Die Stehplatzgerade in der Helios-Arena wird es künftig nicht mehr geben, sie wird in Sitzplätze umgewandelt.
Die Stehplatzgerade in der Helios-Arena wird es künftig nicht mehr geben, sie wird in Sitzplätze umgewandelt. (Foto: Heinz Wittmann)
Heinz Wittmann

Trotz Corona: Die Helios-Arena soll zur neuen DEL-Saison umgebaut werden. Momentan hat man sogar einen kleinen Zeitvorteil. Aber Architekt Uwe Schlenker weiß, dass derzeit alles schwer planbar ist.

Dadurch, dass im Eishockey recht zügig nicht nur die Play-offs der Profiklubs abgesagt wurden – davon waren die Wild Wings als DEL-Letzter bekanntlich nicht betroffen –, sondern auch sämtliche Nachwuchsspiele der Saison wegen des Corona-Virus abgeblasen wurden, war auch klar, dass die Schwenninger U20 die Aufstiegsspiele in die DNLII nicht mehr würde bestreiten können. Diese Spiele hätten noch bis Ende März gedauert. So konnte das Eis in der Helios-Arena bereits abgetaut werden.

„Wir konnten auch schon mit dem Rückbau der Bande beginnen“, berichtet Architekt Schlenker. Der Plan stünde, nach Ostern, also am 14. April, soll mit dem Umbau des Stadions begonnen werden. „Bis zum ersten öffentlichen Eistraining der Wild Wings soll der Umbau fertig sein. Es gibt aber derzeit wegen Corona nirgends Normalität. Deswegen kann auch niemand sagen, wann tatsächlich das erste öffentliche Eistraining stattfindet“, erklärt Schlenker. Geplant ist für Anfang August, dass Wild-Wings-Trainer Niklas Sundblad sein neues Team den Fans präsentiert. Apropos, Sundblad möchte, dass das Trockentraining der Spieler die in Schwenningen sind, ab dem 13. April beginnt. Dann soll auch zweimal in der Woche auf Bahn zwei, die dieses Jahr erstmals gar nicht abgetaut werden soll, trainiert werden. Mit diesem Termin dürfte es aber wohl nichts werden. Denn die Schulen und auch die Sportstätten sind bis zum 19. April geschlossen. „Falls dann der Schulbetrieb tatsächlich wieder aufgenommen wird, könnte ich mir vorstellen, dass auch die Sportstätten wieder in Betrieb genommen werden, denn es gibt an den Schulen ja auch beispielsweise Sport-Leistungskurse, die die Sportstätten dann brauchen“, spekuliert Schlenker.

Der Schwenninger ist nicht nur Architekt, sondern auch Jugendleiter beim SERC. „Wenn die Sportstätten wieder geöffnet werden, dann werden wir auch wieder das Training mit unseren Nachwuchsmannschaften aufnehmen“, so Schlenker. Ein Problem beim Umbau könnten aber fehlende Materialien sein. „Zement, Beton und Stahl sind kein Problem. Auch wenn es die Fliesen aus Italien eben nicht gibt, kann man ausweichen. Problematischer könnte es bei Kabeln aus China werden.“

Die Mindestabstände der Arbeiter seien auf dem Bau auch nicht gerade leicht einzuhalten. „Wenn halt zusammen was getragen werden muss, muss man zusammenrücken. Oder wenn einer bohrt und der andere hält fest, dann muss man da nahe beieinander sein.“ Allerdings sei die Helios-Arena durchaus ein großes Gebäude, in dem man sich nicht auf den Füßen stehen müsse. Rund 20 Gewerke seien an dem Umbau beteiligt. Dies aber zu unterschiedlichen Zeiten. Schlenker schätzt, dass kaum mehr als 20 Arbeiter gemeinsam auf der Baustelle sein werden.

Als einziges Stadion in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) wird das Schwenninger Stadion künftig die Maße der besten Liga der Welt, der nordamerikanischen National Hockey League (NHL) haben. Das heißt, die Eisfläche wird von 30 Meter auf 26 Meter verkleinert. Dies macht das Eishockey körperbetonter, intensiver und rasanter. Anders als jetzt, wo es rund 4400 Stehplätze und 1800 Sitzplätze gibt, wird es künftig mehr Sitzplätze mit 2700 als Stehplätze (2500) geben. Die Gesamtkapazität der Helios-Arena von 6215 wird auf rund 5200 heruntergeschraubt. Die Wild Wings GmbH erhofft sich künftig durch die Erhöhung der Sitzplätze deutlich mehr Zuschauereinnahmen. Oberhalb der Stehplatzkurve beziehungsweise der bisherigen Stehplatzgeraden, die komplett in Sitzplätze umgewandelt wird, werden fünf Logen errichtet.

Übrigens anders als in Stuttgart, wo darüber berichtet wird, dass Mitglieder von Sportvereinen wegen der Schließung der Sportstätten ihren Jahresbeitrag zurückfordern, habe es dies beim SERC noch nicht gegeben. Schlenker: „Ich setzte da auf die Vernunft der Leute. Wenn jetzt jeder alles kündigt und Geld zurückfordert, dann geht wirklich gar nichts mehr.“

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