„Ich möchte dieses Jahr mein Haus ausmisten“

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 Einiges vorgenommen haben sich die Schwenninger für 2020.
Einiges vorgenommen haben sich die Schwenninger für 2020. (Foto: sbo)
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Der Jahreswechsel ist geschafft und die Menschen finden in den Alltag zurück. Viele starten mit neuen Vorsätzen. Wir haben uns unter den Schwenningern mal umgehört.

Die Feiertage sind vorbei und das Jahr 2020 hat begonnen. Auch mit dem neuen Jahrzehnt kommt bei vielen Menschen erneut die Motivation auf, in den kommenden zwölf Monaten die eine oder andere persönliche Baustelle zu verbessern. Egal, ob es darum geht, die Familie öfter zu sehen, sich gesünder zu ernähren oder die überschüssigen Feiertags-Kilos durch regelmäßigen Sport wieder loszuwerden. Der Jahreswechsel scheint der perfekte Startschuss zur Veränderung zu sein.

Jedoch hat Silvester nicht bei jedem einen derart hohen Stellenwert. Einige wissen mittlerweile selbst, dass die Motivation Tag für Tag weniger wird, bis gesetzte Ziele schließlich vollständig aus den Augen verloren werden. „Ich habe mir keine Vorsätze mehr gemacht, seit Jahren nicht. Wenn ich etwas anders machen möchte, tu ich das, egal ob Januar oder August“, erzählt eine Frau auf dem Muslenplatz.

Und ihre Einstellung teilen einige andere Personen. „Viel schlimmer ist es, sich einen Vorsatz zu machen, der in kürzester Zeit wieder gebrochen wird. Dann lieber gar keinen Vorsatz, statt dem schlechten Gewissen“, meint Marco Ferreri aus Schwenningen.

Laut Andrea Menzel hängt dieser Motivationsschub und diese Euphorie mit den Feierlichkeiten des Silvesterabends zusammen. „Bei mir entstehen solche Vorsätze immer im Rausch der Feier.“ 2020 sei aber auch so eine magische Zahl für sie, sagt Menzel lachend. Doch auch sie ist sich sicher: „Spätestens nachdem man ein paar Wochen wieder in den Alltag gefunden hat, hat sich das mit den Vorsätzen auch schnell wieder erledigt.“

Es scheint in dieser Sache kaum ein realistischer Mittelweg zu existieren. Entweder wird die Jahreswende vollständig ausgeblendet, oder es wird übermotiviert an einer Umgestaltung des eigenen Lebens gearbeitet. Nur die Wenigsten setzen sich kleine Ziele, auf welche sie sich fokussieren können. „Ich möchte dieses Jahr mal mein Haus ausmisten. Für mehr fehlt mir schlicht und ergreifend das Durchhaltevermögen“, berichtet eine junge Frau aus Schwenningen.

Einige scheinen ihre gesetzten Ziele jedoch tatsächlich in die Tat umzusetzen und arbeiten jährlich intensiv daran. „Ich habe mir die letzten zwei bis drei Jahre immer vorgenommen, mehr Kilometer Fahrrad zu fahren, was mir bisher eigentlich auch immer gelungen ist“, erzählt Claudia Seyfried stolz.

Für andere spielen die persönlichen Veränderungen lediglich eine untergeordnete Rolle. „Ich hoffe einfach, dass ich noch viele Jahre fit und gesund bleibe. Alles andere ist nicht so wichtig“, ist Gerrit Wielings überzeugt. Er ist der Meinung, dass das Wesentliche bei solchen Vorsätzen oft vergessen wird. Außerdem fügt der leidenschaftliche Eishockeyfan mit einem Lachen hinzu: „Vielleicht wird es dieses Jahr besser mit den Wild Wings, aber ansonsten bin ich zufrieden.“

Im Bezug auf die Karriere gibt es aber auch die ein oder andere Vorstellung und Hoffnung. „Ich wünsche mir einfach, dass ich dieses Jahr meine Bachelor-Thesis bestehe“, verrät eine Sport- und Eventmanagementstudentin aus Konstanz. Sie ist sich sicher, dass man den Fokus auf eine Sache richten sollte, statt sich viele verschiedene Dinge vorzunehmen, da man ansonsten den Überblick verliere.

Die Resonanz zum Thema Neujahrsvorsätze fällt in diesem Jahr bei den Schwenningern überraschend unterschiedlich aus. Die einen haben klare Pläne, andere lassen sich vom neuen Jahr nicht beeinflussen. Es gilt wohl wie immer, ein gesundes Mittelmaß zu finden und die wesentlichen Dinge in den Vordergrund zu stellen. In diesem Sinne: ein gutes Neues!

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