Der Villinger IBM-Standort im Sonnenuntergang – wo einst alles begann, ist bald aller Tage Abend. Die Niederlassung wird im Apri
Der Villinger IBM-Standort im Sonnenuntergang – wo einst alles begann, ist bald aller Tage Abend. Die Niederlassung wird im Apri (Foto: sbo)
Schwäbische Zeitung

(sbo) - IBM gibt seinen Standort in Villingen auf. Zum April 2014 schließt die Niederlassung, die einst einmal ganz am Anfang der Expansionsgeschichte von IBM stand. Vor zwei Wochen wurden der Betriebsrat und die Mitarbeiter über die geplante Schließung informiert, bestätigte Annette Fassnacht, Sprecherin für IBM Deutschland.

Zehn Mitarbeiter beschäftigt IBM in Villingen, die hauptsächlich in Vertriebs- und Service-Funktionen tätig sind. Entlassungen gingen mit der Standortschließung nicht einher, die Mitarbeiter könnten stattdessen die flexiblen Arbeitsplätze von IBM in ganz Deutschland, darunter auch Freiburg und Ehningen nutzen.

Bei IBM, erläuterte Fassnacht, setze man auf eine moderne Bürolösung, wonach nicht mehr jeder Mitarbeiter seinen eigenen Schreibtisch habe, sondern jeder Mitarbeiter an jedem Standort von IBM in Deutschland, in Großraumbüros mit einer Vielzahl von Plätzen, arbeiten könne.

Die kleine Bürofläche in der Rudolf-Diesel-Straße 12 in Villingen, „ohne die Möglichkeit, Kunden zu empfangen“, passte nicht mehr ins Konzept. Durch die räumliche Nähe zur Niederlassung in Freiburg und der Deutschland-Zentrale in Ehningen habe sich die Zusammenlegung angeboten. Villingen ist IBM-Keimzelle

Das badische Villingen ist so etwas wie die Keimzelle von IBM gewesen: Bereits 1918 wurde – damals unter dem Namen Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft (Dehomag) – der erste IBM-Standort in Villingen am Rande des Schwarzwalds bezogen. Das Unternehmen Dehomag selbst war bereits 1910 in Berlin von dem Amerikaner Herman Hollerith, dem Erfinder der Lochkartenmaschine und Gründer der „Tabulating Machine Company“, gegründet worden. Er entsandte den Ingenieur R. Williams nach Deutschland, um eine Gesellschaft zum Erwerb seiner Patente und Vertrieb seiner Maschinen zu gründen.

Später wurde das Unternehmen in Internationale Büro-Maschinen Gesellschaft (IBM) umbenannt.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen