Kein Trinkwasser mehr an Villinger Stadtbrunnen

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 An drei Stellen in der Gesamtstadt hält die SVS Trinkwasser-Stellen bereit.
An drei Stellen in der Gesamtstadt hält die SVS Trinkwasser-Stellen bereit. (Foto: Archiv: dpa)
sbo

Würden Sie aktuell aus einem der Villinger Innenstadtbrunnen trinken? Nein! Nicht aus dem Trog, aus dem Zulauf, also aus dem Hahn. Ganz sicher aber wohl dann, wenn denn „Trinkwasser“ dranstünde.

Bislang galt an nur zwei Brunnen, dass man das Villinger Brunnenwasser auch trinken kann. Grundsätzlich: Man sollte sich überall vor einem sommerlichen Trunk an jedem Brunnen vom Hinweisschild „Trinkwasser“ überzeugen, denn auch der Münsterbrunnen wird mit abgeleitetem Wasser aus der Brigach und über den „Sägebach“ gespeist, was die Brunnenpflege über das Jahr nicht einfach macht.

Madlen Falke vom Pressebüro der Stadt schreibt indes auf Anfrage, ob Brunnenwasser denn trinkbar sei: „… das Wasser aus den städtischen Brunnen ist generell kein Trinkwasser. Die Technischen Dienste haben bereits damit begonnen, an allen Brunnen Schilder mit dem Hinweis ,Kein Trinkwasser’ anzubringen. Diese sollen schlussendlich dann an allen Brunnen befestigt werden.“

An drei Stellen in der Gesamtstadt aber hält die SVS Trinkwasser-Stellen bereit: im Schwenninger Neckarpark, am Hochbehälter Hammerhalde und am Hochbehälter Rietheim. Soweit so aktuell.

Vor 200 Jahren gab es 28 Brunnen in Villingen

Die historische Aufgabe als Brunnen-Aufseher hatten vor mehr als 200 Jahren (1796) übrigens jeweils drei Anwohner bei den 28 (!) Stadtbrunnen allein in Villingen. Und weil das Brigachwasser beim Riettor in die Stadt-Bächle und zu den Brunnen geleitet wurde, waren „auf dem Kaeferberg“ der Bürgermeister Knoll, der Alt-Zunftmeister Singer und Meinrad Grüninger die verpflichteten „Brunnebutzer“.

Bäche füllen die Feuereimer

Alle Brunnenaufseher, auch der Apotheker, der Kaplan und der Spitalmeister sowie der Chorregent samt dem Löwenwirt und dem Syndicus, waren bestellt, um die stete Reinlichkeit der Brunnen zu sichern. Sauberkeit galt auch für die „Bäch’“, denn diese konnten gestaut werden, um bei Brandgefahr die Feuereimer zu füllen. Das ging solange gut, wie sich „kein Wuest“ oder Sperrmüll ansammelte. Dann mussten die Stadtknechte die Anlieger ermahnen.

Weshalb nun allerdings alle Villinger Brunnen auch nur einen dünnen Strahl abgeben, das liegt wohl an der Sommerhitze 2019. Nur kein Wasser verschwenden… dabei ist es doch gar kein Trinkwasser!

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