Künstler versteht sich als lebendige Skulptur

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 Das montierte Foto zeigt Daniel Beerstecher beim „Walk in Time“.
Das montierte Foto zeigt Daniel Beerstecher beim „Walk in Time“. (Foto: Beerstecher)
Schwäbische Zeitung

Am Sonntag, 14. Juli, um 12 Uhr bricht der in Rio de Janeiro und Stuttgart lebende Künstler Daniel Beerstecher ( Jahrgang 1979) am Museum Art.Plus in Donaueschingen zu seinem „Walk in Time“ auf. Die Performance ist Teil der zweiten Ausgabe der „Donaugalerie“ in Tuttlingen, ein Skulpturenprojekt, das an diesem Tag eröffnet wird und bis zum 20. Oktober zu sehen ist. Die Begrüßung und Einführung übernimmt Daniel Beerstecher im Gespräch mit Simone Jung.

Beerstecher wird laut Pressemitteilung in einem geradezu meditativen „Slow Walk“ die Donau entlanggehen. Der Künstler versteht sich dabei als „Living Sculpture“, als lebendige Skulptur. Im Schnitt wird er in einer Stunde rund 120 Meter Strecke zurücklegen, sechs bis sieben Stunden täglich. Die avisierte Marathonstrecke wird er demnach in etwa 42 Tagen absolvieren, eine besonders intensive Form der bewussten Entschleunigung. Die Performance ist aber laut Mitteilung „nicht nur eine Antwort auf unseren hektischen, tempobestimmten Alltag, sondern sie spielt auch mit den Spannungsfeldern zwischen Technik und Glaube sowie Selbstoptimierung und Meditation“.

Das Thema Reisen, das Zurücklassen des Alltags und das Abwerfen von alltäglichem Ballast zieht sich wie ein roter Faden durch das künstlerische Schaffen von Daniel Beerstecher. Immer wieder begibt er sich auf Wanderschaft, besteigt Berge oder durchquert Urwälder und Wüsten. Dabei lernt er fremde Kulturen kennen und verschafft sich auf diesem Weg einen tieferen Einblick in die eigene. Die Eindrücke und Erlebnisse seiner Reisen verarbeitet er künstlerisch oder erklärt die Reisen selbst zur Kunst. Mit seinen Performances regt Beerstecher zum Nachdenken über die Sinnhaftigkeit des Daseins an.

In einer permanenten Live-Übertragung wird die Performance im Museum Art.Plus und in der Städtischen Galerie Tuttlingen gezeigt. Wer den Künstler auf seiner meditativen Wanderung begleiten will, ist herzlich dazu eingeladen.

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