Lisa Herfurth

’Die Technischen Dienste Villingen-Schwenningen (TDVS) sind derzeit in der Doppelstadt unterwegs, um die vielen Löcher in den Straßen zu flicken. Ein Journalist hat den Bauarbeitern bei ihrem schweißtreibenden Tun in der Alleenstraße mal über die Schulter geschaut.

Es sind schon über 20 Grad an diesem Dienstagmorgen, als das Team der TDVS in der Alleenstraße unterwegs ist. Andreas Nauditt und Domenico Piccirillo sind seit 7 Uhr im Einsatz, um die vielen und teilweise großen Schlaglöcher zu füllen. Der schlechte Zustand der Straßen in VS ist schon lange Gesprächsthema und beschäftigt Bürger wie Autofahrer gleichermaßen. Die Flickarbeiten laufen schon einige Wochen. Und es müsse auch noch einiges gemacht werden, wie Thomas Knapp von den Technischen Diensten erklärt.

Momentan ist das Team Nauditt/Piccirillo noch in der Alleenstraße zugange und wird dort auch voraussichtlich noch zwei Tage beschäftigt sein. „Wir haben einiges zu tun“, sagt Nauditt. „Die Flickmaßnahmen werden mit einem sogenannten Patcher gemacht. Das Gerät ist auf dem Fahrzeug installiert und durch den Schwenkarm flexibel einsetzbar“, erklärt Domenico Piccirillo. Er ist für die Justierung des Autos zuständig und Andreas Nauditt bearbeitet dann die Löcher.

Jeden Morgen füllen die beiden den Splitbehälter, bevor es auf die Straßen geht. Je nach Größe der Löcher müsse man diesen auch noch mal nachfüllen. Bevor die Arbeiten beginnen, werden Warnschilder aufgestellt. „Weil die Arbeiten nicht an einer Stelle gemacht werden, lohnt es sich nicht, ganze Bereiche abzusperren“, sagt Piccirillo.

Auch wenn Nauditt völlig konzentriert arbeitet, ab und an wandert sein Blick auch mal Richtung Straße, weil nicht alle Autofahrer auf den Bauarbeiter achten und schnell vorbeifahren. Ab welcher Größe die Löcher ausgebessert werden, liege im Ermessen der zuständigen Bauarbeiter. Nauditt erklärt, wie er bei den Flickarbeiten vorgeht: „Zuerst wird die zu bearbeitende Stelle mit Druckluft vom Schmutz befreit, damit sich das Loch besser schließt. Anschließend wird die gereinigte Schadstelle mit dem Bindemittel bespritzt. Das Bindemittel besteht aus einer Bitumenemulsion und sorgt für eine optimale Verbindung des Splittgemisches mit dem Untergrund. Das vorbehandelte Loch wird nun mit einem Emulsions- und Splittgemisch großzügig gefüllt. Abschließend werden die Stellen mit einer groben Gesteinskörnung abgestreut.“

Der letzte Schritt sei besonders wichtig, weil so der Rollsplit nicht an den Autoreifen hängen bleibt. Generell sei der Split auch für den Lack der Autos kein Problem, wenn die Fahrer langsam über die betroffene Straße fahren würden. Nach ein paar Stunden ist der Rollsplitt komplett ausgehärtet. Anschließend würde die Gesteinskörnung, die noch über den geflickten Löchern liegt, nach zwei bis drei Tagen von den Kehrmaschinen entfernt werden.

Diese Flickarbeiten sind laut Pressesprecherin Oxanna Brunner eine Hilfsmaßnahme und keine Dauerlösung: „Diese Notinstandsmaßnahme macht man, wenn die Straßen schon in einem schlechten Zustand sind.“ Laut Piccirillo halten die geflickten Löcher schon eine Weile. Das Problem seien die Risse, die um die Löcher herum wieder aufreißen und dadurch neue Schadensstellen entstehen lassen. Durch die Vielzahl der Löcher kommen Piccirillo und Nauditt nur langsam voran. Die sommerlichen Temperaturen, der ständige Lärm und der gewöhnungsbedürftige Geruch der Materialien erleichtern das Arbeiten sicher nicht. Außerdem besitzen die TDVS nur eine Patcher-Maschine. „Ein Gerät ist nicht ausreichend, um zeitnah alle Löcher in der Doppelstadt zu schließen“, sagt Knapp.

Auf die Frage, warum nicht eine zusätzliche Maschine angeschafft wird, konnte Pressesprecherin Brunner bis Redaktionsschluss keine Antwort geben. Aufgrund dessen können Straßen nur einzeln bearbeitet werden. Welche Straßen wann noch geflickt werden, wird laut Knapp nach Priorität entschieden. „Wir haben bereits einige Straßen ausgebessert und das zu bearbeitende Gebiet ist sehr groß. Wir werden nach und nach alles bearbeiten“, erklärt Knapp. Für Piccirillo und Nauditt endet die Arbeit am Nachmittag. Die beiden werden noch eine Weile mit den Ausbesserungsarbeiten in der Doppelstadt beschäftigt sein. Sie finden es gut, dass etwas gemacht wird, „auch wenn man es nicht immer jedem Recht machen kann“.

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