krank. Dies geht aus dem aktuellen Gesundheitsreport 2018 des Dachverbands der Betriebskrankenkassen für 2017 hervor.

Die Fehltage wegen Arbeitsunfähigkeit (AU) sind laut Pressemitteilung bundesweit im Vergleich zu 2016 von 17,4 auf 17,2 Tage zurückgegangen, „im Schwarzwald-Baar-Kreis liegt die Quote je nach Krankheitsbild zwischen fünf bis zu 15 Prozent darunter“, erläutert Siegfried Gänsler, Vorsitzender des Vorstands der Schwenninger Krankenkasse. Bei den AU-Tagen im Kreis bedeutet dies konkret: Versicherte fehlten im Durchschnitt 15,17 Tage im Jahr 2017. Für den Report werden die Daten von mehr als 8,8 Millionen Versicherten aller Betriebskrankenkassen (BKK) nach strengen wissenschaftlichen Standards ausgewertet. Ein Schwerpunkt der Untersuchung lag auf den versicherten Arbeitnehmern, die älter als 50 Jahre sind. Das Ergebnis der Auswertung: Ältere BKK-Mitglieder sind nicht wesentlich häufiger krank als die jüngeren, allerdings ist die Krankheitsdauer bei den älteren oft länger.

Die bundesweite Statistik zeigt auf, dass die Fehlzeiten in Baden-Württemberg über alle betrachteten Krankheitsgruppen mit exakt 15 Prozent deutlich unter dem Bundesschnitt liegen. Dies ist deshalb bemerkenswert, weil statistisch nachgewiesen ist, dass mit steigender Beschäftigung die Fehltage tendenziell zunehmen. Regionale Lebens- und Arbeitsbedingungen, hier insbesondere die regionale Wirtschaftskraft, die Beschäftigungs- und Arbeitslosenquote sowie die medizinische Versorgung vor Ort, also Arzt-, Krankenhaus- und Apothekendichte, beeinflussen die Ergebnisse zur Gesundheit, so die Mitteilung.

Im Landesvergleich Baden-Württemberg liegt der Kreis im Mittelfeld, vor allem die Ballungsgebiete Stuttgart und Freiburg schneiden statistisch betrachtet noch besser ab, denn dort wird der Bundesschnitt sogar um mehr als 15 Prozent unterboten. Eine Ausnahme gibt es allerdings: Psychische Störungen sind im Schwarzwald-Baar-Kreis in deutlich geringerem Maße zu verzeichnen als in den Ballungsgebieten im Land. Und auch bei der stationären Versorgung (in diese Statistik sind alle Versicherten, nicht nur Beschäftigte eingeflossen) liegt der Kreis gut 15 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Bei den Arzneimittelverordnungen liegt der Kreis je nach Erkrankung fünf bis 15 Prozent unter Bundesschnitt.

In der Region, die unter Fachkräftemangel leidet, haben viele Unternehmen bereits umgedacht und setzen gezielt auch auf ältere Arbeitnehmer, so die Mitteilung. Während 2007 gerade einmal 20,8 Prozent aller beschäftigten Mitglieder der Betriebskrankenkassen 50 Jahre oder älter waren, waren es 2017 bereits mit 33,9 Prozent mehr als ein Drittel. „Das sind markante Veränderungen in der Arbeitswelt, denen die Gesellschaft und jeder einzelne am besten gerecht werden, indem man sich den unschätzbaren Wert der Gesundheit immer wieder vor Augen führt“, sagt Gänsler. Betriebliche und persönliche Gesundheitsvorsorge müssten dazu eng verzahnt werden.

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