Auch im Villinger Friedrichspark entstehen hochwertige Neubauten, für die entsprechende Quadratmeterpreise bezahlt werden müsse
Auch im Villinger Friedrichspark entstehen hochwertige Neubauten, für die entsprechende Quadratmeterpreise bezahlt werden müssen. (Foto: sbo)
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Rasant gestiegen sind in den vergangenen fünf Jahren die Immobilienpreise in Villingen-Schwenningen. Mit 46 Prozent sogar stärker als in Stuttgart (plus 38 Prozent) oder Freiburg (plus 27 Prozent).

Wie Jan-Carl Mehles, Group Leader Market Research des Immobilienportals Immowelt, auf Anfrage erklärte, liege das Preisniveau in Villingen-Schwenningen allerdings auch deutlich unter dem der beiden Großstädte.

Sind die steigenden Immobilienpreise der Bedeutung der Stadt VS angemessen? „Generell lassen derart hohe Immobilienpreissteigerungen auch auf eine solide wirtschaftliche Entwicklung deuten“, sagt Mehles: „Denn daran schließen sich für gewöhnlich eine erhöhte Nachfrage nach Immobilieneigentum und in der Folge eine erhöhte Bautätigkeit an.“ 2240 Euro kostete der Quadratmeter in Villingen-Schwenningen im vergangenen Jahr. 2015 waren es 1510 Euro. Im Freiburg mussten Käufer allerdings mit 4390 Euro pro Quadratmeter im vergangenen Jahr deutlich tiefer in die Tasche greifen, ebenso in Stuttgart (4330 Euro pro Quadratmeter).

„Im Vergleich zu den beiden Großstädten Freiburg und Stuttgart ist das Preisniveau in Villingen-Schwenningen zwar noch moderat, weist dadurch aber auch, eine entsprechende Nachfrage vorausgesetzt, das Potenzial für höhere prozentuale Steigerungen auf“, sagt Mehles. Die Rolle von Villingen-Schwenningen als Oberzentrum unterstütze diese Entwicklung.

Der Anstieg von Immobilienpreisen habe verschiedene Gründe. Zum einen die „anhaltend günstigen“ Konditionen für Wohnbaudarlehen und die steigenden Baukosten. Zum anderen die wirtschaftliche Entwicklung und steigende Bevölkerungszahlen. Beides erhöhe die Nachfrage und führe zu steigenden Preisen.

„Vor allem hochpreisige Neubauten drängen nach und nach auf den Markt, was die Preise ebenfalls nach oben treibt“, erklärt Jan-Carl Mehles. Und es sieht aus Sicht des Fachmanns für Immobilien nicht so aus, als ob die Preise sinken werden.

„Die aktuelle Entwicklung des Immobilienmarkts lässt nicht darauf schließen, dass die Kaufpreise abflauen. Im Gegenteil: Wir rechnen eher mit weiteren starken Anstiegen. Das liegt zum einen daran, dass die Zinsen für Wohnbaukredite nochmals gesunken sind. Derzeit gibt es keinerlei Anzeichen von Seiten der Europäischen Zentralbank, den Leitzins anzuheben, der wiederum ausschlaggebend für Darlehens- und Guthabenzinsen ist.“, sagt Mehles. Seine Schlussfolgerung: „Immobilien bleiben somit eine beliebte Anlageform. Zum anderen steigen die Baupreise weiter an – Neubauten sind dementsprechend teuer und befeuern die Immobilienpreise“, erklärt Mehles.

Mieter dürfen sich hingegen, so eine Meldung in der ARD-Tagesschau, auf ein eher weniger stark steigendes Niveau einstellen, nachdem auch die Mietpreise in den Vorjahren immer weiter gestiegen waren.

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