sbo und Mareike Kratt

Sie ist gestartet, die Premiere des Volksfestes VS auf dem Schwenninger Messegelände. Der erste Eindruck des neuen Rummel-Formats war am Freitagnachmittag bei Schaustellern und Besuchern positiv. Mit Spannung wird die Resonanz der nächsten Tage erwartet.

Schon von weitem riecht es nach Bratwurst und gebrannten Mandeln, kann man die freudigen Schreie der Besucher aus den Hochgeschwindigkeitsfahrgeschäften hören. Es ist Rummelzeit in der Doppelstadt, besser gesagt: Volksfestzeit, das erste Mal überhaupt auf dem Messegelände. Auch wenn es urlaubsbedingt keine offizielle Eröffnung durch die Stadt gab, war der Zulauf am ersten Tag des Volksfestes VS, das die bisherigen Frühjahrs- und Herbstmessen aus beiden Stadtbezirken auf rund 6000 Quadratmetern vereinen soll, gar nicht mal gering.

Besonders an den Karussells, die die jüngsten Besucher anlocken, herrscht bereits reges Treiben. Egal ob Eisenbahn, Ketten- oder Fliegerkarussell – die Kinderfahrgeschäfte, die jeweils zwei Euro pro Fahrt kosten, sind bewährter Bestandteil eines jeden Rummels. Und auch an den Imbissständen, die mit holländischen Pommes, spanischen Churros oder asiatischen Frühlingsrollen viele internationale kulinarische Leckerbissen bieten, ist einiges los.

Geisterbahn mit viel Arbeit

Eines der ältesten Fahrgeschäfte überhaupt ist die Geisterbahn, die auf dem Volksfest von der Schaustellerfamilie Staeger-Schulnig aus Würzburg betrieben wird. Für vier Euro reisen Gruselfans durch eine abenteuerreiche Geisterwelt. „Geisterbahn, das ist noch Volksfest pur“, meint Juniorchef Sven, und betont, dass das traditionelle Fahrgeschäft am Aussterben ist. „Wir haben die meiste Arbeit von allen.“ Vier Tage lang habe der Aufbau gedauert, und auch der Personalaufwand während des Rummels sei durch die Erschrecker höher als allgemein üblich. Und es sei schwierig, Personal zu finden.

Mit Spannung sieht Vater Alfred Staeger-Schulnig der Premiere des Volksfestes entgegen. „Wir lassen uns überraschen. Es ist immer ein Lotteriespiel beim ersten Mal.“ Viele Besucher bleiben vor dem Pacific Rim stehen, mit dem Adrenalin-Begeisterte mit mehreren Überschlägen in eine Unterwasserwelt eintauchen können. So kommt zumindest die Verbindung zum gleichnamigen amerikanischen Science-Fiction-Film zustande, wie Mitarbeiter Nicolas Fischer berichtet. Drei Euro kostet der Überschlag-Spaß, der ab acht Jahren zugelassen ist. Nachdem das Fahrgeschäft zuletzt in holländischer sowie amerikanischer Hand gewesen war, sei es seit diesem Jahr mit der Schaustellerfamilie Zinnecker auch in Deutschland unterwegs.

Diese betreibt auf dem Volksfest eine weitere Großattraktion, den Godzilla, mit dem mutige Besucher für fünf Euro 46 Meter hoch in die Luft katapultiert werden. Kurzerhand muss am Freitagmittag sogar noch ein neuer Motor von einem anderen Godzilla-Fahrgeschäft aus Augsburg besorgt werden. Beim Probelauf am Vormittag wurde festgestellt, dass der alte aufgrund der Regenmengen am Anfang der Woche beeinträchtigt worden ist. So kann das Fahrgeschäft, das es fünfmal in Deutschland gibt und das auch auf dem Canstatter Wasen und auf dem Oktoberfest in München stehen wird, nicht ganz pünktlich zum Festauftakt starten.

Erwartungen sind hoch

Manuel Lettner, der mit seiner Familie den Bayern-Lift und das Kettenkarussell betreibt und in der Vergangenheit schon mehrmals auf dem Schwenninger Gustav-Strohm-Platz mit dabei war, freut sich auf die erste Volksfest-Ausgabe am neuen Standort. „Die Erwartungen sind schon ein bisschen höher als sonst“, sagt er. Doch er ist optimistisch – nicht nur wegen der Größe. Denn auch die Anordnung der Stände und Fahrgeschäfte sei gelungen. Auch im Hüttendorf sieht Lettner einen Pluspunkt gegenüber der früheren Messen. Neben dem Kettenkarussell, das drei Euro pro Fahrt kostet, ist mit dem Autoscooter eine weitere beliebte Attraktion auf dem Volksfest vertreten. Ein Chip kostet 2,50 Euro, sechs Chips zehn Euro. Denn viele Besucher würden gleich mehrere Fahrten buchen, weiß Heinz Gebauer von der gleichnamigen Firma, die das Volksfest organisiert und gleichzeitig den Autoscooter sowie weitere „Standard-Fahrgeschäfte“ betreibt.

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